Strecke Aurich-Abelitz  Wo der Zug einmal halten soll

| | 05.01.2026 17:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Aus der Machbarkeitsstudie geht hervor, wo genau der Zug halten könnte. Foto: Romuald Banik
Aus der Machbarkeitsstudie geht hervor, wo genau der Zug halten könnte. Foto: Romuald Banik
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Der Landkreis Aurich hat weitere Unterlagen zur Machbarkeitsstudie der Bahnstrecke Aurich-Abelitz veröffentlicht. Daraus geht unter anderem hervor, wo genau die Haltestellen hin sollen.

Südbrookmerland - Die Auricher Kreisverwaltung hat in den vergangenen Tagen die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Aurich-Abelitz veröffentlicht. Nachdem Anfang Dezember zunächst die Präsentationen aus der öffentlichen Vorstellung einsehbar waren, finden sich auf der Internetseite des Landkreises nun umfangreiche Ausarbeitungen zu dem Thema. Unter anderem geht daraus auch hervor, an welchen Stellen die Bahn in Südbrookmerland halten könnte.

Wie berichtet, hatte der Landkreis die Studie bereits 2023 in Auftrag gegeben. Wegen mehrerer Verzögerungen kam es jedoch erst Ende 2025 zur öffentlichen Vorstellung. Gleich mehrfach wurde dabei betont, dass es sich dabei nicht um eine konkrete Planung, sondern um eine Studie zur Machbarkeit handelt. Allerdings sind die in den Unterlagen zu findenden Informationen zum Teil schon sehr konkret.

Informationen für jeden Bahn-Kilometer

Wohl auch deshalb sind insbesondere in Südbrookmerland die Sorgen groß. Unter anderem sieht die Studie nämlich die Schließung zahlreicher Bahnübergänge vor. Dafür sollen neue Erschließungsstraßen gebaut werden – teilweise durch die Vorgärten von Anwohnern. Auch von meterhohen Lärmschutzwänden ist in der Studie die Rede. Anwohner, Politiker und Vertreter der Gemeindeverwaltung laufen deshalb Sturm gegen die Pläne und fordern, diese ad acta zu legen. Die Nachteile für Südbrookmerland seien deutlich größer als die Vorteile. Zuletzt war auch die Rede von der Gründung einer Bürgerinitiative.

Veröffentlicht wurden nun unter anderem Unterlagen zur betrieblichen Untersuchung, zum Kostenrahmen und zum Schallschutz. Auch Lagepläne können eingesehen werden, aus denen die möglichen Veränderungen des Streckenverlaufs, die verbleibenden Bahnübergänge und viele andere Informationen hervorgehen. Insbesondere direkte Anlieger erhalten so Infos darüber, was sich für ihre Grundstücke im Falle einer Reaktivierung ändern könnte.

Darüber hinaus gehen aus den Unterlagen auch die möglichen Haltepunkte hervor, die es im Falle der Reaktivierung geben könnte.

Aus Emden kommend sieht die Studie die erste Haltestelle im Bereich der Zentralklinik. Dort ist ein sogenanntes Wendegleis geplant. In Kern geht es darum, dass dort die entgegenkommenden Züge aneinander vorbeifahren können, um eine engere zeitliche Taktung zu ermöglichen.

Den nächsten Halt sieht die veröffentlichte Studie im Bereich des Schwarzen Weges in Victorbur vor. Beginnen soll der Bahnsteig östlich des kleinen Parkplatzes („Berliner-Spezi“) und damit etwa 50 Meter vom Schwarzen Weg entfernt. Der etwa 100 Meter lange Bahnsteig würde dann vor den Grundstücken Auricher Straße 25 und Auricher Straße 27 verlaufen, deren Zufahrten geschlossen werden müssten.

Keine Haltestellen in Walle und Extum

In Fahrtrichtung Aurich sieht die Studie den nächsten Haltepunkt im Bereich des Schultrifts in Moordorf vor. Hierbei handelt es sich den Unterlagen zufolge um die letzte Haltestelle vor dem Endhaltepunkt auf dem Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz an der Sparkassen-Arena in Aurich.

In früheren Planungen war unter anderem die Rede von weiteren Haltepunkten, beispielsweise im Bereich Abelitz und am ZOB in Georgsheil. Diese spielen in der aktuellen Planung jedoch keine Rolle mehr. Insbesondere mit Blick auf Abelitz bedeutet dies, dass die Strecke für mögliche Fahrgäste aus dem nordwestlichen Kreisgebiet wenig attraktiv ist. So müssten beispielsweise Norder, die mit der Bahn zur Zentralklinik in Uthwerdum fahren möchten, zunächst den Emder Hauptbahnhof ansteuern, dort umsteigen und dann nach Uthwerdum fahren. Auch entlang der Strecke zwischen Abelitz und Emden sind keine Haltepunkte geplant, ebenso wenig im Bereich des Georgsheiler Gewerbegebietes oder zwischen Moordorf und Aurich.

Gemeinde müsste für Parkplätze zahlen

Zu finden sind in den Unterlagen auch Aussagen zur Aufteilung der Kosten. Wie bereits bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie gesagt, kommen auf die Gemeinde demnach keine direkten Kosten für die Reaktivierung zu. In der Studie heißt es allerdings: Lediglich bei Verknüpfungsanlagen, beispielsweise PKW- und Fahrradabstellanlagen an den Haltepunkten, verbleiben nach 75 Prozent Landesförderung der zuwendungsfähigen Kosten die restlichen Kosten bei der Kommune.“ Vorschläge dazu, wo solche Parkplätze entstehen könnten, werden in der Studie nicht gemacht. Gerade im Bereich Schultrift könnte es damit schwierig werden. Besser sieht es dagegen – ungeachtet der Eigentumsverhältnisse bei Grundstücken – am Schwarzen Weg in Victorbur aus. Auf dem Karl-Heinrich-Ulrich-Platz in Aurich sehen Kritiker das Problem, dass durch den Bau eines neuen Bahnsteigs zahlreiche innenstadtnahe Parkplätze verlorengehen könnten und zeitgleich verbleibende Parkplätze durch Bahnnutzer blockiert würden.

Die veröffentlichten Unterlagen zur Machbarkeitsstudie können auf der Internetseite des Landkreises Aurich unter www.kurzlinks.de/Machbarkeitsstudie abgerufen werden.

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