Radweg an der L1  Rückschlag für Verbindung zwischen Riepe und Oldersum

| | 22.12.2025 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der L1 stehen seit Mai zur Mahnung Fahrräder am Straßenrand und halten den Wunsch nach einem Radweg im Gedächtnis. Foto: Karin Böhmer
An der L1 stehen seit Mai zur Mahnung Fahrräder am Straßenrand und halten den Wunsch nach einem Radweg im Gedächtnis. Foto: Karin Böhmer
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In diesem Jahr sollten erste Aufträge für die Planung des ersehnten Radwegs vergeben werden. Die Landesstraßenbaubehörde hat dies auch versucht. Was dann passierte.

Ihlow/Moormerland - Während es bei der Kurbelfähre zwischen Ihlow und Moormerland endlich vorangeht, gab es bei der ersehnten Radweg-Verbindung an der L1 nun einen Rückschlag. Wie Frank Buchholz von der zuständigen Landesstraßenbaubehörde in Aurich auf Nachfrage sagte, konnte in diesem Jahr kein Auftrag mehr an ein Planungsbüro vergeben werden.

Das war die Hoffnung der Behörde gewesen. Es sollten die Gutachten für die naturschutzrechtlichen Belange beauftragt werden, um diese notwendige Vorarbeit in der Tasche zu haben. Eine entsprechende Ausschreibung sei im Herbst veröffentlicht worden, habe aber nur sehr wenige Ergebnisse erzielt, so Buchholz. Und die seien weit oberhalb der angesetzten Summe gewesen und hätten verworfen werden müssen. Deshalb komme es bei dieser Planung nun zu Verzögerungen, denn eine sofortige erneute Ausschreibung sei sinnlos.

Auf der Liste im Radwegekonzept etwas vorgerückt

Es geht bei den Radweg-Projekt um 6,8 Kilometer Radweg an der L1 zwischen Riepe und Oldersum. Dieser wird seit Jahrzehnten auf Ihlower und Moormerlander Seite gewünscht, weil es keine Parallelstrecken gibt. Nachdem Anfang dieses Jahres zum zweiten Mal jemand mit dem Fahrrad auf der Strecke tödlich verunglückte, hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, um gezielt und von bürgerlicher Seite aus für den Radweg zu trommeln.

Ende Mai fand wieder die Mahnfahrt für den Radweg an der L1 und an der K111 statt. Wegen des vielen Verkehrs mit Begleitung der Feuerwehr. Foto: Karin Böhmer
Ende Mai fand wieder die Mahnfahrt für den Radweg an der L1 und an der K111 statt. Wegen des vielen Verkehrs mit Begleitung der Feuerwehr. Foto: Karin Böhmer

Leicht zu planen ist dieser Radweg wegen der Querung der Autobahn und des Fehntjer Tiefs, der Entwässerung und der Natur rechts und links der L1 an dieser Stelle nicht, wie die Planer im Sommer sagten. Am Baggersee bei der Autobahnauffahrt haben sich beispielsweise Fledermäuse angesiedelt.

Im Sommer stand diese Radwegverbindung im Radwegekonzept des Landes auf Platz acht. In wenigen Wochen beginnt der Bau des Radwegs an der L34 in Aurich (Wiesens – Brockzetel). Die Strecke an der L1 Riepe – Oldersum hat sich damit dann auf Platz fünf vorgearbeitet.

Zweites Projekt stockt bisher ebenfalls

Eigentlich sollte noch in diesem Jahr nach Möglichkeit klar werden, an welcher Straßenseite der Radweg verlaufen soll. Dies hat nun aber nicht mehr geklappt. Zum Zeitplan möchte Buchholz nach den Verzögerungen bei der Suche nach einem Planungsbüro derzeit nichts sagen. Der Zeithorizont ist aber ohnehin weit: Die Landesstraßenbaubehörde rechnete schon im Sommer damit, dass erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 das Planfeststellungsverfahren für das Projekt eingeleitet werden kann.

Die Radwegeplanung an der L1 ist nicht leicht. Zwei schmale Brücken sorgen für Probleme. Aber auch auf die Natur ringsum muss Rücksicht genommen werden. Ein geplantes Gutachten konnte nun nicht wie erhofft beauftragt werden. Foto: Karin Böhmer
Die Radwegeplanung an der L1 ist nicht leicht. Zwei schmale Brücken sorgen für Probleme. Aber auch auf die Natur ringsum muss Rücksicht genommen werden. Ein geplantes Gutachten konnte nun nicht wie erhofft beauftragt werden. Foto: Karin Böhmer

Bürgermeister Arno Ulrichs zeigte sich von den neuen Nachrichten enttäuscht. Auch beim zweiten Projekt, das die Gemeinde und die Interessengemeinschaft vorantreiben wollen, ist es in diesem Jahr nicht mehr vorangegangen. An der K111 zwischen der Einmündung in die L1 und dem Anschluss an das Dorf Simonswolde soll nach dem Willen der Bürger ebenfalls zeitnah ein Radweg gebaut werden.

Der Abschnitt ist 3,7 Kilometer lang und liegt in der Zuständigkeit des Landkreises. Eine andere Strecke, nämlich die an der K137 zwischen Riepe und Emden, stand im kreisweiten Ranking weiter vorne. Im Frühjahr hieß es von der Interessengemeinschaft, dass darauf hingewirkt werden solle, die beiden Strecken zu tauschen, da es nach Emden parallel zur Straße einen Weg gibt, den Radfahrer nutzen können. Dort sei die Dringlichkeit also nicht ganz so hoch.

Laut Ulrichs wurde dieser Tauschvorschlag beim Landkreis gemacht, eine Reaktion sei jedoch bislang ausgeblieben.

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