Großefehn jagt Pewsum  Wie der Cup-Sieg neue Hoffnung beim SV Großefehn entfacht

| | 07.01.2026 18:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nach dem Erfolg beim Aurich-Cup genoss SVG-Trainer Bi Le Tran den langersehnten Turniersieg. Er gelang den Fehntjern im dritten Anlauf. Foto: Wilfried Gronewold
Nach dem Erfolg beim Aurich-Cup genoss SVG-Trainer Bi Le Tran den langersehnten Turniersieg. Er gelang den Fehntjern im dritten Anlauf. Foto: Wilfried Gronewold
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Der SVG will nach der Winterpause Tabellenführer Pewsum angreifen. Es winkt ein spannendes Titelrennen mit einem Joker für die Fehntjer.

Großefehn - Auch zwei Tage nach dem Erfolg des SV Großefehn im Herrenfinale beim Aurich-Cup ist beim Trainer Bi Le Tran eine große Erleichterung im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten zu spüren. Nicht nur wegen des Cup-Sieges, sondern auch wegen der Perspektiven des Tabellenzweiten in der Bezirksliga. Nach der Winterpause stehen die Zeichen auf Angriff auf den Tabellenführer TuS Pewsum.

Aber zuvor genoss Tran mit seiner Mannschaft den Finalsieg. „Die Freude war groß. Endlich haben wir es im dritten Versuch hintereinander geschafft. Dabei waren wir auch etwas bange, dass es vielleicht doch wieder nur zum zweiten Platz reichen könnte“, gab der SVG-Coach zu bedenken. Zuvor zogen die Fehntjer zweimal gegen den TuS Middels den Kürzeren. Diesmal ging der Bezirksligist gegen den zwei Klassen tiefer spielenden TuS Weene als Favorit ins Endspiel. Weene schlug sich achtbar und hielt bis kurz vor Schluss ein 0:0. Es winkte eine Verlängerung durch Golden Goal.

Wichtiger Meilenstein und Push

Daraus wurde aber nichts. Ben Smidt machte den Cup-Sieg für die Fehntjer perfekt. Tran räumte ein: „So ein Tor kurz vor Schluss ist schon glücklich. Die Erleichterung und die Freude waren bei uns sehr groß. Das ist ein wichtiger Meilenstein und Push für die Punktspiele. Wir wollen diesen Schwung unbedingt mitnehmen.“

An der Spitze der Bezirksliga liefert sich der Zweite Großefehn mit Tabellenführer TuS Pewsum ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Teams gingen ungeschlagen in die Winterpause. Pewsum erspielte sich bisher 50 Punkte, Großefehn hat 44 Zähler auf der Habenseite und zwei Spiele weniger ausgetragen. Die Fehntjer gehen somit als Jäger der Krummhörner Anfang März mit dem Auswärtsspiel in Norden ins Meisterschaftsrennen. Die Rolle des Jägers will der SVG-Trainer nicht bewerten. „Jäger oder Gejagter, beides hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass wir es in der eigenen Hand haben“, so Tran und ergänzte: „Wir müssen liefern.“ Soll heißen, Ausrutscher sind unerwünscht.

Trainer Tran hat beim SVG verlängert

Wie das Duell zwischen Großefehn und Pewsum am Ende der Saison auch ausgehen wird, Tran hat sowohl für die Bezirksliga als auch für die Landesliga in Großefehn für eine weitere Saison zugesagt. Er fühlt sich im Mühlenstadion wohl, schätzt die unaufgeregte, solide Art des Vereins und das positive Image, das der Club nach außen ausstrahlt. Gute Voraussetzung, um in Ruhe erfolgreich zu arbeiten.

Beim Heimspiel gegen Wiesmoor gab es kräftigen Regen. Gleichwohl steht der SVG-Coach bei den Fehntjern nicht im Regen. Er fühlt sich wohl und hat auch für die neue Saison als Trainer zugesagt. Sowohl für die Bezirksliga als auch für die Landesliga. Foto: Wilfried Gronewold
Beim Heimspiel gegen Wiesmoor gab es kräftigen Regen. Gleichwohl steht der SVG-Coach bei den Fehntjern nicht im Regen. Er fühlt sich wohl und hat auch für die neue Saison als Trainer zugesagt. Sowohl für die Bezirksliga als auch für die Landesliga. Foto: Wilfried Gronewold

Vor vier Jahren rückte Tran vom Co-Trainer zum Cheftrainer beim Bezirksligisten auf, weil Trainer Klaus Barghorn aus familiären Gründen kürzertreten wollte. Die Mannschaft beendete die Corona-Saison auf Platz sieben. Danach führte Tran die Mannschaft in die Spitzengruppe der Liga. Platz zwei (Saison 2022/23); Platz drei (2023/24) und Platz zwei (2024/25). Und nun winkt vielleicht Meisterschaft und Aufstieg in die Landesliga.

Nuancen unterscheiden die Topteams

Es sind Nuancen, die beide Spitzenmannschaften voneinander unterscheiden. Kleinigkeiten, die am Ende ausschlaggebend sein könnten, glaubt Tran an ein enges Rennen bis zum Saisonende. Er zeigt Respekt vor den Krummhörnern, die sich zu Saisonbeginn deutlich verstärkt hätten. „Beide Mannschaften haben eine gute Qualität und sind breit aufgestellt“, so Tran. Auch die Trainerprofile von ihm und dem Pewsumer Jonas Petersen weisen Schnittmengen auf. Hier lieferten sich zwei junge, engagierte Trainer mit ihren Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe, meinte Tran.

Dennoch gibt es auch einen Unterschied zwischen den beiden Topvereinen. Tran: „Wir sind ein eingespielter und zusammengeschweißter Haufen, der in den vergangenen drei Jahren oben mitgespielt hat.

Die Mannschaft des SV Großefehn ist in den vergangenen Jahren stetig zusammengewachsen und hat sich seit mehreren Spielzeiten in der Spitzengruppe der Bezirksliga etabliert. Foto: Helmut Vortanz
Die Mannschaft des SV Großefehn ist in den vergangenen Jahren stetig zusammengewachsen und hat sich seit mehreren Spielzeiten in der Spitzengruppe der Bezirksliga etabliert. Foto: Helmut Vortanz

Glaube und Teamgeist sollen es richten

Um Teambuilding geht es beim SVG zum Trainingsauftakt. Mannschaft und Trainerstab gastieren vom 23. bis 25. Januar auf der Sportanlage in Westerstede. In den Wochen danach stehen die sportlichen Belange und einige Testspiele auf dem Programm.

Personell gab es in der Winterpause überschaubare Veränderungen. Malte Braun kehrte zum SV Wallinghausen zurück. Adam Toufaili beendete sein kurzes Gastspiel beim SV Wallinghausen und schloss sich Großefehn an. Das Lazarett der Dauerverletzten lichtet sich etwas. Stürmer Leon Zimmermann steigt wieder ins Training ein. Ebenso Torwart Hendrik Weßling. Der Einsatz von Tom Böhling ist nach seiner Operation im Sommer vergangenen Jahres ungewiss. Nach einer fast einjährigen Pause steht Tobias Hillers wieder in den Startlöchern. Unterm Strich blickt der SVG-Trainer zuversichtlich auf den zweiten Teil der Saison. „Wir sind motiviert und glauben an uns. Es wird ein spannender Zweikampf.“

Vergleichbares dürfte auch sein Konkurrent Jonas Petersen vom TuS Pewsum formulieren. Ausgang ungewiss.

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