Suche nach Leitbild Neuer Slogan für Aurich gefordert
„Aurich – Stadt der regenerativen Energien“ oder „Ich seh dich in Aurich“ haben sich offenbar abgenutzt. In Politik und Kaufmannschaft gibt es den Wunsch nach etwas Greifbarem und Einladendem.
Aurich - New York ist die Stadt, die niemals schläft. Paris ist die Stadt der Liebe. Und Aurich die Stadt der regenerativen Energien. Das Problem: Wenn man diesen Slogan in eine Suchmaschine eingibt, erhält man kaum Treffer. Lediglich das EEZ und die Wirtschaftsförderung machen sich den Slogan zu eigen. Und wenn man nur „Stadt der regenerativen Energien“ eingibt? Dann stößt man auf Feldheim, Freiberg, Fürth sowie auf Wittmund und Emden. Jedenfalls nicht auf Aurich.
An zwei Stellen in der Stadt sind nun Diskussionen über ein neues Stadtmotto losgegangen. Zum einen diskutierte der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtmarketing kürzlich einen Antrag der Fraktion GfA/P. Specken. Heidrun Weber erläuterte das Anliegen. Kleine Städte müssten eine Geschichte erzählen und einen eigenen Mythos kreieren. Das habe auch die Auricher Stadtmarketing-Chefin Maike Theesfeld angesprochen, so Weber. Die Nachbarstädte machten es vor und betonten ihre Alleinstellungsmerkmale. In Emden seien dies beispielsweise die Seehafenstadt, Henri Nannen und Otto, in Esens der Bär und in Norden Klaus-Peter Wolf.
GfA: Wind ließe sich vielfältig sichtbar machen
Aurich sei eng mit dem Windkraftkonzern Enercon und regenerativen Energien verbunden, so Weber. Aber im Stadtbild sei dies kaum zu sehen. Deshalb solle Aurich sich als Wind-Stadt definieren. Dies könne als Marketing-Faktor für Touristen, aber auch zum Identifikationspunkt für Einheimische dienen.
Passend dazu könne das Motto in der Innenstadt mit Windspielen und Windinstallationen sichtbar gemacht werden. Dabei könnten beispielsweise Schüler der BBS oder die Kunstschule ihr kreatives Können verwirklichen. Als Beispiel für Veranstaltungen, die zum Motto passen würden, nannte Weber das Kunstfestival „Bewegter Wind“ in Nordhessen. Seit 2004 finden dort thematische Landschaftsausstellungen statt. Ebenso wäre ein Drachenfestival denkbar, so Weber. Aurich könnte zudem mit Slogans wie „Aurich - Stadt mit Rückenwind“ werben.
Rückenwind gab es im Ausschuss für diese Idee jedoch nicht. Stattdessen Gegenwind. Aurich sei schon Stadt der regenerativen Energien, befand beispielsweise Artur Mannott. Das sei ausreichend.
Der Vorstoß scheiterte in diesem Ausschuss mit großer Mehrheit.
Kaufmannschaft hat vier Ideen in petto - aber schon einen Favoriten
Nahezu gleichzeitig regte sich auch im Kaufmännischen Verein (KV) der Wunsch nach einem Slogan beziehungsweise einem ganzen Leitbild für die Stadt. KV-Vorsitzender Udo Hippen stellte dies Ansinnen bei der Mitgliederversammlung vor und hatte auch schon Ideen im Gepäck: „Aurich - das Herz Ostfrieslands“, „Aurich - Lebendige Vielfalt erleben“, „Aurich - Tradition trifft Moderne“ oder auch „Aurich - Gemeinsam gestalten wir Zukunft“. Sein persönlicher Favorit und auch der von KV-Schriftführerin Heida Haltermann sei „Aurich - hier schlägt das Herz Ostfrieslands“. Sie habe das Thema Leitbild KV-intern schon länger vorangetrieben, so Hippen.
Einen ganz ähnlichen Slogan „im Herzen Ostfrieslands“ habe es schon gegeben, so Hippen. Damals sei auf die zentrale Lage der Stadt angespielt worden. Doch es gebe auch zahlreiche andere Dinge, die dieses Motto perfekt passend machten. Denn in Aurich pulsiere mit den vielen Veranstaltungen, die es in der Stadt gebe, das Leben. Die Innenstadt strahle eine große Herzlichkeit aus, was immer wieder positiv von Gästen angemerkt werde.
Hippen: Vision und Mission zugleich
Die Vision dahinter sei, dass Aurich das lebendige Herz Ostfrieslands sei, wo Tradition und Moderne harmonisch verschmelzen. Deshalb solle als Mission eine einladende und dynamische Innenstadt gefördert werden, die durch ihre
Vielfalt an Geschäften, Gastronomie und Veranstaltungen besteche und sowohl
Einheimische als auch Besucher begeistere, so Hippen. Die damit verbundenen Werte seien Gastfreundschaft, Vielfalt, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft.
Auch Hippen ist der Ansicht, dass die Stadt ein gemeinschaftsstiftendes Leitbild braucht. Der derzeit verwendete Slogan „Ich seh dich in Aurich“ sei gut, lasse sich aber mit dem Herzthema auch wunderbar kombinieren. Insgesamt strahle es aber zu wenig aus, was die Einheimischen an Aurich begeistert und die Gäste herlockt. Das sei mit „Aurich: Hier schlägt das Herz Ostfrieslands“ viel lebendiger umschrieben, so der KV-Vorsitzende.