Auricher Bürgermeisterwahl CDU stellt sich hinter Sarah Buss
Der CDU-Stadtverband Aurich unterstützt bei der Bürgermeisterwahl die parteilose Kandidatin. Sie lobt dabei verschiedene Eigenschaften der Richterin.
Aurich - Die Pressemitteilung beginnt mit „Verantwortung vor Parteitaktik“: Der CDU-Stadtverband Aurich hat sich entschieden, für die Bürgermeisterwahl 2026 keinen eigenen Kandidaten zu suchen, sondern die parteilose Sarah Buss zu unterstützen. Das teilte Stadtverbandsvorsitzender Jens Zimmerling mit. Die Auricher CDU-Mitglieder sprachen sich auf einer Mitgliederversammlung nun mit 100 Prozent für Buss aus.
„Ich sage es ganz klar: Beim Bürgermeisteramt geht es nicht um Parteitaktik, sondern um Verantwortung für unsere Stadt“, betont Zimmerling. „Mit Sarah Buss unterstützen wir eine Kandidatin, die beides mitbringt: mehrjährige Erfahrung in Stadtrat und Kreistag und über 15 Jahre Arbeit als Strafrichterin am Amtsgericht. Sie kennt das Recht, sie kennt die Menschen und sie kennt Aurich.“ Buss ist 2021 für die FDP in die Auricher Gremien eingezogen. Die dreiköpfige FDP-Fraktion schloss sich nach einigen Monaten mit der CDU zu einer Ratsgruppe zusammen. Mit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den Auricher Bürgermeisterstuhl im Oktober 2025 hat Buss die FDP verlassen, um sich als parteilose Kandidatin „allein in den Dienst der Stadt stellen“ zu können, wie sie damals mitteilte.
CDU: „Eine Bürgermeisterin muss Konflikte lösen können“
Die CDU verweist auf die gewachsenen Herausforderungen in Aurich: angespannter Haushalt, schwierige wirtschaftliche Lage, hohe Ansprüche an die Verwaltung, Sorge um die Schwächsten in der Gesellschaft, Klima- und Verkehrswende, Personalführung und Rechtssicherheit. „Eine Bürgermeisterin muss Konflikte lösen können, nicht neue schaffen. In einer Situation zählt, was eine Person kann und wofür sie steht – nicht die Farbe ihres Parteibuchs“, betont Zimmerling.
Buss verbinde juristische Kompetenz mit kommunaler Praxis und sei ein echter Gewinn für Aurich, heißt es aus dem Stadtverband. Für die CDU zähle bei dieser Wahl die Person. Laut Zimmerling komme es in der wirtschaftlich und finanziell schwierigen Lage Aurichs „auf die Stärke der Person an“. Mit Sarah Buss gebe es „eine starke Frau, die beruflich wie familiär fest auf dem Boden der Tatsachen steht, die aus ihrer richterlichen Erfahrung viele Facetten der aktuellen menschlichen Probleme kennt und den Menschen zuhört“, so der Stadtverbandsvorsitzende.
Andeutung über neue politische Herausforderungen
Er spart auch eine Andeutung nicht aus, die sich auf die AfD beziehen dürfte: „Die politischen Verhältnisse werden sich vermutlich ändern, Sarah Buss weiß wie man vermittelt und lenkt. Genau darauf kommt es jetzt an: die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen die besten Lösungen für Aurich zu entwickeln.“
Zugleich stelle die CDU klar, dass sie weiterhin eine verlässliche politische Kraft im Rat bleibe, die Verantwortung übernehme und für klare Werte stehe. „Verlässlichkeit, Heimatverbundenheit, Respekt vor dem Recht und ein klares Ja zur Sozialen Verantwortung und Marktwirtschaft – das ist das Fundament der CDU. Auf diesem Fundament kann Sarah Buss als Bürgermeisterin für Aurich bauen“, so Zimmerling. Buss dürfe im Wahlkampf mit sichtbarer Unterstützung rechnen. Dabei solle auch deutlich werden, wie wichtig ein gutes Miteinander von Rathaus und Rat sei.
Somit haben sich die beiden großen Parteien im Auricher Rat auf einen jeweiligen Kandidaten festgelegt. Die CDU auf Buss, die SPD auf Julian Jetses. Bei der Wahl 2019 unterstützten sie noch zusammen den parteilosen Hardwig Kuiper, der dann gegen den jetzigen Bürgermeister Horst Feddermann unterlag.