Wechselstreit in Bezirksliga SV Wallinghausen verweigert Freigabe für Stürmer
Aurichs neue Offensivkraft Bangaly Condé darf vorerst nicht auflaufen. Weshalb der SVW im Wechselpoker hart geblieben ist.
Aurich/Wallinghausen - Vorerst wird der Auricher Neuzugang, Bangaly Condé, nicht für den Fußballbezirksligisten auf Torejagd gehen. Grund: Ligakonkurrent SV Wallinghausen verweigerte die Freigabe. Damit ist der ehemalige Torjäger des SVW bis Anfang Mai für die SpVg Aurich nicht spielberechtigt. SVW-Vorsitzende Lina Bünting begründete im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten die Entscheidung des Vorstandes: „Wir haben uns Zeit gelassen und uns im Vorstand ausgetauscht. Am Ende haben wir eine einstimmige Entscheidung getroffen und die Zustimmung zum Wechsel von Condé nach Aurich verweigert.“
Novum beim SVW
Für die Wallinghausener ist das eine Premiere, wurden doch in der Vergangenheit keine Sperren vom SVW ausgesprochen. Doch diesmal gab es einen besonderen Grund.
Der Blick zurück: Die SpVg Aurich veröffentlichte Ende November ein Foto, das SpVg-Trainer Daniel Franziskus und Condé nebeneinander zeigt, wie beide das rot-weiße Trikot des zukünftigen Spielers mit den Händen in die Kamera halten. „Willkommen in Aurich, Bangaly!“, ist da zu lesen. Fröhliche Miene zum gelungenen Coup. Dazu die Überschrift: „Top-Transfer in der Bezirksliga“ und der Vollzug: „Der 24-jährige Guineer unterschreibt einen 1,5-Jahres-Vertrag bei den Rot-Weißen.“
Franziskus stellte klar, weshalb sich Aurich die Dienste des Angreifers gesichert haben: „Condé gehört zu den beliebtesten und gefährlichsten Spielern der Bezirksliga. Sieben Tore in zehn Spielen − eine echte Verstärkung für unsere Offensive!“
Kommunikationsdesaster der SpVg
Diese Fähigkeiten liegen erst einmal auf Eis, weil Wallinghausen von seinem Recht Gebrauch machte und die Zustimmung verweigerte. Der Wechsel machte in den sozialen Medien die Runde, ohne dass der Verein oder der Trainer zuvor von den Rot-Weißen kontaktiert wurden. Ein Spiel über Bande mit Folgen.
Dazu merkte Vereinschefin Bünting an: „Die Vorgehensweise der SpVg Aurich war nicht in Ordnung. Der Wechsel wurde über die Medien bekannt gegeben, ohne dass wir vorher eingebunden waren. Das ist mehr als unglücklich gelaufen.“
Das fand auch der Sportliche Leiter der SpVg Aurich, Joon Saadhoff, in der Rückschau. Auf Anfrage der Ostfriesischen Nachrichten sagte er: „Das ist extrem unglücklich gelaufen. Wir wollten den Verein nicht bloßstellen.“
Dumm gelaufen
Saadhoff spricht von „einer Verkettung von unglücklichen Ereignissen“ und stellte klar: „Wir hatten mit dem Spieler gesprochen und er hat uns versichert, dass er mit Wallinghausen gesprochen hat und der Wechsel stattfinden kann.“
Ein Irrtum, denn bei den Wallinghausenern herrschte der Glaube vor, dass Condé auch zukünftig für die Grün-Weißen spielen wird.
„Er hat uns nie etwas Gegenteiliges gesagt“, so Bünting, „umso mehr waren wir von seinem plötzlichen Wechsel überrascht.“
Auch enttäuscht, gab es doch im Kreise der Spieler und im Umfeld der Mannschaft Menschen, die sich um Condé bei Behördengängen und alltäglichen Angelegenheiten gekümmert hatten. Auch die SpVg umsorgt den neuen Spieler. Ausschlaggebend für den Wechsel von Wallinghausen nach Aurich war auch ein Arbeitsplatzangebot für den 24-Jährigen. Um welche Arbeit es sich dabei handelt, wollte der Sportliche Leiter der SpVg Aurich nicht sagen. Nur so viel: Der Arbeitsvertrag sei unterschrieben, ein Stück gelebte Integration, freute sich Saadhoff. Vorerst kann sich Condé auf seine Arbeit und das kommende Training konzentrieren, ehe er Anfang Mai wieder auf Torejagd für die SpVg gehen kann.
Vorschlag zur Güte
„Wir planen jetzt erst einmal ohne ihn“, so Saadhoff, und verspricht, dass er zukünftig im Vorfeld von Wechseln die betroffenen Vereine kontaktieren und sich weniger auf das Gesagte der Spieler verlassen wird. Die SVW-Vorsitzende Bünting stellte noch einmal klar: „Bangaly hat sich uns gegenüber unfair verhalten. Er hat dafür die Verantwortung zu tragen. Deshalb gab es von uns keine Freigabe. Wenn er will, kann er die Saison bei uns zu Ende spielen und im Sommer problemlos nach Aurich wechseln.“