Standesamt Südbrookmerland  So wurde das neue Namensrecht in Südbrookmerland genutzt

| | 21.01.2026 18:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das neue Namensrecht ist seit Mai 2025 in Kraft. Es gibt auch neue Möglichkeiten zur ostfriesischen Traditionspflege.Foto: DPA
Das neue Namensrecht ist seit Mai 2025 in Kraft. Es gibt auch neue Möglichkeiten zur ostfriesischen Traditionspflege.Foto: DPA
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Seit Mai 2025 gibt es mehr Möglichkeiten für Nachnamen. Im Victorburer Rathaus gab es bereits einige Anträge dazu. Außerdem: Aktuelle Zahlen und Daten zu Geburten und Hochzeiten.

Südbrookmerland - Seit dem 1. Mai 2025 ist es in Kraft – und wurde auch in der Gemeinde Südbrookmerland schon genutzt. Die Rede ist vom reformierten deutschen Namensrecht, das mehr Freiheiten erlaubt.

So können sich zum Beispiel Ehepaare für einen gemeinsamen Doppelnamen entscheiden, der auch ohne Bindestrich geführt werden darf, wie der zuständige Fachbereichsleiter Joachim Betten bei einem Pressegespräch erklärte. Kinder können einen Doppelnamen aus beiden Elternteilen bekomme, auch unverheiratete Eltern können sich dafür entscheiden. Volljährige Personen können ihren Geburtsnamen einmalig ohne besonderen Anlass ändern. Zudem wird die Namensänderung für Stief-, Scheidungs-, trans*- inter*- sowie nicht-binäre Menschen vereinfacht, so Betten. Eine Besonderheit gibt es für die friesische Namenstradition. So sind beispielsweise für friesische Kinder zukünftig vom Eltern-Vornamen abgeleitete Nachnamen möglich (beispielsweise „Jansen“ von „Jan“). Hier ist auch die Ableitung vom Vornamen der Mutter möglich. Bislang gab es laut Betten sechs Erklärungen zum neuen Namensrecht, davon zwei zum friesischen Namensrecht.

Fünf Geschlechtseinträge geändert

Relativ neu ist für die Standesbeamten auch die Beurkundung der Änderung des Geschlechtseintrags, die in dieser Form seit 2024 möglich ist. Diese muss grundsätzlich drei Monate im Voraus angemeldet werden. Sechs solcher Anmeldungen sind im vergangenen Jahr bei der Gemeinde eingegangen. In fünf Fällen kam es dann am Ende tatsächlich zu einer entsprechenden Beurkundung.

Voraussichtlich ab dem Jahr 2029 kommt einiges an Mehrarbeit auf das Standesamt der Gemeinde zu. Dann soll die neue Zentralklinik des Landkreises Aurich und der Stadt Emden in Uthwerdum eröffnen. Die Geburtsurkunden für die dort geborenen Kinder werden dann im Südbrookmerlander Rathaus in Victorbur ausgestellt. Die Abteilung wird deshalb personell aufgestockt.

Ja-Wort in einem Wahrzeichen von Südbrookmerland: Immerhin zwölf Trauungen fanden im Jahr 2025 in der Mühle in Wiegboldsbur statt.Foto: Aiko Recke
Ja-Wort in einem Wahrzeichen von Südbrookmerland: Immerhin zwölf Trauungen fanden im Jahr 2025 in der Mühle in Wiegboldsbur statt.Foto: Aiko Recke

Zu tun gibt es aber auch jetzt schon einiges für die Mitarbeiter. Zwar mussten im Jahr 2025 keine Hausgeburten beurkundet werden, wie der zuständige Fachbereichsleiter Joachim Betten bei einem Pressegespräch mitteilte. Doch es wurden 132 Geburten von Eltern aus Südbrookmerland registriert (Vorjahr: 171). Dem gegenüber standen 223 Todesfälle (Vorjahr: 239). Positiv für die Gemeinde: Es gab 945 Zuzüge, aber nur 856 Wegzüge. Am Ende des Jahres lag die Einwohnerzahl laut eigener Zählung der Gemeinde bei 18.848 – acht weniger als im Vorjahr. Davon waren 3932 älter als 65 Jahre. Zum Vergleich: 2013 waren nur 2987 Südbrookmerlander älter als 65, trotz nur leicht geringerer Einwohnerzahl. Ein Indiz für die alternde Bevölkerung.

Trauungen am Großen Meer beliebt

Immerhin: Es gab 2025 eine Eheschließung mehr als im Vorjahr, nämlich 97. Dabei zeigt sich, dass Paare sich nicht nur im Rathaus (54 Trauungen) gerne das Ja-Wort geben, sondern auch im Haus am Meer der gemeindeeigenen Tourist-Info am Großen Meer (16 Trauungen), im Kolonistenhaus des Dörpmuseums Münkeboe (15 Trauungen) und in der Mühle Wiegboldsbur (zwölf Trauungen). 21 Ehen wurden an einem Sonnabend geschlossen, wie die Gemeinde stolz betont – denn dafür rücken die Standesbeamten eben auch am Wochenende aus – auch im Vorjahr waren es schon 22 Sonnabend-Trauungen gewesen.

Wer aus der Kirche austreten möchte, muss sich ebenfalls auf dem Standesamt melden. Im vergangenen Jahr wurden 180 Kirchenaustritte in Südbrookmerland registriert – neun mehr als im Vorjahr.

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