Uthwerdumer droht mit Klage Das Warten für EWE-Kunden geht weiter
EWE-Kunde Axel Romes ärgert sich über den Energiekonzern. Auf eine hohe Rückzahlung musste er lange warten und zu drastischen Mitteln greifen.
Aurich/Uthwerdum - Bei vielen EWE-Kunden sind weiter gute Nerven gefragt. Zwar hat Axel Romes aus Uthwerdum relativ zeitnah seine Jahresabrechnung für den Strom erhalten. Doch auf die ausgewiesene Rückzahlung musste er lange warten. Zugesichert wurde ihm diese mit Schreiben vom 7. Juli für den darauffolgenden Freitag. Als abends immer noch nichts auf seinem Konto eingegangen war, platzte dem Kunden der Kragen. „Es ist eine Frechheit, wie die mit meinem Geld umgehen“, sagt Romes.
Aufgrund der ungewissen Situation rund um den Krieg in der Ukraine sowie die damit verbundenen Steigerungen bei den Energiekosten hatte sich Ehepaar Romes entschieden, etwas höhere Abschläge im Monat zu zahlen. So wollten sie sich den Schreck am Ende der Jahresabrechnung ersparen. Stattdessen dürfen sich die Uthwerdumer, die erst vor wenigen Jahren aus Bonn nach Ostfriesland gezogen sind, über eine satte Rückzahlung freuen. Über 830 Euro schulde die EWE ihm, sagt Romes. Allein für den Strom. Ende des Monats laufe sein Gasvertrag aus. Dann rechne er mit einer ähnlichen hohen Erstattung.
Verzögerungen bei den Abrechnungen
Doch lange auf sein Geld warten muss Romes nun nicht mehr. Erst vergangenen Freitag hatte er sich per Mail an das Oldenburger Energieunternehmen gewandt. Darin setzte er der EWE eine zeitliche Frist. Sollten sie die Erstattung nicht bis 19. Juli leisten, werde er 10,5 Prozent Zinsen erheben und Klage einreichen, so Romes. Darauf reagierte die EWE nun: Am Montag, 17. Juli, war das Geld auf Romes‘ Konto. „Ich habe mich so oft über die geärgert. Ich hätte die Klage durchgezogen“, sagt Romes. Gut fände er auch, wenn sich betroffene Kunden zusammen tun würden: „Ich habe ein rotzfreches Antwortschreien bekommen. So dürfen die mit ihren Kunden nicht umgehen.“ Erst im Mai war Romes von den falschen Zahlungserinnerungen durch den Konzern betroffen. Er ist froh, nach der hoffentlich zeitnah erfolgenden Gasrückzahlung nichts mehr mit der EWE zu tun zu haben. Verträge bei anderen Anbietern habe er schon abgeschlossen.
Auf Nachfrage der ON reagiert die EWE-Konzernkommunikation auf die Vorwürfe. Man habe Herrn Romes eine Zahlung bis 14. Juli zugesagt, bestätigt Sprecher Dietmar Bücker. Aufgrund des Wochenendes sei es zu einer Verzögerung gekommen. Deshalb sei das Geld erst am 17. Juli überwiesen worden. Nach eigenen Angaben hätte die EWE sogar nach den gesetzlichen Vorschriften bis 21. Juli Zeit gehabt, die Zahlung zu leisten. Anschreiben wie das von Herrn Romes seien nicht die Regel, kämen aber durchaus vor.
In der Vergangenheit habe die kurzfristige Einführung der unterschiedlichen staatlichen Maßnahmen wie Preisbremsen und Mehrwertsteuersenkung zu einer Verzögerung der Jahresabrechnungen geführt, erinnert Bücker.Inzwischen seien digitale Anpassungen vorgenommen worden. Nun könne ein Großteil der Rechnungen erstellt werden. „Dies führt zu Rückfragen vieler Kunden. Diese Anfragen werden vom Kundenservice chronologisch beantwortet“, erläutert der Sprecher. Einige Kunden müssten aber weiter auf ihre Abrechnungen warten. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese so schnell wie möglich zu erstellen“, so Bücker. Ende Juni nannte sein Kollege Mathias Radowski einen genaueren Zeitpunkt. Bis August sollen die alten Abrechnungen aus 2022 alle erstellt sein.
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