Flüchtlinge im Landkreis Aurich Nach vier Jahren Krieg kommen weiter viele Ukrainer in den Kreis
Sie sind unter den Neuankömmlingen weiter die größte Gruppe. Der stellvertretende Amtsleiter beim Landkreis zog jetzt ein Fazit.
Aurich/Norden - Genau vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kommt der Großteil der Flüchtlinge im Landkreis Aurich weiterhin aus dem unter Dauerbeschuss stehenden osteuropäischen Land. So kamen von den insgesamt 229 Geflüchteten, die seit 1. Oktober 2025 neu in den Landkreis gekommen sind, 163 aus der Ukraine. Seit 1. August 2021 waren es 2861 Ukrainer, die vor dem Krieg geflüchtet sind. Der stellvertretende Leiter des Amtes für Jugend und Soziales, Enno de Vries, erinnerte am Dienstag im Kreissozialausschuss an die damalige dramatische Situation. „Donnerstags erhielten wir die Nachrichten, sonnabends standen die ersten Flüchtlinge vor der Tür“, berichtete de Vries. Innerhalb kürzester Tag habe man Unterbringungen, medizinische Versorgung und einen Verwaltungsapparat bereitstellen müssen. „Aus meiner Sicht haben wir das hervorragend gemeistert, sowohl unsere Mitarbeiter als auch die vielen Ehrenamtlichen. Ohne deren Engagement wäre die Situation nicht zu bewältigen gewesen“, betonte de Vries. Bei den aktuellen Zahlen der Neuankömmlinge spiele die Ukrainer weiterhin eine bedeutende Rolle, sagte der stellvertretende Amtsleiter.
Aufnahmesoll bereits überschritten
Die zweitgrößte Anzahl von Flüchtlingen kam seit Oktober aus Syrien (19), es folgen Kolumbien (4), Guinea (2) sowie Türkei und Afghanistan (jeweils eine Person). Weitere 39 Flüchtlinge kamen aus anderen Ländern. Rund 40 Prozent der Neuankömmlinge waren zwischen 18 und 29 Jahre alt, gut ein Viertel waren minderjährig. Das vom Land Niedersachsen vorgegebene Aufnahmesoll von 211 Personen bis 31. März 2026 hat der Landkreis aktuell mit 229 bereits überschritten.
Seit 1. August 2021 wurden im Kreis Aurich 6299 Flüchtlinge aufgenommen. Wieviele davon geblieben sind, könne der Kreis aber nicht beziffern, hieß es. Insgesamt ist die Zahl der Neuankömmlinge deutlich gesunken. „Derzeit bekommen wir im Schnitt sieben Zuweisungen pro Woche“, so de Vries. Laut der vorgestellten Statistik wurden im Jahr 2022, als der Krieg gegen die Ukraine begann, 2886 Flüchtlinge aufgenommen, im Jahr 2023 dann 1887, im Jahr 2024 weitere 844 und im Jahr 2025 noch 449. Im Jahr 2026 waren es bislang 27 Aufnahmen.
Unterbringungsssituation deutlich entspannt
Dementsprechend hat sich die Unterbringungssituation deutlich entspannt. Von den 1890 verfügbaren Plätzen in Unterkünften im Landkreis Aurich sind derzeit 1530 belegt und 360 frei – das entspricht einer Auslastung von 81 Prozent. Gut 1000 Plätze gibt es in verschiedenen Gebäuden der ehemaligen Auricher Kaserne, davon sind gut 600 belegt. Auch die Zahl der genutzten Privatwohnungen hat sich von rund 330 auf 236 reduziert. „Derzeit haben wir eine komfortable Situation“, so der stellvertretende Amtsleiter.