Gespräche über Schulbauernhof Zukunft des Woldenhofs auf der Kippe
Wie geht es weiter mit dem Woldenhof in Wiegboldsbur? In der Südbrookmerlander Politik gibt es Pläne, den auslaufenden Pachtvertrag mit dem Nabu nicht zu verlängern. Was der Verband dazu sagt.
Wiegboldsbur - Was wird aus dem Woldenhof in Wiegboldsbur? Diese Frage ist in den vergangenen Wochen mehr und mehr in den Fokus gerückt. Spätestens seit der Idee, den jetzigen Schulbauernhof des Naturschutzbundes (Nabu) in eine Kindertagesstätte umzuwandeln, ist die Zukunft fraglich. 2029 läuft der Pachtvertrag zwischen dem Nabu und der Gemeinde als Gebäudeeigentümerin aus. Während die Gemeinde prüft, ob sich der Hof als Kita eignen würde, hofft man beim Nabu darauf, den Schulbauernhof auch in Zukunft betreiben zu können.
Bekannt ist der Woldenhof vor allem bei der jüngeren Generation. Zahlreiche Grundschulen, auch aus der Region, steuern den Hof regelmäßig für Ausflüge und Klassenfahrten an. Vor Ort erfahren die Kinder vieles über Umweltschutz und nachhaltige Landwirtschaft. Über Jahre war das ein Erfolgsmodell.
In die Kritik geraten ist hingegen der landwirtschaftliche und landschaftspflegerische Teil des Woldenhofes. Von hier aus wurden unter anderem die Beweidungsprojekte mit Heckrindern im Landkreis Leer betreut, bei denen es zuletzt zu massiven Problemen gekommen ist. Die Folge war das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Leer und dem Nabu und damit das Ende der Beweidungsprojekte. Der Nabu geriet bei nicht wenigen zunehmend in Verruf und wird seither immer wieder kritisch beäugt.
Bürgermeister: Bedarf an Plätzen sinkt
Darüber, ob dies auch bei den Gesprächen innerhalb der Südbrookmerlander Politik über den Woldenhof eine Rolle spielt, lässt sich nur spekulieren. Fakt ist aber: Die Fortführung des Woldenhofes in seiner jetzigen Form ist mehr als ungewiss. Wie berichtet, hat unter anderem die CDU/FDP-Gruppe im Rat vorgeschlagen, den auslaufenden Pachtvertrag mit dem Nabu nicht zu verlängern und das denkmalgeschützte Gebäude zu einer Kita umzubauen. Entstanden ist diese Idee bei der Suche nach Alternativen für einen geplanten Neubau in Neu-Ekels, bei dem die erwarteten Kosten aus dem Ruder zu laufen scheinen. Knapp sieben Millionen Euro beträgt die aktuelle Kostenschätzung – Tendenz steigen.
Eine Vorprüfung der Gemeinde hatte ergeben, dass der Woldenhof nicht genügen Platz bietet, um die geplanten fünf Kitagruppen unterzubringen und dabei alle Vorgaben an Raumgröße und Funktionalität einzuhalten. Doch wie nun zu hören ist, könnte eine Veränderung beim Bedarf an Kitaplätzen eine neue Dynamik in das Thema bringen. So gibt es laut Bürgermeister Thomas Erdwiens Signale, wonach der Bedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren sinkt. Es sei möglich, dass die Gemeinde nicht mehr fünf, sondern nur noch vier Gruppen unterbringen müsse. Und das wäre ersten Prüfungen zufolge im Woldenhof möglich.
Nabu will Einrichtung weiterführen
Dass über dieses Thema in Südbrookmerland gesprochen wird, weiß man auch beim Landesverband des Nabu Niedersachsen. „Wir stehen hierzu im Austausch mit der Gemeinde und begleiten diese Überlegungen aktiv“, so ein Sprecher. Grundsätzlich sei man neuen Ansätzen gegenüber aufgeschlossen, was insbesondere dann gelte, wenn sich „daraus sinnvolle Synergien ergeben.“ Was genau damit gemeint ist, teilt der Sprecher nicht mit. Er stellt aber klar: „Ein Auszug vom Gelände kommt aus unserer Sicht derzeit nicht in Betracht.“ Man sei jedoch bereit, konstruktive Gespräche über die Weiterentwicklung des Standortes zu führen. „Dabei sehen wir es als gemeinsame Aufgabe, Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen von Gemeinde, Natur und Bildung gerecht werden.“Wenngleich Details zum laufenden Pachtvertrag nicht bekannt sind, ist davon auszugehen, dass die Gemeinde spätestens 2029 wieder voll über das Gebäude verfügen kann, wenn der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Ein früherer Auszug, wie von der Politik ins Spiel gebracht, scheint hingegen vom Nabu nicht gewollt zu sein. Dabei drängt für die Gemeinde die Zeit. Einerseits, weil es in der Kita Theene zuletzt Probleme durch auftretende Mängel am Gebäude gab, andererseits, weil zwei Krippengruppen derzeit in Containern in Neu-Ekels untergebracht sind. Diese halten nicht ewig und schon gar nicht bis 2029.
Sicher scheint also, dass das neue Jahr einmal mehr im Zeichen der Kitabetreuung in Südbrookmerland stehen und die Politik vor einige Herausforderungen stellen wird.