Historisches Museum Aurich  Playmobil macht den Eintrittspreis teurer

| | 05.05.2026 15:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit Ende März ist die Playmobilausstellung bereits im Energie-Erlebnis-Zentrum zu sehen. Bald eröffnet eine zweite im Historischen Museum. Foto: Udo Hippen
Seit Ende März ist die Playmobilausstellung bereits im Energie-Erlebnis-Zentrum zu sehen. Bald eröffnet eine zweite im Historischen Museum. Foto: Udo Hippen
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Im Auricher Museum beginnt im Juni eine Zeitreise mit Playmobilfiguren. Vorübergehend werden daher die Preise erhöht. Was das für Besucher bedeutet und wie sie an einen Rabatt kommen.

Aurich - Im Energie-Erlebnis-Zentrum (EEZ) in Aurich wird schon seit Ende März 2026 eine Ausstellung mit Playmobil-Figuren unter dem Titel „Baue deine Welt mit Playmobil“ gezeigt. Am 21. Juni 2026 zieht auch das Historische Museum in Aurich nach und eröffnet dazu passend die Ausstellung „Reise durch die Zeit mit Playmobil“. Dazu werden für die Zeit der Ausstellung die Preise im Historischen Museum angehoben. Zunächst gilt die neue Preistabelle bis zum 6. Dezember. Sollte die Ausstellung ins neue Jahr verlängert werden, gelten die Preise entsprechend weiter.

Der Stadtrat hat die Erhöhung beschlossen. Museumsleiter Dr. Christopher Galler hatte den Vorschlag in einer Fachausschusssitzung vorgestellt und zwei Gründe für zeitweilige Preiserhöhung genannt. Zum einen werden beide Ausstellungen vom Diorama-Künstler Oliver Schaffer gestaltet. Er hatte 2003 seine erste Ausstellung und schaffte 2009 den Durchbruch, als er auf Bitten von Playmobil eine seiner Playmobil-Welten im Pariser Louvre ausstellen durfte. Seit 2019 gestaltet Schaffer hauptberuflich Playmobil-Ausstellungen. Im EEZ hat er kürzlich etwa 5000 Figuren und 20.000 Einzelteile verbaut – eine mehrtägige Arbeit.

Preise im Historischen Museum quasi zu günstig

Entsprechend kosteten diese Ausstellungen auch etwas, sagte Galler. Das diesjährige Budget des Museums sei dadurch deutlich angenagt. Der zweite Grund ist das Preisgefälle, das zwischen dem Historischen Museum und dem EEZ herrscht. Die Playmobil-Ausstellung kann man in beiden Häusern im Rahmen des normalen Ausstellungstickets mitbesuchen. Im EEZ zahlen Erwachsene pro Besuch 13 Euro, pro Kind oder einem Erwachsenen mit Ermäßigung 10 Euro und Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Es gibt für Nachmittage vergünstigte Tarife. Und ebenso Familientickets für 36 beziehungsweise 28 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder.

Im Historischen Museum zahlen Besucher bislang grob gesagt nicht mal die Hälfte dieser Preise. Für Erwachsene kostet das Ticket bisher 5 Euro, für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren sowie für Erwachsene mit Ermäßigung 2,50 Euro und für Familien mit einem Erwachsenen und zwei Kindern 7,50 Euro und für vier zwei Erwachsene und zwei Kinder 10 Euro. Sogar in Kombination mit dem Eintritt für das Mach-Mit-Museum sind die Tickets im Historischen Museum bislang günstiger als im EEZ.

Rabatt soll Mehrkosten wieder etwas ausgleichen

Deshalb soll nun moderat erhöht werden. Erwachsene zahlen dann 6 Euro, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Ermäßigung 4 Euro, Familien 12,50 beziehungsweise 15 Euro. Die Kombikarten mit dem Mach-Mit-Museum kosten für Erwachsene ab dem 21. Juni 2026 dann 9 Euro, für Familien 25 Euro und für Kinder 7,50 Euro.

Playmobil-Fans müssen aber nicht nur mit Mehrkosten rechnen: Im Historischen Museum wie auch im EEZ wird ein Rabatt von 20 Prozent gewährt, wenn zuvor bereits die Ausstellung in der je anderen Einrichtung besucht wurde. Somit wäre ein Teil der Erhöhung schon wieder im Portemonnaie. Bei Erwachsenen würde der Rabatt die Erhöhung im Historischen Museum sogar decken. Bei Kindern und Familien wäre dieser Effekt etwas geringer. Nicht nur die Besucher sollen von einer solchen Kooperation der beiden Häuser profitieren, sondern auch die Einrichtungen und die Stadt selbst. Denn die überwiegend touristischen Besucher würden zu einem zusätzlichen Besuch und vielleicht auch zu einem Bummel in der Innenstadt angeregt. Durch die Kooperation solle aus dem Museum aber auch ein sogenannter Dritter Ort werden, wo Begegnungen und Austausch stattfinden. Insgesamt sei das Preisniveau im Historischen Museum im Vergleich zu anderen Museen ohnehin niedrig, so Galler.

Fragen befassten sich mit Mehrkosten für Kinder und Jugendliche

Reinhold Mohr (Grüne) und Reinhard Warmulla hinterfragten noch, warum der angedachte Rabatt bei Erwachsenen den Ausstellungsaufschlag ausgleicht und bei Kindern nicht. Galler sagte, er habe sich da an den für Kinder ohnehin höheren Preisen beim Mach-Mit-Museum orientiert. Da die Ausstellung im Historischen Museum für alle Altersgruppen etwas biete, erscheine das aus seiner Sicht angemessen. Richard Rokicki (AWG), Harald Bathmann (SPD) und Arnold Gossel (CDU) bezeichneten die Erhöhung als moderat.

Das Historische Museum setzt in jüngster Vergangenheit verstärkt auf die Wirkung von Spielfiguren in Ausstellungen. In der Vergangenheit gab es Ausstellungen zu Barbie, die auch gut besucht wurden. Seit 2023 werden regelmäßig Lego-Ausstellungen gezeigt, die die Besucherzahlen haben steigen lassen. Das erhoffen sich das Historische Museum und das EEZ nun auch von den Playmobil-Schauen.

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