Aurich
Starker Kampf der Auricher bleibt beim 1:3 gegen Hage unbelohnt
In der Fußball-Bezirksliga begegnete Schlusslicht SpVg Aurich Tabellenführer SV Hage auf Augenhöhe. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied.
Aurich - Aurichs Kotrainer Tammo Pfeiffer war nach der 1:3-Niederlage gegen Spitzenreiter SV Hage am Sonntagnachmittag nach Abpfiff für die Presse erst mal nicht ansprechbar. Er benötigte einige Minuten, um sich nach dem Misserfolg zu berappeln. Eine vermeidbare Pleite.
Pfeifer hatte zusammen mit Torwarttrainer Stephan de Wall die Partie von der Bank aus am Ellernfeld betreut. Trainer Wilfrid Böhling fehlte krankheitsbedingt. Bereits im Hinspiel war Pfeifer verantwortlich als Böhling sich im Urlaub befand. Pfeiffer lobte seine Mannschaft: „Sie hat kämpferisch alles herausgehauen. Vom Unterschied zwischen uns und dem Ersten war nichts zu sehen.“ Damit lag der Auricher Verantwortliche fast richtig, denn Hage hatte über die gesamte Spieldauer große Schwierigkeiten, die unbequemen Auricher unter Kontrolle zu bekommen, war aber unterm Strich im Angriff gefährlicher.
Traumstart für Hage
Das meinte auch Hages Trainer Mario Look: „Wir haben uns sehr schwer getan und kein schönes Spiel abgeliefert. Aber am Ende zählt der Sieg.“
Dabei legten die Gäste einen Traumstart hin. Mit dem ersten Angriff brachten sie die Auricher Abwehr in Verlegenheit. Die vertändelte den Ball unnötig und Stefan Hollwege (3.) bediente sich aus kurzer Distanz. Damit waren die Auricher Pläne schon sehr früh hinfällig, möglichst lange ein Gegentor zu vermeiden.
Die Gäste schlugen aber kein Kapital aus der frühen Führung. Sie zogen sich zurück und überließen der Heimelf das Mittelfeld. Hage spekulierte fortan auf lange Bälle oder Konter.
Die Auricher brachten trotz ihres Übergewichtes im Mittelfeld kaum gefährliche Aktionen in Richtung Hager Strafraum hervor. Fast eine halbe Stunde verging, ehe mit Lars Hinrichs der erste Auricher Spieler einen Schuss auf das generische Tor abgab. Hages Torwart Kai Barkhoff hatte aber mit dem Schuss keine Probleme.
SpVg-Torwart mit mehreren Glanzparaden
Aurichs Torwart Nick Weber musste in der ersten Hälfte gleich mehrfach sein Können präsentieren. In der 17. Minute nahm er dem heraneilenden Jann Buck den Ball vom Fuß. In der 36. Minute entschärfte er einen strammen Schuss von Tammo Barkhoff. Und als in der Schlussphase erneut Barkhoff vor ihm auftauchte, behielt er die Übersicht und wehrte den Schuss ab. Während sich Trainer und Betreuer des SV Hage die Haare rauften, atmeten die Auricher Verantwortlichen tief durch. Weber hatte mit seinen kühnen Paraden die Rot-Weißen vor einem deutlichen Rückstand in Halbzeit eins bewahrt.
Sehenswerter Ausgleichstreffer für Aurich
Und das Beste kam kurz vor dem Halbzeitpfiff. Christian Willms schlug einen sehenswerten Ball aus dem Mittelkreis an die rechte Strafraumgrenze von Hage maßgenau auf seinen Mitspieler Andreas Flessner. Er legte den Ball quer durch den Strafraum an den langen Pfosten. Dort stand der eingewechselte Lasse Knus und schob zum 1:1 ein. Ein sehenswertes Tor genau zum richtigen Zeitpunkt. Zu Beginn der zweiten Hälfte begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe und ließen nichts zu. Eine Einzelleistung brachte die Wende zugunsten der Gäste. Der flinke Keno-Frank Hinrichs enteilte seinem Bewacher auf der linken Seite und überwand Torwart Weber mit einem genauen Flachschuss.
Für Pfeiffer ein „Tor aus dem Nichts“ und ein Dämpfer für die Gastgeber, die fortan ihre Abwehr lockerten und ihr Heil nach vorne suchten. Sie kam in der Schlussphase zu einer Serie von Eckbällen, die mit Schüssen und Kopfbällen auf das Tor von Hage endeten. Der Ausgleich lag in der Luft, aber er fiel nicht.
Ein Konter von Hage sorgte nach dieser druckvollen Phase der Auricher für die Entscheidung. In der Nachspielzeit tauchten zwei Hager vor Torwart Weber auf. Erst im zweiten Versuch traf Stefan Hollwege zum 3:1 für Hage.#
„Bis zum ende gekämpft“
Auricher Proteste, die eine klare Abseitsposition sahen, blieben ungehört.
In der Niederlage sah Kotrainer Pfeiffer auch einen positiven Aspekt: „Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben und bis zum Ende gekämpft.“
Den Lohn strichen aber die Gäste ein. Drei Zähler für die Aufstiegsrunde, freute sich Trainer Mario Look und bekannte: „Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir können.“