Förderprogramm Tartanbahn in Ihlowerfehn soll erneuert werden
Die Bundesregierung hat Geld für die Sanierung bestehender Sportstätten freigemacht. Die Gemeinde Ihlow will trotz knapper Kassen ein Projekt anmelden – allerdings etwas modifiziert.
Ihlow - Gemeinden, die in finanzieller Schieflage stecken, geraten leicht in eine Zwickmühle: Wenn Förderprogramme aufgelegt werden, die dringend nötige Sanierungen ermöglichen, ist die Versuchung groß, sich zu bewerben.
Auch in Ihlow hat der Rat vor der Weihnachtspause über diese Situation beraten. Einerseits ist die Tartanbahn auf dem Sportplatz in Ihlowerfehn so hinüber, dass Reparaturen allein nicht mehr reichen. Da könnte das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ willkommene finanzielle Hilfe bedeuten.
Andererseits muss die Gemeinde, sofern ihr Projekt gefördert wird, 55 Prozent der Leistungen aus eigener Tasche finanzieren. Geld, das komplett über Kredite finanziert werden müsste und mit der Tilgung und den Abschreibungen den laufenden Haushalt weiter belasten würde. Gleichwohl stimmte der Gemeinderat mit große Mehrheit für die Anmeldung des Projekts im Interessenbekundungsverfahren. Angesichts der Fülle der erwarteten Anträge sei es alles andere als sicher, dass die Gemeinde den Zuschlag bekommen werde, sagte Kämmerer Harm Ubben. Doch wenn es so käme, wäre ohnehin noch ein gesonderter Ratsbeschluss zur Erneuerung der Bahn und der Finanzierung nötig. Man könne die Förderung auch ausschlagen, wenn man die Kofinanzierung doch nicht leisten wolle. Es geht also quasi um ein Spiel, das die Gemeinde nicht verlieren kann.
A-Platz soll in einem Zug mitsaniert werden
Angemeldet wird nun die Sanierung der Tartanbahn, kombiniert mit einem weiteren Vorhaben. Die Tartanbahn sei mehr als vierzig Jahre alt. Sie wurde laut Verwaltung bislang noch niemals saniert. Lediglich die gröbsten Mängel seien beseitigt worden. Die Bahn nähere sich wegen der Witterungseinflüsse und der relativ starken Nutzungsfrequenz dem Ende ihrer Lebensdauer. In der Beschlussvorlage heißt es, dass sich zum ersten Mal überhaupt ein Förderfenster für die Sanierung der Tartanbahn öffne.
Für die Sanierung der Bahn setzt die Verwaltung knapp 1,2 Millionen Euro an. Da im Förderprogramm große Projekte bevorzugt werden und auch am A-Sportplatz innerhalb der Bahn Sanierungsbedarf besteht, wird dies gleich mit eingereicht. Es sei auch nicht sinnvoll, die Bahn zu sanieren und wenig später mit schwerem Gerät die Platzreparatur anzugehen, so Bürgermeister Arno Ulrichs. Am A-Platz sei die Drainage defekt. Zudem gebe es Unebenheiten, eine starke Bodenverdichtung und eine in Teilen zerstörte Grasnarbe.
Die Kostenkalkulation umfasste für die eigentliche Sanierung des Platzes 68.500 Euro. Gewünscht wurde auch eine Beregnung mit Gesamtkosten von knapp 33.000 Euro.
Neues Vereinsheim in der Ratssitzung kein Thema mehr
In der Beschlussvorlage, die zunächst nicht-öffentlich im Verwaltungsausschuss beraten wurde, war auch noch vom Neubau eines Sportlerheims für den
SV Eintracht Ihlow die Rede. Dieses projektierte Sportlerheim umfasse im Wesentlichen Duschen, Umkleiden, Sanitäranlagen, Abstellmöglichkeiten und einen Gymnastikraum, heißt es in dem Schriftstück. Die Verwaltung überließ es ausdrücklich der Politik, über den Umfang des Förderantrags zu entscheiden.
In der Ratssitzung selbst war von einem Vereinsheim dann auch nicht mehr die Rede. Die Kalkulation dafür belief sich auf gut zwei Millionen Euro.
Damit hätte das Gesamtvolumen bei knapp 3,3 Millionen Euro gelegen. Der Eigenanteil der Gemeinde würde dann gut 1,8 Millionen Euro betragen.
Der Rat stutzte die Maßnahme etwas zurecht. Nicht nur das Vereinsheim fand in der Beratung keine Erwähnung mehr. Auch die Beregnungsanlage wurde explizit ausgenommen.
Nun geht es um eine Projektsumme von rund 1.268.500 Euro und einen Eigenanteil von knapp 700.000 Euro. Da das Förderprogramm auf sechs Jahre angelegt sei, falle ein Zusage vielleicht schon in einen Zeitraum, wo es der Gemeinde wieder leichter falle zu investieren, hofft Ubben.