Zu hoch  Sperr-Brücken in Aurich sollen bald verlängert werden

| | 05.12.2025 18:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Zufahrt zur Burgstraße ist derzeit ab dem Nachmittag blockiert. Zu den anderen Zeiten müssen Autofahrer aufpassen, dass sie nicht aufsetzen. Foto: Matthias Hippen
Die Zufahrt zur Burgstraße ist derzeit ab dem Nachmittag blockiert. Zu den anderen Zeiten müssen Autofahrer aufpassen, dass sie nicht aufsetzen. Foto: Matthias Hippen
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Nach dem Heidemarkt in Aurich gab es Ärger, weil manche Autos und Anhänger auf den Zufahrtssperren aufsetzten. Bislang hat der Hersteller noch nicht nachgeliefert, hat aber ein Konzept.

Aurich - Noch eine Weile Geduld brauchen Autofahrer, wenn sie mit tiefergelegten oder langen Fahrzeugen heruntergeklappte – also in dem Moment offene – Zufahrtssperren in der Auricher Innenstadt überqueren wollen. Diese sind nämlich immer noch so hoch, dass tiefer gelegte Fahrzeuge, Autos oder Anhänger mit langem Radstand oder auch einachsige Anhänger beim Überfahren der Sperren aufsetzen können.

Nach dem Heidemarkt kam es zu Beschwerden, weil Autos mit langem Radstand aufgesetzt waren. Foto: Matthias Hippen
Nach dem Heidemarkt kam es zu Beschwerden, weil Autos mit langem Radstand aufgesetzt waren. Foto: Matthias Hippen

Angeschafft hat die Zufahrtssperren, die zur Terrorabwehr bei Veranstaltungen dienen, im Sommer die Stadt Aurich. Eingesetzt wurden sie erstmals beim Weinfest im Juli. Nach dem Herbstmarkt gab es Beschwerden in sozialen Netzwerken, dass einige Fahrzeuge Probleme beim Überfahren haben.

Die Brücke des Road Blockers M 30 ist relativ hoch und ziemlich kurz, sodass einige Fahrzeuge aufsetzen. Foto: Matthias Hippen
Die Brücke des Road Blockers M 30 ist relativ hoch und ziemlich kurz, sodass einige Fahrzeuge aufsetzen. Foto: Matthias Hippen

Die Stadt habe sich daraufhin mit dem Hersteller der Sperren, die Firma Hörmann aus Steinhagen, in Verbindung gesetzt, sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht auf Nachfrage. Das Problem sei in etlichen Städten aufgetreten.

Firma arbeitet an Nachbesserung

Die Firma habe daraufhin angekündigt, Abhilfe zu schaffen, indem sie eine Verlängerung für die Brücke produziert, und zwar zeitnah, so Lücht. Bis die Teile ausgeliefert sind, müssten die Autofahrer noch sehr vorsichtig und langsam über die Sperren fahren. Wobei das langsame Überfahren grundsätzlich ohnehin Sinn der Brücken sei, betonte der Ordnungsamtsleiter.

In der Lilienstraße wird die Klappe abgesenkt, wenn der Weihnachtszauber zu hat und Lieferverkehr oder Müllwagen passieren müssen. Foto: Matthias Hippen
In der Lilienstraße wird die Klappe abgesenkt, wenn der Weihnachtszauber zu hat und Lieferverkehr oder Müllwagen passieren müssen. Foto: Matthias Hippen

Ein Termin für die Nachbesserung sei von Hörmann noch nicht genannt worden. Und bislang sind auch keine zusätzlichen Bauteile geliefert worden, so Lücht. Immerhin seien sicherlich viele Städte jetzt damit zu beliefern. Er gehe davon aus, dass es noch einige Wochen dauere, bis die zusätzlichen Bauteile kommen. Der Hersteller Hörmann reagierte seit dem 3. Dezember noch nicht auf die Anfrage unserer Redaktion.

