Kreisrunder Neubau  So soll das neue Awo-Heim in Popens aussehen

| | 30.01.2026 16:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So soll der Innenhof des Gebäudes aussehen. Grafik: Awo Weser-Ems
So soll der Innenhof des Gebäudes aussehen. Grafik: Awo Weser-Ems
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Rund 16 Millionen Euro werden in das markante Gebäude in Aurich investiert. Es bietet einige Besonderheiten.

Aurich - Er wird wohl ein architektonischer Hingucker werden – und hat intern schon den Spitznamen „Donut“ bekommen. Am Freitag wurde mit zahlreichen Verantwortlichen in Popens der erste Spatenstich für das neue AWO-Altenwohnzentrum „An‘t lüttje Holt“ in den Schnee gesetzt. Der markante Ringbau mit drei Vollgeschossen und einer Nettogrundfläche von mehr als 5200 Quadratmetern entsteht auf einer freien Fläche zwischen dem bisherigen Altenwohnzentrum Hermann Bontjer-Haus und der Marie-Juchacz-Straße.

Auf der Freifläche zwischen dem bisherigen Pflegeheim und Marie-Juchacz-Straße soll der Neubau entstehen. Die Verantwortlichen griffen am Freitag zum Spaten, auch wenn das bei dem winterlichen Wetter gar nicht so einfach war. Foto: Aiko Recke
Auf der Freifläche zwischen dem bisherigen Pflegeheim und Marie-Juchacz-Straße soll der Neubau entstehen. Die Verantwortlichen griffen am Freitag zum Spaten, auch wenn das bei dem winterlichen Wetter gar nicht so einfach war. Foto: Aiko Recke

Der erste Entwurf stammt laut Awo aus dem Frühsommer 2021. Schon da sei klar gewesen, dass eine Sanierung des teils über 50 Jahre alten Hermann-Bontjer-Hauses weder wirtschaftlich noch baulich sinnvoll sei.

Der neue Ringbau wird aus drei Vollgeschossen mit einer Nettogrundfläche von rund 5200 Quadratmetern entstehen. Dazu kommt ein quadratischer Innenhof mit knapp 600 Quadratmetern.

Die durch die Ringform „endlosen“ Flure sollen hell und abwechslungsreich gestaltet werden. Das komme vor allem an Demenz erkrankten Menschen mit sogenannten „Hinlauftendenzen“ entgegen, heißt es.

100 Zimmer mit Duschbädern

Die Größe der 100 Einzelzimmer liegt bei 25 Quadratmetern, inklusive eines behindertengerechten Duschbads. Die Zimmer liegen im Rundbau außen, nach innen hin sind vor allem Büros und Verwaltungsräume geplant, durchaus auch, um die Bewohner im Innenhof im Blick zu haben.

Der Rundbau soll ein Hingucker werden. Grafik: Awo Weser-Ems
Der Rundbau soll ein Hingucker werden. Grafik: Awo Weser-Ems

Der Neubau soll auch umwelttechnisch neuesten Vorgaben entsprechen, er erfolgt im KfW-40-Standard, genutzt werden Geothermie und Photovoltaikanlagen.

Dazu kommen laut Awo großzügige, klimatisierte Wohnküchen mit Balkon oder Terrasse, ein Wellness-Pflegebad und ein kleiner Frisiersalon. In allen Zimmer ist ein außenliegender Sonnen- und Insektenschutz geplant.

Im neuen Altenwohnzentrum werden rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft tätig sein. Die neuen Räume sollen laut Awo von Anfang an „Entlastungsmöglichkeiten“ schaffen, etwa klimatisierte Dienstzimmer, Pausen- und Ruheräume sowie moderne Pflegeassistenzsysteme.

Eine Besonderheit soll zudem der „Raum der Begegnung“ sein, der auch für Externe zugänglich gemacht werden soll und zum Beispiel von örtlichen Vereinen gemietet werden kann.

In den Außenanlagen wird es zudem ein Kneippbecken zum Wassertreten geben. Da sich in der Nähe das Popenser Gehölz befindet, sei die Farbensprache des Gebäudes eher hell gehalten, erklärte Architektin Tanja Elsner-Gregor vom Baumanagement der Awo Weser-Ems.

Die Gesamtkosten des Neubaus liegen laut Awo bei rund 16 Millionen Euro. Die Eröffnung soll in der ersten Jahreshälfte 2028 erfolgen.

Weitere Pläne für Altbau und Sprachheilkindergarten

Für den Altbau gibt es unterdessen erste Überlegungen zur Nachnutzung – eine Möglichkeit wären Seniorenwohnungen, heißt es.

Für einen weiteren Abschnitt sei außerdem die Anbindung eines Awo-Sprachheilkindergartens mit sechs Gruppen geplant – ganz im Sinne eines generationsübergreifenden Konzepts für den Stadtteil.

Geleitet wird das neue Pflegeheim „An‘t lüttje Holt“ von Susanne Ohlf, die seit 2023 Leiterin des Hermann-Bontjer-Hauses ist.

Uwe Weber, stellvertretender Vorsitzender des Awo-Präsidiums Weser-Ems, sagte das Gebäude werde architektonisch neue Akzente setzen. Der Auricher Landrat Olaf Meinen betonte: „Gute Pflege betrifft uns alle.“ Die Awo mit ihren vielen Standorten im Nordwesten stehe für Professionalität, Verlässlichkeit und Kontinuität. Das Projekt setze neue Maßstäbe. Und der Namensgeber des bisherigen Hauses, Hermann Bontjer, schaue von oben zu, so Olaf Meinen. Eine große Herausforderung sei heute, Pflegepersonal für eine solche Einrichtung zu finden. „Da muss das Umfeld stimmen“, so Meinen.

Einrichtungsleiterin Susanne Ohlf bekam ein Gemälde von Landrat Olaf Meinen geschenkt. Foto: Aiko Recke
Einrichtungsleiterin Susanne Ohlf bekam ein Gemälde von Landrat Olaf Meinen geschenkt. Foto: Aiko Recke

Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann sorach von einem „außergewöhnlichen Bau“, einem Hingucker und einem „Vorzeigeprojekt für die Region“. Wichtig sei auch die Nachnutzung des Altbaus, denn Aurich benötige Wohnraum gerade für Senioren.

Der Ortsbürgermeister von Popens, Alfred Janssen, sagte: „Eigentlich sind wir bekannt für unseren Fernsehturm. Nun werden wir noch bekannter.“

Gewerkschafter machten auf ihre Forderungen in der Tarifrunde aufmerksam. Foto: Aiko Recke
Gewerkschafter machten auf ihre Forderungen in der Tarifrunde aufmerksam. Foto: Aiko Recke

Am Rande des feierlichen Spatenstichs machten Vertreter der Gewerkschaft Verdi auf ihre Forderungen in den aktuellen Tarifverhandlungen aufmerksam. Es sei gut, in die Infrastruktur zu investieren, aber ebenso wichtig seien die Mitarbeiter, sagte Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Hahndrich. Das vom Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot sei nicht ausreichend. Die Gewerkschaft fordert 5,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 110 Euro mehr im Monat.

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