RTC Timmel wird verkauft  Happy End für Großefehntjer Problem-Einrichtung

| | 18.12.2025 17:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) in Timmel ist verkauft. Foto: Romuald Banik
Das Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) in Timmel ist verkauft. Foto: Romuald Banik
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Der Holtroper Lohnnehmer Karl-Heinz Neemann hat das beste von insgesamt vier Geboten abgegeben. Die Ratsentscheidung am Donnerstagabend ist Formsache.

Großefehn - Es war ein sehr langer Weg. Aber am Dienstag, 16. Dezember 2025, und am Donnerstag, 18. Dezember 2025, machen die zuständigen Gremien in einem Sitzungsmarathon aus nicht-öffentlichen und öffentlichen Sitzungen den Sack zu: Das etliche Jahre von der Großefehn Tourismus GmbH defizitär betriebene Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) in Timmel wird an den Großefehntjer Ratsherrn und Holtroper Unternehmer Karl-Heinz Neemann verkauft.

Er hatte zusammen mit anderen Interessenten am anfänglichen Markterkundungsverfahren teilgenommen und war laut Beschlussvorlage für die Gremien einer von vier Bietern, die beim anschließenden strukturierten Bieterverfahren ein Angebot abgaben. Laut Bürgermeister Erwin Adams hätten grundsätzlich alle vier Angebote vom Konzept her gepasst. Sie alle seien aus Ostfriesland gekommen. Am Ende sei die Wahl wegen des höchsten Angebots „auf einen Hiesigen“ gefallen, so Adams. Auch bringe Neemann eine „betriebsnahe Kompetenz“ mit, weil er Erfahrungen im Pferdesport und der Organisation eines Reitbetriebs habe.

Preis bleibt deutlich unter anfänglichen Erwartungen

Die Markterkundung hatte der Gemeinde schon klar gemacht, dass sie ihre anfänglichen Hoffnungen, den in einem Verkehrsgutachten ermittelten Wert von 2,9 Millionen Euro zu erreichen, vergessen kann. Der realistische Marktwert lag bei 950.000 Euro und wurde als Mindestgebot festgesetzt. Die Gemeinde bekommt also nur gut ein Drittel vom Traumpreis.

Die Gebote haben augenscheinlich auch nah beieinander gelegen. Neemann hat laut Beschlussvorlage mit einer Million Euro das höchste Gebot für das rund 3,7 Hektar große Grundstück mit dem Gebäude abgegeben. Er habe auch angekündigt, das RTC als Reitsportanlage mit Pensionsbetrieb und Boxenvermietung fortzuführen. Auch die örtlichen Vereine sollen dort weiter einen Platz haben und Veranstaltungen durchführen können. Für den Fahr- und Reitverein bedeutet der Kaufvertrag, dass seine Nutzungsrechte bis April 2034 gesichert sind. Auch darüber hinaus soll der Verein nach jetzigem Stand im RTC willkommen sein.

Insgesamt 1,15 Millionen Euro Erlös

Auch die Bedingung, dass die Tourist-Information für mindestens noch fünf Jahre im RTC verbleiben darf, hat der CDU-Ratsherr laut Beschlussvorlage erfüllt. Die Gemeinde muss diese Fläche dann aber pachten.

Der Holtroper wird noch Weiteres erwerben: Eine einen halben Hektar große Grünfläche nordöstlich des Grundstücks, angrenzend an die dortige Wohnbebauung, für 110.000 Euro. Zwei insgesamt 6,3 Hektar große Flächen südlich des RTC werden verpachtet. Das bewegliche RTC-Inventar einschließlich vorhandener Fahrzeuge und Maschinen will die Gemeinde ihm laut Beschlussvorlage für 40.000 Euro netto überlassen. Die Gemeinde schafft dafür dann Ersatz an.

Die Immobilien-Verkaufserlöse in Höhe von 1,1 Millionen Euro, die nun in die Gemeindekasse fließen, sollen komplett für die Schuldentilgung aufgewendet werden.

Unruhige Zeiten seit 2023

Damit endet nun für die Gemeinde die Geschichte der mit großen Hoffnungen gestarteten touristischen Einrichtung, die aber trotz einigem Aufwand der Gemeinde und ihrer Tochter, der GTG, defizitär blieb. Im April 2023 zog der Rat die Reißleine, stimmte für eine Vermietung der Anlage. Vom auserkorenen Pächter trennte man sich allerdings schon nach sechs Monaten. Unruhige Zeiten für alle Reiter, die im RTC ein- und ausgingen und dort ihre Pferde eingestellt hatten. Sie mussten im Sommer 2024 binnen weniger Wochen andere Plätze finden.

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