Winterdienst im Landkreis Aurich  So läuft der Dauereinsatz der Straßenmeistereien

| | 05.01.2026 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Derzeit im Einsatz: Räumfahrzeuge der Kreisstraßenmeisterei des Landkreises Aurich in Georgsheil. Foto: Landkreis Aurich
Derzeit im Einsatz: Räumfahrzeuge der Kreisstraßenmeisterei des Landkreises Aurich in Georgsheil. Foto: Landkreis Aurich
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Für unterschiedliche Straßen sind verschiedene Behörden von Land, Kreis und Kommune zuständig. Mit einem besonderen Problem hatten sie in den letzten Tagen alle zu kämpfen.

Aurich - Mehrere hundert Tonnen Salz wurden nach dem Wintereinbruch in den vergangenen Tagen im Landkreis Aurich gestreut, um die Straßen für den Verkehr sicher zu machen.

So waren die Mitarbeiter der Auricher Landesstraßenmeisterei an der Leerer Landstraße, die für 286 Kilometer Landes- und Bundesstraßen sowie 214 Kilometer Radwege zuständig ist, seit Freitagabend im Dauereinsatz. Schwer gemacht hat die Arbeit, dass die Schneeschauer lokal sehr ungleichmäßig kamen, wie der Leiter der Landesstraßenbehörde, Frank Buchholz, auf Anfrage dieser Redaktion sagte. „Das hat den Kollegen einiges abverlangt“, so Buchholz. So habe es etwa am Sonnabendvormittag kräftigen Schnee gegeben, als die Kollegen nach dem nächtlichen Dauereinsatz in einer kurzen Pause waren. Auf einigen Straßen, etwa der Fockenbollwerkstraße/L 34, habe es dann länger gedauert, bis diese wieder ganz frei war, so Buchholz.

Problem sind eher die kleinen Anliegerstraßen

Am Sonntag und Montag habe sich die Lage dann etwas entspannt. Am Dienstag begleitet der Winterdienst aufmerksam den Schulbeginn, wenn tausende Kinder und Jugendliche auf den Straßen unterwegs sind. Ein Problem seien oft eher kleine Anliegerstraßen, dort gebe es bisweilen „ziemliche Eispisten“, so Buchholz.

Das Team der Landesstraßenmeisterei in Aurich ist seit Tagen im Dauereinsatz. Foto: NLSTBV Aurich
Das Team der Landesstraßenmeisterei in Aurich ist seit Tagen im Dauereinsatz. Foto: NLSTBV Aurich

Pro Tour kommen etwa 40 bis 50 Tonnen Streusalz zum Einsatz. Demnach hat die Landesstraßenmeisterei Aurich in den vergangenen Tagen mehrere hundert Tonnen Salz gestreut.

Ebenfalls im Dauereinsatz war die Kreisstraßenmeisterei mit Sitz in Georgsheil, die für rund 400 Kilometer Kreisstraßen und 250 Kilometer Radwege zuständig ist. Sie hat nach Auskunft von Kreissprecher Rainer Müller-Gummels nach dem ersten Schneefall am Freitagnachmittag mit dem Einsatz begonnen.

Bis auf kurze Unterbrechungen zum Schichtwechsel wurde bis in den Montagvormittag der Winterdienst im Zweischichtbetrieb durchgeführt. Den Angaben zufolge sind je Schicht 20 Mitarbeiter, die sich zudem bei angekündigtem Winterwetter in Rufbereitschaft befinden, eingesetzt.

Zwölf Fahrzeuge der Kreisstraßenmeisterei im Einsatz

Mit sieben Großfahrzeugen für die Fahrbahnen und fünf Fahrzeugen auf den Radwegen wird der Streu- und Räumdienst durchgeführt. Diese Fahrzeuge sind mit einem Schneepflug ausgestattet, als Streumittel kommt Natriumchlorid-Streusalz zum Einsatz.

Die Kreisstraßenmeisterei Aurich lagert nach eigenen Angaben bis zu 1400 Tonnen Steinsalz ein. Diese sind in Silos und in einer Lagerhalle am zentralen Betriebshof in Georgsheil sowie in jeweils einem Lagersilo an dezentralen Standorten in Hage und Strackholt deponiert. Am ersten Januar-Wochenende wurden alles in allem rund 500 Tonnen Salz ausgebracht, heißt es.

Insgesamt lagert die Kreisstraßenmeisterei des Landkreises Aurich mehr als 1800 Tonnen Salz ein. Foto: Landkreis Aurich
Insgesamt lagert die Kreisstraßenmeisterei des Landkreises Aurich mehr als 1800 Tonnen Salz ein. Foto: Landkreis Aurich

Während im Falle eines „reinen“ Streueinsatzes, etwa bei morgendlicher Reifglätte, alle Straßen nur einmal befahren werden müssen, um das Streugut in kompletter Fahrbahnbreite auszubringen, ist es erforderlich, dass bei einem Räumeinsatz die Winterdienstfahrzeuge aufgrund der Schneepflugbreite alle Fahrbahnen in beide Richtungen befahren. Auch die Fahrtstrecke ohne Streu- oder Räumeinsatz erhöht sich damit.

Mitarbeiter werden ab drei Uhr morgens alarmiert

Die Mitarbeiter des Winterdienstes werden im Falle einer nächtlich einsetzenden Straßenglätte ab drei Uhr morgens alarmiert. Bei anhaltendem Winterwetter, so wie in den vergangenen Tagen, ist ein Zweischichtbetrieb eingerichtet. Der Winterdienst ist so für den Zeitraum vom 1. November bis 31. März rund um die Uhr, auch am Wochenende und Feiertagen, organisiert.

Ob und wie schnell sich eine Straßenoberfläche wieder schnee- und eisfrei herstellen lässt, ist laut Kreisstraßenmeisterei von zahlreichen Faktoren abhängig. So spielt neben Temperatur und der Niederschlagsintensität auch der Straßenverkehr eine große Rolle. Wird die beschneite Oberfläche zunächst durch den Verkehr festgefahren, dauert es länger, um diese Schicht wieder aufzutauen. Andererseits hilft der Verkehr bei einer bereits mit Streusalz abgestreuten Schneeschicht, diese wieder in auftauenden Schneematsch zu verwandeln.

Bei der Stadt Aurich pro Einsatz zwischen 30 und 35 Mitarbeiter

Bei der Stadt Aurich hat die Winterdienst-Saison bereits am 20. November mit dem ersten Einsatz begonnen. Der zuständige Fuhrpark der Stadt umfasst sieben Schmalspurschlepper, zwei Lkw, einen Unimog sowie diverse Kleintransporter. Insgesamt sind pro Einsatz zwischen 30 und 35 Mitarbeiter im Dienst. Pro Einsatz werden erfahrungsgemäß etwa 15 bis 20 Tonnen Streugut verbraucht.

Auf Basis einer Lagebewertung wird bei der Stadt entschieden, ob ein Streueinsatz erforderlich ist. Dann erfolgt die Mobilisierung der diensthabenden Kolonnen über ein zentrales Alarmrufsystem. Jeder Mitarbeiter erhält klar definierte Routenpläne.

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