Das lange Warten  Massive Verzögerung beim neuen Auricher Anrufbus

| | 28.11.2025 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Lücke zwischen dem im Sommer ausgelaufenen Anrufbus und dem nächsten Auricher ÖPNV-Angebot wird wohl länger werden als gehofft. Foto: Romuald Banik
Die Lücke zwischen dem im Sommer ausgelaufenen Anrufbus und dem nächsten Auricher ÖPNV-Angebot wird wohl länger werden als gehofft. Foto: Romuald Banik
Artikel teilen:

Schon jetzt droht eine stattliche Verspätung: Obwohl es vier Angebote für ein Auricher Bus-Angebot gibt, hat die Landesverkehrsgesellschaft kräftig auf die Bremse getreten. Das sind die Hintergründe.

Aurich - Eigentlich hätten bei den Auricher Anrufbus-Nutzern die Sektkorken knallen können. Nach dem Aus des defizitären Auricher Stadtverkehrs in diesem Sommer hatte sich eine Mehrheit des Stadtrates geeinigt, ein Interessenbekundungsverfahren für ein neues Angebot durchzuführen. Und dabei gab es sogar mehr Interessenten, als von den Pessimisten jemals erwartet worden wären. Alles sah gut aus.

Neben den vier eingereichten Angeboten gab es aber auch Post - und zwar von der Landesverkehrsgesellschaft. Dieser Brief trieb den Korken umgehend zurück in die Sektflasche. Denn ungeachtet des jahrzehntelang bestehenden Auricher Anrufbusses erlaubte die Landesverkehrsgesellschaft sich den Hinweis, dass die Stadt Aurich für ÖPNV gar nicht zuständig sei. Das war sie nie. Aber beim letzten Mal konnte sie mit enger Abstimmung mit dem eigentlichen Aufgabenträger, dem Landkreis, dennoch tätig werden. Unter anderem wurde damals vereinbart, dass der städtische Bus in den Schulanfangs- und -endzeiten zu pausieren hat, um keine Konkurrenz zu den Schulbuslinien zu schaffen.

Verwaltung: In den Gesprächen wird viel zu klären sein

Nun muss der Landkreis offiziell diese Aufgabe an die Stadt Aurich abtreten. Und dafür müssen Verhandlungen geführt werden. Dass die Stadt diese Gespräche führen soll, hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss am Donnerstag, 27. November 2025, deutlich signalisiert. Dennoch war der Frust groß, dass diese unerwartete Hürde die Zeit bis zur Wiedereinführung beziehungsweise Neueinführung eines städtischen Angebots deutlich verlängern wird.

Der Auricher Verkehrsplaner Volker Alberts und Stadtbaurat Mirko Wento ließen wenig Zweifel daran, dass in diesen Gesprächen sehr viel zu klären sein wird. Eine erste Unterredung hat stattgefunden, so Wento. Es gehe um eine Vielzahl von Fragen, von der Tarifstruktur bis hin zur Vernetzung der Angebote. Fragen, wie lange es bis zu einer Klärung dauern werde, beantworteten beide Rathausmitarbeiter ausweichend. Es klang aber durch, dass eine einjährige Verzögerung erwartbar sei.

Nach einer Einigung kommt eine EU-weite Ausschreibung

Und dann ist der Drops nicht gelutscht und der Auftrag geht an das beste Angebot im Interessenbekundungsverfahren. Dies habe nur dazu gedient abzufragen, ob Interesse bestehe und mit welchen Angeboten die Interessenten auf die Stadt zukommen. Für die tatsächliche Auftragsvergabe wäre nach der Abtretung der Zuständigkeit vonseiten des Landkreises noch eine europaweite Ausschreibung nötig, bestätigte Alberts. Auch dafür lasse sich kaum ein verbindlicher Zeitrahmen nennen. Es habe aber schon Verfahren gegeben, die rund zwei Jahre gedauert hätten.

Rosemarie Legendre, die treue Anrufbus-Nutzerin war und sich in dieser Rolle gegenüber dem Stadtrat für eine Fortführung des städtischen Busangebots starkgemacht hatte, war als Gast in der Sitzung. Trotz der schlechten Nachrichten klopfte sie Beifall, als die Verwaltung die Unterstützung für weitere Gespräche mit dem Landkreis bekam.

Ähnliche Artikel