118.000 Haushalte betroffen So entwickeln sich die Müllgebühren im Landkreis Aurich
In den Jahren 2023 und 2024 gab es Gebührenerhöhungen. Jetzt teilte der Leiter der Abfallwirtschaft mit, wie es 2026 weitergeht.
Aurich - Gute Nachrichten für rund 118.000 Haushalte im Landkreis Aurich: Die Müllgebühren bleiben im Jahr 2026 stabil. Das hat der Leiter der Abfallwirtschaft beim Landkreis und Geschäftsführer der MKW, Hans-Hermann Dörnath, bekannt gegeben. In einer gemeinsamen Sitzung von MKW-Gesellschafterversammlung und Finanzausschuss des Landkreises Aurich wurde die Festlegung am Montagnachmittag einstimmig durchgewinkt.
Die Grundgebühr je Haushalt bleibt damit bei 87 Euro, die Zusatzgebühr je Kubikmeter Bio- oder Restabfall bei 54,99 Euro. Umgerechnet auf einen typischen 120-Liter-Behälter sind das pro Leerung 6,60 Euro. Die Gebührenbelastung für einen typischen Drei-Personen-Haushalt wird 2026 laut Dörnath bei rund 154 Euro liegen – nur zwei Euro mehr als im Vorjahr. Allerdings waren es 2017 nur rund 102 Euro. 2005 lag dieser Wert aber auch schon einmal bei 165 Euro.
Kostensteigerungen etwa bei Energie- und Kraftstoff
Zuletzt wurden die Müllgebühren in den zwei aufeinanderfolgenden Jahren 2023 und 2024 relativ deutlich erhöht. 2022 lag die Grundgebühr noch bei 69 Euro und die Leerung pro typischem 120-Liter-Behälter noch bei 5,25 Euro.
Als Gründe für die Erhöhungen gab der Landkreis seinerzeit Kostensteigerungen in verschiedenen Bereichen an – bei Energie- und Kraftstoff, aber auch beim Personal durch Tariferhöhungen. Auch im Plan für 2026 sind Mehrausgaben von rund 1,66 Millionen Euro vorgesehen – allerdings auch Mehreinnahmen von 1,34 Millionen Euro.
Menge des Restabfalls steigt weiter an
„Jedoch sind auch die MKW und der Landkreis von den allgemein steigenden Kosten, insbesondere bei Energie und durch Inflation, betroffen. Hinzu kommen neue Belastungen aufgrund steigende Mautsätze und Kosten für CO2-Zertifikate, sodass der Gebührenbedarf dementsprechend angestiegen ist“, so Dörnath. Wie Dörnath berichtete, steigt die Menge des Restabfalls weiter an. Das liege auch daran, dass die Zahl der „Fehlwürfe“ von Restabfall in die Biotonne dank entsprechender Aufklärungskampagnen gesunken sei. Man führe weiter entsprechende Kontrollen durch. „Das haben mittlerweile viele begriffen“, betonte Dörnath.
Von den Kreispolitikern gab es viel Lob für die Abfallwirtschaft und MKW. „Die Rekommunalisierung war genau der richtige Schritt. Das ist eine ziemliche Erfolgsgeschichte. Es ist mehr als beeindruckend, wie sauber hier alles abgearbeitet wird“, sagte SPD-Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor). Auch Hinrich Tjaden (CDU, Großefehn) lobte die Weitsicht der Verantwortlichen. Kritik daran sei nicht angemessen. Die endgültige Entscheidung über die Müllgebühren 2026 im Landkreis Aurich trifft der Kreistag am Donnerstag, 18. Dezember (15 Uhr, Stadthalle Aurich).