Weihnachtsrocker  Verkleidete Biker besuchen Weihnachtsmärkte – aber Aurich nicht

| | 23.12.2025 12:08 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So sah es beispielsweise 2021 aus, als die Weihnachtsrocker in Aurich vorfuhren. Die Zufahrt erfolgte über die damals noch nicht abgesperrte Marktstraße. Foto: Heino Hermanns
So sah es beispielsweise 2021 aus, als die Weihnachtsrocker in Aurich vorfuhren. Die Zufahrt erfolgte über die damals noch nicht abgesperrte Marktstraße. Foto: Heino Hermanns
Artikel teilen:

Die Weihnachtsrocker waren an den Adventssonntagen in Ostfriesland unterwegs. Zuletzt steuerten sie Moordorf und Dornum an. Warum sie nicht mehr in Aurich auf den Markt fahren.

Aurich - Die Weihnachtsrocker Ostfriesland sind seit dem 9. November 2025 manche Tour gefahren, um Kindern und Senioren eine Freude zu machen, und auch, um Spendenaktionen zu unterstützen. Die erste Fahrt führte sie wieder nach Marienhafe zum Weihnachtsbasar im Grünen Weg mit Spendensammlung für den Elternverein krebskranker Kinder. Später ging es an den Adventssonntagen unteranderem zu den Weihnachtsmärkten in Oldeborg, Victorbur, Marienhafe und Wiegboldsbur. Am vierten Advent brausten die verkleideten Biker zunächst von Moordorf nach Dornum, wo sie erstmals Station machten, und dann wieder zurück zum Moordorfer Weihnachtsmarkt.

In diesem Jahr waren die Weihnachtsrocker - aufwendig verkleidet und dekoriert - unter anderem in Marienhafe zu Gast. Foto: Folkert Bents
In diesem Jahr waren die Weihnachtsrocker - aufwendig verkleidet und dekoriert - unter anderem in Marienhafe zu Gast. Foto: Folkert Bents

Am Nikolaustag waren die Weihnachtsrocker auch in Aurich am Pferdemarkt und in der Fockenbollwerkstraße unterwegs. Auf dem Marktplatz am Rande des Weihnachtszaubers hat man sie diesmal allerdings nicht gesehen. Im vergangenen Jahr waren sie noch dreimal auf dem Weihnachtszauber zu Besuch.

Sperrbrücken: Nebenflächen zu schmal für Motorräder

Woran liegt die Änderung? An den neuen Zufahrtssperren, die die Stadt Aurich in diesem Jahr zum Schutz von Veranstaltungen vor Angriffen angeschafft hat. Erstmals ist das Weihnachtszauber-Gelände von allen Seiten von Sperrbrücken und Pollern geschützt. Denn anders als bei den Betonklötzen und gefüllten Containern der Vorjahre lassen sie die Sperren schnell freischalten, damit Rettungskräfte durchfahren können. Entsprechend ist jetzt nachmittags und am frühen Abend jede Zufahrt zum Marktplatz abgesperrt – auch die Durchfahrt von der Wallstraße durch die Marktstraße in die Lilienstraße, die die Weihnachtsrocker in den vergangenen Jahren für den Besuch in Aurich nutzten.

Die Weihnachtsrocker nahmen sich 2024 die Zeit, ihre Fahrzeuge am Rand des Weihnachtszaubers abzustellen und sich ins Gedränge zu stürzen. Foto: Mieke Matthes
Die Weihnachtsrocker nahmen sich 2024 die Zeit, ihre Fahrzeuge am Rand des Weihnachtszaubers abzustellen und sich ins Gedränge zu stürzen. Foto: Mieke Matthes

Eine Vorbeifahrt an den hochgeklappten Absperrungen über die Sperrbrücken ist für die Motorräder und Trikes nicht möglich. Dafür sind die Fahrzeuge zu breit – anders als Fahrräder.

Sperren bleiben oben

Grundsätzlich möglich wäre natürlich, die Sperren in der Markt- und Lilientraße zeitweise herunterzuklappen, damit die Weihnachtsrocker passieren können. Doch die Stadt habe sich dagegen entschieden, sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht auf Nachfrage. Die Weihnachtsrocker sind zwar inzwischen eine bekannte charitative Größe in der Region. Aber am Ende gehe es um eine Gruppe mit einer von Mal zu Mal wechselnden Zahl von Fahrzeugen und teils wechselnden Teilnehmern. Deswegen habe die Stadt entschieden, am Sicherheitskonzept festzuhalten und die Sperrklappen nicht abzusenken, so Lücht.

Die Fahrzeuge wurden dann in der Lilienstraße abgestellt. Foto: Mieke Matthes
Die Fahrzeuge wurden dann in der Lilienstraße abgestellt. Foto: Mieke Matthes

Es sei zuletzt darüber gesprochen worden, ob die Weihnachtsrocker bis an die Sperrbrücke in der Norderstraße heranfahren, dort halten und dann durch die Norderstraße wieder herausfahren können. So wurde es auch im vergangenen Jahr gemacht. Aber auch das sei zu gefährlich erschienen, so Lücht. Denn die Norderstraße sei die Hauptrettungszufahrt zum Marktplatz. Wenn die Weihnachtsrocker dort vorfahren, absteigen und sich entfernen, um mit den Kindern auf dem Weihnachtszauber zu sprechen, dauere es im Notfall zu lange, bis alle ihre Fahrzeuge gewendet und den Innenstadtbereich wieder verlassen hätten.

Planer: Haben angeboten, alle Teilnehmer namentlich zu melden

Dem widerspricht Roland Roth - bekannt als grüner Grinch -, der für diese Tourenplanung zuständig war. Die Gruppe habe früh angeboten, alle Fahrer im Vorfeld namentlich und mit Kennzeichen anzumelden und die Fahrzeuge in der Norderstraße ganz an die Seite zu rücken. Das habe bei der Stadtverwaltung aber keinen Widerhall gefunden. Es fahre ohnehin niemand bei den Touren mit, der der Gruppe nicht bekannt sei.

Die Stadt habe den Weihnachtsrockern angeboten, statt durch die Norderstraße zum Marktplatz über den Georgswall zu fahren und dort Halt zu machen. Das habe den Bikern aber nicht zugesagt, weil ihnen der Abstand zum Weihnachtszauber zu groß erschienen sei, sagte Lücht.

So wurde die Auricher Innenstadt diesmal von der Gruppe nicht besucht. Im nächsten Jahr sollen die Gespräche im Interesse der Kinder noch einmal aufgenommen werden, kündigte Roth an.

An Heiligabend touren die Biker noch einmal. Traditionell gibt es nach kurzer Anfahrt von Georgsheil aus am Nachmittag einen Besuch zwischen den beiden Gottesdiensten für Kinder in der Kirche Victorbur.

Ähnliche Artikel