Bezirksliga-Krise  Trotz Negativserie glaubt Germania Wiesmoor an die Wende

| | 13.01.2026 16:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Wiesmoorer Trainer Timo Pohling (links) gibt Stefan Lourens vor dem Anpfiff beim Auswärtsspiel in Aurich noch eine Idee mit auf den Weg. Foto: Helmut Vortanz
Der Wiesmoorer Trainer Timo Pohling (links) gibt Stefan Lourens vor dem Anpfiff beim Auswärtsspiel in Aurich noch eine Idee mit auf den Weg. Foto: Helmut Vortanz
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Die Germanen stecken tief im Abstiegskampf. Warum der Bezirksligist auf Kontinuität und Zuversicht statt auf Trainerwechsel setzt.

Wiesmoor - Spieler und Trainerstab von Germania Wiesmoor lächeln in die Kamera. Ein Foto aus besseren Zeiten zeigt auf der Homepage des Fußballbezirksligisten den ehemaligen Trainer Jürgen Zimmermann mit seiner Crew von den 1. Herren. Die Mannschaft sicherte sich in der vergangenen Saison nach einem Kraftakt den Ligaverbleib.

Zimmermann beendete seine Trainerkarriere. Seine beiden Söhne Jürgen und Leon verließen die Germanen in Richtung SV Großefehn. Ende einer Ära.

Zugleich der Auftakt mit einem neuen Trainerduo. Timo Pohling vom VfL Oldenburg und der ehemalige Germanen-Spieler Nils Lammers als Kotrainer gingen mit einem verjüngten Team in die sechste Bezirksliga-Saison.

Coach Timo Pohling versorgt seinen verletzten Spieler Janek Swyter mit einem Kopfverband. Foto: Helmut Vortanz
Coach Timo Pohling versorgt seinen verletzten Spieler Janek Swyter mit einem Kopfverband. Foto: Helmut Vortanz

Elf Niederlagen in Folge

Ihre Zwischenbilanz ist ernüchternd. Schlusslicht der Liga mit einem Sieg zu Beginn der Saison und einem Unentschieden im letzten Spiel vor der Winterpause. Dazwischen verlor das Team elfmal in Folge. In vielen Vereinen hätte eine solche Serie zur Trennung vom Trainer geführt.

Nicht so bei den Germanen. „Der Verein schenkt uns das Vertrauen und hält an uns fest“, erzählt Kotrainer Lammers unserer Zeitung. Der Verein setzt nachhaltig auf einen Umbruch mit jungen Spielern. Darin ist auch ein möglicher Abstieg einkalkuliert. Wenn Lammers über die Gründe für das schwache Abschneiden der Mannschaft nachdenkt, dann fallen ihm gleich mehrere ein. Er bekannte: „Der Weggang von Leon und Jürgen Zimmermann war schon ein großer Verlust. Die jungen Spieler brauchen noch Zeit, um sich an die Liga zu gewöhnen.“ Es gesellten sich die Verletzung von Fabian Leerhoff und die vergeigten Sechs-Punkte-Spiele gegen die Aufsteiger dazu. Damit meinte Lammers die 1:2-Heimpleite gegen Süderneuland und das magere 1:1 gegen Neuling Hinte. Hätte Wiesmoor diese Spiele gewonnen, stünden die Germanen auf dem Relegationsplatz. Das bedeutet: Die Wiesmoorer, die zwei Spiele weniger als die Abstiegskonkurrenten Hinte und Leer absolviert haben, haben das rettende Ufer nicht aus den Augen verloren.

Hart arbeiten und Glück erzwingen

„Es ist noch alles möglich. Von Aufgabe keine Spur“, unterstreicht Lammers den Durchhaltewillen der Wiesmoorer. Er musste in der Saison 2024/25 aus gesundheitlichen Gründen als Spieler kürzertreten und übernahm im Sommer als Kotrainer Verantwortung bei den Germanen. Auch in der neuen Saison blieb er nicht ohne Einsatz. Viermal stand er bereits auf dem Platz.

Kotrainer Nils Lammers (rotes Trikot) kam bisher auf dem Feld zu vier Einsätzen. Foto: Helmut Vortanz
Kotrainer Nils Lammers (rotes Trikot) kam bisher auf dem Feld zu vier Einsätzen. Foto: Helmut Vortanz

Er weiß genau, wie die Mannschaft tickt und stellte klar: „Das ist natürlich für unsere Jungs eine schwere Zeit, aber die Mannschaft hält zusammen und will das fast Unmögliche noch erzwingen.“ Dies gilt aber nicht mehr für Elias Simsek und Jonas Eilts. Sie haben Wiesmoor in der Winterpause verlassen.

Der Blick ist nach vorne gerichtet. „Hart arbeiten und das Glück erzwingen“, hofft Lammers. In der kommenden Woche ist Trainingsauftakt in Wiesmoor. Im Februar stehen einige Testspiele im Kalender, bevor Wiesmoor den zweiten Teil der Saison am 1. März mit dem Heimspiel gegen den SV Wallinghausen einläutet. Der Wunsch von Lammers ist einfach: „Die Chancen besser verwerten und eine Siegesserie starten. Vielleicht stoßen wir den Bock ja doch noch um. Nichts ist unmöglich.“ Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt derzeit vier Zähler. Kein unerreichbares Ziel. Und wenn es am Ende doch nicht reicht und die Wiesmoorer den Gang in die Ostfrieslandliga antreten müssen, das wäre dann auch kein Beinbruch. „Timo und ich würden auch im Sommer weitermachen, wenn es der Verein denn will“, so Lammers.

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