SVG mit Arbeitssieg Serie des SV Großefehn hält, aber Schwächen bleiben
Fehntjer bleiben auch nach dem letzten Spiel vor der Winterpause ungeschlagen. Zwei Elfmeter sorgen für die Wende. SVG-Trainer Bi Le Tran sieht aber noch Verbesserungsbedarf.
Großefehn – Die Bezirksligafußballer des SV Großefehn haben sich am Sonnabend ungeschlagen in die Winterpause verabschiedet. „Eine klasse Bilanz“, meinte SVG-Trainer Bi Le Tran, „wenn da eine Sache nicht wäre.“ Der Tabellenzweite setzte sich zu Hause gegen Germania Leer mit 3:2 Toren durch. Eine bittere Niederlage für die Gäste, die zur Pause noch 2:1 führten. Großefehn wendete das Spiel im zweiten Durchgang mit zwei Elfmetertoren und offenbarte eine grundsätzliche Schwäche.
Überlegen und erfolglos
Rund 100 Zuschauer fanden sich am Rande des Kunstrasenplatzes ein. Einige Fans blickten mit angespannten Mienen dem Duell mit Leer entgegen.
„In den letzten Wochen haben wir uns schwer getan, es fehlten die überzeugenden Siege“, meinte ein SVG-Fan. Er sprach aus, was die Fehntjer in der ersten Hälfte gegen Leer zeigen sollten. Sie hatten mehr Ballbesitz, erspielten sich mehr Ecken und schossen häufiger auf das gegnerische Tor.
Vergebene Mühe, denn der Leeraner Torwart Florian Demhartner erwischte einen grandiosen Tag. Er entschärfte schon in den ersten Minuten gefährliche Schüsse von Ralf Aden (5.) und Amar Karan (9.).
Leer stand kompakt, ließ Großefehn anrennen und wartete auf Kontermöglichkeiten. So wie in der elften Minute, als das Umschaltspiel der Gäste perfekt funktionierte und David King Joachim mit einem sehenswerten Heber den Ball in den oberen rechten Winkel zum 1:0 für Leer beförderte. Für SVG-Torwart Timo Kuhlmann ein unhaltbares Ding.
Leer riegelte den Strafraum fortan noch konsequenter ab. Der Abwehrwall hielt bis zur 30. Minute. Kapitän Ralf Aden schloss einen kraftvollen Sololauf auf der linken Seite mit einem Schuss ins gegnerische Netz zum 1:1 ab.
Dämpfer vor dem Pausenpfiff
Nach dem Ausgleichstor blieben fortan gefährliche Aktionen in und vor den Strafräumen aus. Ein Friedensabkommen, das kurz vor dem Pausenpfiff von Leer aufgekündigt wurde. Die Gäste bereinigten einen Angriff der Fehntjer. Sie trugen den Ball über drei Stationen rasch nach vorne vor die Füße von Kapitän Kassem Mdayhli, der zur 2:1-Halbzeitführung für die Germanen einschoss.
Ein effektiver Auftritt der Leeraner in Halbzeit eins, der die Gesichter der Gastgeber mit Sorgenfalten zeichnete. Auch, weil Tabellenführer Pewsum zur Halbzeit in Hage mit 2:0 führte und in der Blitztabelle neun Zähler Vorsprung auf Verfolger Großefehn aufwies.
Der SVG stand unter Druck, die Wende musste in der zweiten Hälfte her. Das fanden auch die beiden „SVG-Ultras“, die Fahnenschwenker und „SVGeeee“-Rufer.
„Jetzt muss es schnell klingeln, sonst ist es vorbei“, sagte einer der Anhänger. Als ob seine Worte in Fleisch und Blut der Mannschaft übergegangen waren, erhöhte Großefehn von der ersten Minute der zweiten Hälfte an den Druck und die Intensität.
SVG mit Wucht
Leer wurde von der Wucht der Fehntjer Offensive am eigenen Strafraum festgenagelt. Der Einbahnstraßenfußball des SVG trug aber erst nach einer Stunde Spielzeit Früchte.
Ein klares Handspiel eines Leeraners im eigenen Strafraum brachte der Heimelf einen Elfmeter ein. Sven Adam verwandelte sicher zum 2:2. Wenige Minuten später durfte er sich noch einmal den Ball auf den Elfmeterpunkt zurechtlegen. Sein zuvor eingewechselter Mitspieler Shawn King war im Strafraum umgerissen worden. Ein überflüssiges Foul mit Folgen. Der zweite Elfmeter für den SVG. Erneut behielt Adam die Nerven und brachte seine Crew mit 3:2 in Führung (70.).
Leer war geschlagen. Kein Aufbäumen mehr. Großefehn ließ nicht locker, erspielte sich bis zum Abpfiff mehrere Großchancen, die allesamt Beute des hervorragenden Germanen-Torwarts wurden oder zweimal an einem Pfosten abprallten.
Aufgabe für die Winterpause
„Ein 4:2 oder 5:2 wäre hoch verdient gewesen“, meinte ein Fan, stattdessen sprang „nach einer schweren Geburt nur ein Arbeitssieg heraus“.
Damit hatte SVG-Trainer Bi Le Tran kein Problem. „Ob 1:0 oder 5:4, Hauptsache wir haben gewonnen und den Auftrag erfüllt“, meinte der sichtlich erleichterte SVG-Trainer.
Bis Ende Januar ruht der Ball. Zeit zum Ausspannen und Nachdenken, meinte Bi Le Tran. Er will die Zeit nutzen und sich Gedanken machen, wie die Mannschaft ihre Chancenverwertung verbessern kann. Eine Schwäche, die das Titelrennen mit Pewsum zu Lasten der Fehntjer entscheiden könnte. Tran ist hochzufrieden mit der Bilanz zur Winterpause. „14 Siege, zwei Unentschieden und keine Niederlagen: Ein starkes Zwischenergebnis, wäre da nicht noch Pewsum“, unkte der SVG-Trainer.