Aufstieg noch fern  Neuling Eintracht Ihlow startet als Gejagter

| | 30.01.2026 10:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Zur Saison 2023/24 trat Jannik Swieter bei Eintracht Ihlow seine ersten Trainerstation im Herrenbereich ein. Derzeit rangiert seine Elf auf Platz eins der Ostfrieslandliga. Fotos (2): Wilfried Gronewold
Zur Saison 2023/24 trat Jannik Swieter bei Eintracht Ihlow seine ersten Trainerstation im Herrenbereich ein. Derzeit rangiert seine Elf auf Platz eins der Ostfrieslandliga. Fotos (2): Wilfried Gronewold
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Trainer Jannik Swieter warnt vor dem trügerischen Tabellenbild in der Fußball-Ostfrieslandliga und der Konkurrenz. Seine Zukunft ist beim Spitzenreiter noch offen.

Ihlow – Auf einen Aufstieg in die Bezirksliga würde Jannik Swieter, Trainer von Eintracht Ihlow, derzeit nicht wetten, obwohl seine Mannschaft nach der Winterpause als Tabellenführer der Ostfrieslandliga in den zweiten Saisonteil starten wird.

Im Gespräch mit dieser Zeitung blickte der 33-Jährige auf die Tabelle und warnte: „Das Bild ist noch unvollständig, weil es noch einige Nachholspiele gibt.“ Vollständig geklärt ist noch nicht, ob er auch in der neuen Saison Ihlow trainieren wird. Es besteht Abstimmungsbedarf mit der Vereinsführung. Offene Fragen sind noch zu klären.

Stolz auf Fortschritte

Swieter geht mit der Eintracht in seine dritte Saison. Es ist seine erste Station im Herrenbereich. Der Aufsteiger hat die Ostfrieslandliga aufgemischt. „Da schwingt schon Stolz mit, wenn man als Aufsteiger so eine gute Hinrunde gespielt hat“, freute sich Swieter. Der Durchmarsch an die Tabellenspitze war zu Saisonbeginn nicht absehbar. In den ersten Spielen wurden die Erfolge von Ihlow als Überraschungen eingeordnet. Nach und nach erhielt die Mannschaft das Etikett Meisterschaftskandidat verpasst. In der Endphase der Hinrunde wurde die Elf vom Ihler Meer fortan als Meisterschaftsfavorit gehandelt.

Für Swieter haben diese Bezeichnungen keinen Wert an sich. „Viel wichtiger ist es, dass sie eine Entwicklung verdeutlichen“, stellte SVE-Trainer klar. Sie ist Teil seiner Trainerphilosophie: Spieler voranbringen, Potenziale heben und die Mannschaft auf ein höheres Niveau führen. Sein Credo lautet: „Die Mannschaft ist der Star.“ So oder ähnlich hat es einst auch Bundestrainer Berti Vogts formuliert. Swieter meint damit aber nicht nur die Spieler, sondern auch das Funktionsteam. Dazu gehören Co-Trainer Jörg Romanowski, Torwarttrainer Mirzet Kurpejovic und Wiebke Rieken (Physiotherapeutin/Athletiktrainerin) sowie Betreuer Hermann Fleßner. Ein erfahrenes, breit aufgestelltes Team, das die Mannschaft Stück für Stück nach vorn bringt.

Abwehr im Fokus

Swieter nannte ein Beispiel: „In der Pause kümmert sich Wiebke Rieken um die Auswechselspieler und bereitet sie auf die zweite Hälfte vor. Mit Erfolg. Wir haben kaum muskuläre Verletzungen zu beklagen.“ Spitzenreiter Ihlow hat sich in 17 Partien 41 Punkte zusammengespielt. Die beiden Niederlagen gegen Suurhusen und in Strudden trüben die Bilanz ein wenig. Auch das 2:2 zu Hause gegen Holte war unnötig, so Swieter. Für den zweiten Teil der Saison hat Swieter seiner Mannschaft eine Aufgabe gestellt: „26 Gegentore sind einfach zu viel. Daran werden wir arbeiten.“ Mit der Torausbeute (54 Treffer) ist er zufrieden. Ihlow hat zwar keine Tormaschine der Marke Pascal Menken (31 Tore) vom TuS Leerhafe-Hovel, aber dafür rangieren mit Jannek Weber (14), Nils Buschmann (13) und Luca Wendeling (11) drei Ihlower in der Top-Ten der Torjägerliste. Das Toreschießen wird bei der Eintracht auf mehrere Schultern verteilt. Das macht den Sturm für den Gegner unberechenbar.

