Nach Ankündigung in Südbrookmerland  Gemeinde weist Kritik an Streupflicht-Kontrollen zurück

| | 08.01.2026 19:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Mann befreit mit einer Schneeschaufel einen Gehweg von Schnee und Eis. Foto: Christian Charisius/DPA
Ein Mann befreit mit einer Schneeschaufel einen Gehweg von Schnee und Eis. Foto: Christian Charisius/DPA
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Bürgermeister Thomas Erdwiens erklärt, warum die Gemeinde Kontrollen angekündigt hat und wie mit Verstößen umgegangen werden soll. Außerdem hat er eine gute Nachricht in Sachen Streusalz.

Südbrookmerland - Die Aufregung war groß: Nach der Ankündigung der Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung, verstärkt die Einhaltung der winterlichen „Räum- und Streupflicht“ zu kontrollieren, zeigten sich viele empört. Vor allem in sozialen Netzwerken machten zahlreiche Nutzer ihrem Unmut Luft. Die Gemeinde solle erst einmal selbst ihren Pflichten nachkommen und „vor der eigenen Tür kehren“, so der Tenor. Ein Vorwurf: Während zahlreiche Straßen vereist und zugeschneit waren, wolle man bei den Bürgern „abkassieren“. Bürgermeister Thomas Erdwiens weist das zurück und erklärt, wie es zu der Ankündigung gekommen ist. Zugleich hat er eine gute Nachricht in Sachen Streusalzmangel.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde am Mittwoch auf ihrer Internetseite einen Beitrag zur sogenannten Räum- und Streupflicht veröffentlicht. Neben Hinweisen und Regelungen zum Umfang der Räumung von Rad- und Gehwegen enthielt die Mitteilung auch einen Passus, der dem einen oder anderen sauer aufstößt. So hieß es, dass der Außendienst des Ordnungsamtes in den nächsten Tagen verstärkt die Einhaltung der Räum- und Streupflicht kontrollieren werde. Bei Verstößen seien Verwarngelder möglich, ließ die Gemeindeverwaltung wissen.

Etliche Beschwerden von Bürgern

Wie Erdwiens im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, sei der Hinweis herausgegeben worden, nachdem sich etliche Bürger bei der Gemeindeverwaltung beschwert hätten. Teils in harschem Ton hätten sie die Verwaltung aufgefordert, „Schneeschipp-Sünder“, welche die Gehwege vor ihren Häusern nicht geräumt hätten, mit Bußgeldern zu belegen. Manche von ihnen seien bereits gestürzt, so Erdwiens.

Zugleich versuchte der Verwaltungschef, die Wogen etwas zu glätten. Sollte es bei den Kontrollen Auffälligkeiten geben, so würden die Regelungen nicht so eng ausgelegt. In der Regel könne man schließlich erkennen, ob die Wege grundsätzlich geräumt würden, aber erst kürzlich wieder zugeschneit seien.

Unabhängig davon steht aber ein weiterer Hinweis der Gemeindeverwaltung. Demnach haben Passanten, die sich wegen nicht geräumter Gehwege verletzten, die Möglichkeit, Regressansprüche geltend zu machen.

Streusalz-Lager wieder aufgefüllt

Eine gute Nachricht hat Erdwiens mit Blick auf das knapp werdende Streusalz. Nachdem die Gemeinde am Mittwoch mitgeteilt hatte, dass dem Bauhof die Reserven ausgegangen sind, sei es gelungen, über Kontakte neue Reserven zu organisieren. Dass dem Bauhof das Salz ausging, sei kein eigenes Versäumnis gewesen. Man habe Verträge mit Lieferanten geschlossen, diese könnten nun aber nicht liefern, so Erdwiens.

Ganz allgemein appelliert der Verwaltungschef an die Menschen in seiner Gemeinde, etwas mehr „das Miteinander“ zu leben, sich gegenseitig zu unterstützen und den Menschen in der Nachbarschaft zu helfen. Und sei es nur beim Winterdienst.

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