Aurich
Farbliche Solidarität mit der Ukraine im Kreis Aurich
Die Farben Blau und Gelb erstrahlen im ganzen Landkreis Aurich. Die Menschen zeigen so ihre Solidarität mit der Ukraine seit Beginn des Krieges – und gehen manchmal noch darüber hinaus.
Aurich - Rathäuser, Schulen, Kunstwerke: Überall sind derzeit die Farben Blau und Gelb zu sehen. Es sind die Farben der ukrainischen Nationalflagge. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Solidarität groß.
Zu den Ersten, die Farbe bekannten, gehörte die Stadt Aurich. Sie beleuchtete den Sousturm. Ab der Abenddämmerung scheint das blaue und gelbe Licht über den Marktplatz. Nur ein Tag nach Beginn des Krieges entstand die Idee, hatte Stadtsprecher Johann Stromann damals gesagt. Flaggen habe man auf die Schnelle nicht aufhängen können – die ukrainische Flagge habe erst bestellt werden müssen.
Nicht nur die Stadt Aurich scheint ukrainische Flaggen bestellt zu haben. Inzwischen sind sie in mehreren Gemeinden vor den Rathäusern neben der deutschen und der Flagge der Europäischen Union zu sehen. Die Gemeinden wollten sich über einen gemeinsamen Termin zum Hissen abstimmen, sagte Stromann kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine.
Flaggen gleichzeitig gehisst
Die Abstimmung hatte aber nicht so richtig geklappt. Aber zumindest Stadt Aurich und der Landkreis haben die Flaggen gleichzeitig am 4. März gehisst.
Neben den Gemeinden zeigten auch Betriebe ihre Solidarität. Auch Astrid Muckli, die Kinos in Aurich, Papenburg, Leer und Meppen führt, will die Menschen in der Ukraine unterstützen. Dafür lässt sie nicht nur seit Beginn des Krieges ihre Kinos in Aurich und Papenburg, in Leer und Meppen seien die Gegebenheiten dafür weniger ideal, in Blau und Gelb erleuchten. In Aurich zeigte sie zudem den Film „Klitschko“ und beteiligte sich damit an einer bundesweiten Aktion der Cineplex-Gruppe zusammen mit dem Majestic-Filmverleih. Insgesamt wurden 180.000 Euro eingenommen.
Immer mehr Ukrainer kommen in den Landkreis Aurich – am Dienstag waren es bereits 526 Menschen. Unter ihnen sind zahlreiche Kinder. Wegen ihres Aufenthaltsstatus dürfen sie Schulen besuchen. Und die haben sich vorbereitet. Das Auricher Gymnasium Ulricianum will sogar seine Außenstelle in Egels für ukrainische Kinder und Lehrkräfte zur Verfügung stellen.
Fahnen auch an Autos zu sehen
Die Realschule Aurich hat bereits mehrere ukrainische Kinder in die Klassen integriert. Durch die nahgelegene Blücherkaserne, die eventuell für die Geflüchteten reaktiviert wird, könnten es noch deutlich mehr werden. „Dann nehmen wir die natürlich auch auf“, sagte Schulleiterin Kathrin Peters. Eng sei es in der Realschule sowieso.
Neben öffentlichen Bauwerken, wie der Mühle in Großefehn oder der Kunstschule in Aurich, sind die ukrainischen Farben auch auf so manchem Auto zu sehen. Für Hilde Ubben, Inhaberin eines Pflegedienstes, ist es selbstverständlich, ukrainische Menschen in der Not zu unterstützen.
Sie nahm Miroslava Kasianova und ihren Sohn Mykita bei sich auf. Hilde Ubben will den beiden wieder ein Zuhause geben. „Mein Heim ist dein Heim“, sagte die Auricherin zu der Ukrainerin.