Fans und Spieler der Eintracht durften in der laufenden Saison schon 54 Treffer bejubeln. Foto: Helmut Vortanz
Fans und Spieler der Eintracht durften in der laufenden Saison schon 54 Treffer bejubeln. Foto: Helmut Vortanz

Blickt Swieter auf die Konkurrenz im Kampf um die Meisterschaft, dann schwingt eine Portion Respekt vor den Gegnern mit. Er bezeichnete Bezirksligaabsteiger Strudden (Platz zwei) als eine „sehr reife Mannschaft, die bekannt für ihr schnelles Umschaltspiel ist“. Der TSV Riepe (3.) habe „eine brutale Qualität in der Offensive, und wenn die erst einmal ins Rollen kommen, können sie jeden Gegner schlagen“. Uplengen als Tabellenvierter sei extrem erfahren und unheimlich abwehrstark. Es winke ein interessanter Schlagabtausch um Meisterschaft und Aufstieg. Ausgang ungewiss. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Bezirksliga für Ihlow noch kein vordergründiges Thema. Gleichwohl könne er sich mit der Vorstellung anfreunden, dass Ihlow im Sommer in der ersten Runde des Ostfriesland-Cup vertreten sei. Dafür reicht ein Platz in den Top fünf der Liga.

Probleme mit den Fußballplätzen

So spricht einer, der bodenständig daherkommt und keine Luftschlösser baut. Dennoch hat Swieter klare Vorstellungen, welche Bausteine bei der Eintracht zukünftig noch gesetzt werden sollten. Swieter ist unzufrieden mit dem Zustand des A-Platzes. Darüber hinaus ist der Kunstrasen rutschig. Dinge, die kürzlich mit der Vereinsführung besprochen wurden. „Wir sind in einem offenen und ehrlichen Austausch miteinander“, sagte Swieter: „Aber noch ist keine Entscheidung gefallen, ob ich bleibe oder gehe.“

Das bestätigte auch der Vereinsvorsitzende Bernd Emkes auf Anfrage dieser Zeitung. Er meinte: „Wir haben zusammengesessen und geschaut, was bisher geschafft wurde und was wir zukünftig noch erreichen wollen.“ Emkes bestätigte die Probleme mit dem Rasen- und Kunstrasenplatz und versprach: „Daran arbeiten wir mit der Gemeinde.“

„Coole Geschichte“

Ihlow startet mit dem ersten Punktspiel am Sonntag, 22. Februar, beim VfB Uplengen. Bis dahin wird eine Entscheidung fallen, ob Swieter auch in der neuen Saison den SVE trainieren wird, so Emkes. Diese Entscheidung sei unabhängig von der zukünftigen Spielklasse. Das bisher Geleistete bezeichnete der Vereinschef als „eine coole Geschichte mit vielen Puzzleteilen, die ineinandergegriffen haben“.

Die Mannschaft hat sich sportlich weiterentwickelt und gute Ergebnisse geliefert. Emkes verortete eine positive Außenwirkung, die auch zu mehr Zuschauern geführt habe. Unterm Strich eine Erfolgsgeschichte, die aber noch nicht zu Ende ist, betonten Emkes und Swieter unabhängig voneinander. Ein vager Hinweis, dass Swieter diese Geschichte bei der Eintracht fortschreiben dürfte. Darauf würden aber weder der Trainer noch der Vereinsvorsitzende derzeit eine Wette abschließen.

Der Vereinsvorsitzende von Eintracht Ihlow, Bernd Emkes, freut sich über die sportliche Entwicklung der 1. Herren.
Der Vereinsvorsitzende von Eintracht Ihlow, Bernd Emkes, freut sich über die sportliche Entwicklung der 1. Herren.

Zwei Neuzugänge in der Winterpause

Klar hingegen ist der Trainingsplan für die Ihlower Fußballer. Die Winterpause wurde zum Ausruhen genutzt, betont der Trainer. Keine Aufgaben für zu Hause, kein Aurich-Cup.

Seit der zweiten Januar-Woche geht es wieder zur Sache. Auf dem Platz, in der Halle oder im Fitnessstudio. Bei den winterlichen Bedingungen ist Kreativität gefragt, betonte Swieter, der auch schon nach Ausweichplätzen in den Niederlanden Ausschau gehalten hat.

In der Winterpause verzeichnete Ihlow zwei Neuzugänge: Mirko Fröhlich, Defensivspieler vom SV Wallinghausen und Malte-Wilko Frerichs, Flügelspieler des TuS Holtriem. Während Fröhlich die Freigabe von Wallinghausen bekam, ist Frerichs bei den Punktspielen der Ihlower vorerst zum Zuschauen verdammt. Holtriem stimmte dem Wechsel nicht zu. Damit ist Frerichs für sechs Monate gesperrt. „Ärgerlich, aber so sind nun einmal die Regeln“, merkte Swieter an. Und so fiebert die Mannschaft und das Trainerteam dem ersten Punktspiel gegen Uplengen im neuen Jahr entgegen. Ein richtungsweisendes Spiel, wenn der Erste beim Vierten aufspielt.

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