Auricher Weihnachtssingen  Süßer die Stimmen nie klangen

| | 23.12.2025 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nördlich der Markthalle, am Weihnachtsdorf in Aurich, war es proppenvoll, als um 18 Uhr das erste Auricher Weihnachtssingen begann. Foto: Karin Böhmer
Nördlich der Markthalle, am Weihnachtsdorf in Aurich, war es proppenvoll, als um 18 Uhr das erste Auricher Weihnachtssingen begann. Foto: Karin Böhmer
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Mit Noten gegen die Not: Beim ersten Auricher Weihnachtssingen bildeten die Teilnehmer nicht nur einen fröhlichen stimmgewaltigen Chor, sondern sammelten zudem noch für die Obdachlosenarbeit.

Aurich - Stimmgewaltig hat ein ganzes „Rudel“ von Aurichern am Montag, 22. Dezember 2025, mit 19 Weihnachtsliedern die Feiertage begrüßt. Einige Hundert Sänger hatten sich um 18 Uhr beim Weihnachtsdorf nördlich der Markthalle eingefunden. Begleitet von Uwe Aden sowie seinen Kindern Cantia und Yannec Aden - als Trio bekannt unter dem Namen Adenalin - sangen sie Lieder wie „Süßer die Glocken nie klingen“, „Oh Tannenbaum“ und „Leise rieselt der Schnee“.

Schon kurz vor 18 Uhr war der Platz voll, die Stimmung knisternd. Viele Sänger hatten ihr Handy gezückt, denn in einem Artikel auf on-online.de waren die Texte zu lesen. Andere hatten sicherheitshalber ihr bewährtes Weihnachtsliederheft mitgebracht und stimmten so mit ein. Und ein gar nicht kleiner Teil des Spontanchores konnte die Texte der bekannten Lieder auch einfach auswendig mitsingen - auch wenn einige der sechs Verse des meist in drei Strophen gesungenen „Stille Nacht“ für viele neu waren.

Sänger aus allen Generationen

Auf der kleinen Bühne spielte Uwe Aden Gitarre, Yannec Aden den Bass. Uwe Aden moderierte, kündigte die Lieder an - und konnte es sich dann meist erlauben, nur einzelne Worte selbst mitzusingen. Der Rest lief von selbst.

Neben einigen Stücken aus dem Gesangbuch wie „Vom Himmel hoch“ gehörten volkstümliche Weihnachtslieder wie „Alle Jahre wieder“ ebenso ins Repertoire wie moderne Klassiker wie „In der Weihnachtsbäckerei“ und die internationalen Klassiker „Rudolph, the red-nosed reindeer“ und „Last Christmas“.

Udo Hippen (von rechts, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins), begrüßte nicht nur die Sänger vor der Bühne, sondern auch die Musiker Yannec und Uwe Aden. Foto: Karin Böhmer
Udo Hippen (von rechts, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins), begrüßte nicht nur die Sänger vor der Bühne, sondern auch die Musiker Yannec und Uwe Aden. Foto: Karin Böhmer

Bunt wie die Liedauswahl, die sich angenehm von dem üblichen anglophonen Potpourri aus „Jingle Bells“ und „White Christmas“ abhob, war auch das Publikum. Vom Kind bis zum Senior war alles vertreten, was Lust und Stimme hatte. Viele freuten sich erkennbar über die Chance, zu Weihnachten zusammen zu singen und Gemeinschaft zu erleben. Die Begeisterung für Weihnachtslieder war ohnehin da. Das wurde noch einmal deutlich, als Uwe Aden fragte, wer denn auch zu Hause an Heiligabend singe. Da gingen viele Hände in die Luft.

Glühwein und Punsch für den guten Zweck

Auch der gute Zweck führte viele Teilnehmer auf den Weihnachtszauber. Das erste Auricher Weihnachtssingen wurde vom Kaufmännischen Verein veranstaltet. KV-Chef Udo Hippen war sich unmittelbar nach dem Rudelsingen und einigen Lobeshymnen von Teilnehmern sicher, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt. Präsentiert wurde die Aktion von den Ostfriesischen Nachrichten. Das Hilfswerk „Ein Herz für Ostfriesland“ der Zeitungsgruppe Ostfriesland sammelt in diesem Jahr Spenden für Einrichtungen, die sich um Obdachlose und Altersarme kümmern.

Zwei Mitarbeiter des Glühweinstandes Alt-Ostfriesland schenkten unter dem Weihnachtsbaum Glühwein und Apfelpunsch zum Sonderpreis aus. Foto: Karin Böhmer
Zwei Mitarbeiter des Glühweinstandes Alt-Ostfriesland schenkten unter dem Weihnachtsbaum Glühwein und Apfelpunsch zum Sonderpreis aus. Foto: Karin Böhmer

Beim Weihnachtssingen konnte man nicht nur schmettern, sondern für den Spendenzweck auch die Stimme ölen und Glühwein oder Apfelpunsch trinken. In einem kleinen Verkaufsstand direkt unter dem Auricher Weihnachtsbaum gab es den Becher zum Sonderpreis von je 1,50 Euro. Je ein Euro davon geht an die Spendenaktion zugunsten der Wohnungslosen und Altersarmen. Wie Udo Hippen sagte, hatte Markus Meenen von Auricher Süßmost die Getränke spendiert, die Schausteller-Familie Kanzler beteiligte sich mit Arbeitskraft bei der Zubereitung und beim Verkauf. Auch die Musiker von Adenalin stellten sich in den Dienst der Sache und verzichteten auf eine Gage.

Leiser Abschied von Chris Rea

Mit Liedern wie „Feliz Navidad“ brachten sie auch schwungvolle Stimmung in das Rudel. Am Ende waren alle so eingespielt, dass „Vom Himmel hoch“ sogar a cappella klappte. Der Schlusspunkt des Abends war allerdings ein bisschen wehmütig. Spontan hängten die drei Musiker noch „Driving home for Christmas“ an das Programm an, denn kurz vor dem Weihnachtssingen war bekannt geworden, dass der Verfasser und Sänger Chris Rea verstorben war. Und mit dem Liedtitel hatte sich auch wieder der Kreis zum Thema der Spendenaktion geschlossen.

Beim Weihnachtssingen wurde es angesichts der großen Teilnehmerzahl fast kuschelig. Foto: Karin Böhmer
Beim Weihnachtssingen wurde es angesichts der großen Teilnehmerzahl fast kuschelig. Foto: Karin Böhmer

Wer unabhängig vom Weihnachtssingen spenden möchte, kann Geld auf das Spendenkonto Ein Herz für Ostfriesland gGmbH, Stichwort: ON Weihnachtsaktion 2025, unter IBAN: DE89 2802 0050 7016 6111 01 bei der

Oldenburgische Landesbank überweisen. Weitere Informationen gibt es hier.

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