Aurich Nach Kritik an Road Blocker – Hersteller reagiert
Die Road Blocker zur Absicherung von Veranstaltungen erwiesen sich in Aurich und anderen Städten als zu steil oder zu kurz für einige Fahrzeuge. So soll das laut Hersteller geändert werden.
Aurich - Noch sind die Road Blocker M30 der Firma Hörmann an den Zufahrten zum Auricher Weihnachtszauber eine potenzielle Gefahr für die Unterböden tiefer gelegter Autos oder von Fahrzeugen und Anhängern mit weitem Radstand. Denn die Höhe der Durchfahrtssperre liegt auch bei heruntergeklappter Sperre bei 11,8 Zentimetern. Mit einer Länge des mittleren Absatzes von 2,89 Meter besteht für einige Fahrzeuge die Gefahr des Aufsetzens.
Wie Pascal Peek, Teamleiter im Bereich Zufahrtskontrollsysteme bei der Hörmann KG Verkaufsgesellschaft auf Nachfrage mitteilte, sollen zusätzliche Rampen Abhilfe schaffen. Diese sollen sich dann vor und hinter dem Road Blocker befinden und die Konstruktion um circa 115 Zentimeter verlängern. „So können nun Fahrzeuge mit einem Radstand von 3000 Millimeter die Sperre deutlich besser überfahren“, so Peek.
Vereinzelt seien Beschwerden, wonach Fahrzeuge mit geringer Bodenfreiheit aufgesetzt haben, sowie Meldungen über Beschädigungen an das Unternehmen herangetragen worden, so Peek weiter. „Wir weisen in unserer Einbauanleitung auf die Bauhöhe des Road Blockers hin, die sich in einem Bereich bewegt, wie man ihn auch von Temposchwellen kennt. Auch dort kann es bei bestimmten Fahrzeugtypen, aufgrund von weiteren Faktoren wie Geschwindigkeit, Fahrzeugbeladung sowie dem dynamischen Fahrwerkverhalten zu Berührungen kommen.“
Ratsherr: Sperren wurden nicht ausreichend geprüft
Ratsherr Richard Rokicki (AWG) zeigt sich irritiert über die Probleme und fragt sich, wie die Sperr-Brücken überhaupt zugelassen werden konnten. Sie dienten zwar offenbar verlässlich der Abwehr von Terroranschlägen mit Fahrzeugen. Aber es sei doch klar, dass es außerhalb der direkten Veranstaltungszeit - beim Weihnachtszauber also ab dem späten Abend bis zum frühen Nachmittag - weiteren Verkehr gebe, der die heruntergeklappten Sperren passieren wolle und müsse.
Und dabei gehe es nicht nur um Müllfahrzeuge und Lastwagen, sondern auch um kleine Wagen, die aus verschiedenen Gründen in den Bereich einfahren müssten. „Das sollte dem Hersteller und dem TÜV doch bekannt sein, da hat man nicht ausreichend gearbeitet, wenn man so ein Produkt für den Markt zugelassen hat“, so Rokicki. Er „erwarte, dass die das vernünftig ergänzen oder sogar zurücknehmen und erstatten, damit die Stadt vielleicht bessere Geräte bei einem anderen Hersteller finden kann.“ Als Ratsherr sei er nicht bereit, „überhaupt noch einen Euro für die Sache in die Hand zu nehmen. Eigentlich müsste die Stadt eher eine Entschädigung bekommen für den ganzen Ärger und Aufwand und die Strapazen.“
Ordnungsamt: Ergänzung für die Stadt kostenneutral
Hinsichtlich von Mehrkosten kann Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht beruhigen: Es sei vereinbart, dass die Ergänzung für die Stadt kostenneutral bleiben werde.
Neben einigen Autofahrern hatten sich auch einzelne Radfahrer gegenüber der Redaktion geäußert. Sie klagten teils darüber, dass die Road Blocker bei Regen rutschig seien. Und im Dunkeln nicht gut zu erkennen. Dazu teilte Pascal Peek mit: „Das Sperrelement des Road Blockers ist mit einem 55 Millimeter breiten Reflektionsstreifen ausgestattet. Mobile Fahrzeugsperren, die im öffentlichen Bereich eingesetzt werden, sollten zusätzlich durch geeignete Warnhinweise und Verkehrssicherungsmaßnahmen deutlich kenntlich gemacht werden. Hierbei kommen üblicherweise Verkehrssicherungsbaken sowie Baustellenbeleuchtungen zum Einsatz.“ Darüber hinaus verfüge die Oberfläche über eine Antirutschbeschichtung, die eine erhöhte Rutschhemmung gewährleistete.