In zwei Straßen bleiben die Klappen oben

Insgesamt hat die Stadt fünf dieser Brücken mit dem Namen Road Blocker M30 sowie 25 massive Sperrpoller im Einsatz.

In der Hafenstraße reichen Poller, um die Zuwegung zu versperren. Die Durchfahrt ist nicht für rettungsverkehr nötig. Foto: Karin Böhmer
In der Hafenstraße reichen Poller, um die Zuwegung zu versperren. Die Durchfahrt ist nicht für rettungsverkehr nötig. Foto: Karin Böhmer

In der Marktstraße und der Lilienstraße seien die Klappen der Brücken auch eigentlich durchgängig ab Nachmittag hochgeklappt, weil die beiden Straßen nicht als Rettungswege eingeplant sind, sagte Lücht. Dort würden die Klappen dann eigentlich nur abgesenkt, wenn Müllfahrzeuge passieren müssten. Die Straßen seien in dem Bereich aber auch so beschildert worden, dass Autoverkehr dort in der Phase des Weihnachtszaubers eigentlich nicht zu erwarten sei.

Der Fußweg zwischen Burgstraße und Schloss wurde zur Sicherheit auch für Autos blockiert. Foto: Karin Böhmer
Der Fußweg zwischen Burgstraße und Schloss wurde zur Sicherheit auch für Autos blockiert. Foto: Karin Böhmer

Die anderen drei Sperren werden am Nachmittag hochgeklappt und nach Ende des Weihnachtszaubers am späten Abend wieder abgesenkt. In der Sperrzeit werden sie laut Lücht von Security-Mitarbeitern bewacht. Anders als in einigen anderen Städten haben diese Mitarbeiter kein „Häuschen“, sondern beobachten die Lage vom Auto aus.

Möglichst alle Schlupflöcher gestopft

Diese sollen nicht nur sicherstellen, dass im Notfall die Sperren umgehend für anrückende Rettungskräfte geöffnet werden. Sie müssen auch darauf achten, dass kein Fahrzeug vor den Sperren hält – nicht einmal kurz. Denn schließlich handelt es sich um die Rettungswege. Das verursache zwar Personalkosten beim Sicherheitsdienst, sei aber auch die sicherste Variante, so Lücht.

Am Ende des Lambertshofs steht verstärkt ein Betonklotz die üblichen Poller, damit kein Auto in die Burgstraße gelangen kann. Foto: Karin Böhmer
Am Ende des Lambertshofs steht verstärkt ein Betonklotz die üblichen Poller, damit kein Auto in die Burgstraße gelangen kann. Foto: Karin Böhmer

Auch Radfahrer haben gegenüber der Redaktion gesagt, dass sie die Brücken gewöhnungsbedürftig finden. Bei Nässe seien sie beispielsweise rutschig. Wie Lücht auf Nachfrage sagte, hätte die Stadt noch keine Beschwerden von Radfahrern erreicht. Da an den Sperren wenig Reflektierendes angebracht sei, werde noch überlegt, ob dies noch verstärkt werden soll.

Am Durchgang von der Burgstraße zum Haupteingang der Lambertikirche hat die Stadt mit einem Betonklotz abgesperrt. Foto: Karin Böhmer
Am Durchgang von der Burgstraße zum Haupteingang der Lambertikirche hat die Stadt mit einem Betonklotz abgesperrt. Foto: Karin Böhmer

Neben den fünf Brücken hat die Stadt auch 25 Poller aufgebaut. Oftmals an den Seiten der Brücken, um die Zuwegungen auf voller Breite zu blockieren. Doch auch die Betonklötze, die die Stadt schon länger als Absperrung nutzt, sind weiterhin im Einsatz. Es sei versucht worden, alle Schlupflöcher zu stopfen, so Lücht. Und so sei beispielsweise auch die Durchfahrt von der Marktpassage zum Marktplatz, die Durchfahrt vom Georgswall an der Brandkasse zur Osterstraße oder auch der Durchgang von der Burgstraße zum Haupteingang der Lambertikirche versperrt worden.

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