Idee für Betreuung  Neuer Vorschlag für Kita in Woldenhof

| | 19.11.2025 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Woldenhof in Wiegboldsbur. Foto: Holger Janssen
Der Woldenhof in Wiegboldsbur. Foto: Holger Janssen
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Die CDU/FDP-Gruppe hat einen neuen Vorschlag gemacht, wie die künftige Nutzung des Woldenhofes in Wiegboldsbur aussehen könnte. Was genau dahinter steckt und wo die Gründe liegen.

Wiegboldsbur - Die politische Debatte um den geplanten Neubau der Kindertagesstätte (Kita) in Theene erhält neue Nahrung. Die CDU/FDP-Gruppe im Gemeinderat Südbrookmerland hat einen überarbeiteten Vorschlag vorgelegt, der einen älteren Diskussionsansatz wieder aufnimmt: die Nutzung des Woldenhofs in Wiegboldsbur als Kita-Standort. Bereits im September dieses Jahres war dieser Gedanke Teil eines umfangreicheren Antrages der Ratsgruppe. Doch der Woldenhof-Gedanke wurde im zuständigen Fachausschuss schnell wieder verworfen. Nun wird das Konzept konkretisiert – und mit dem Antrag verbunden, die Realisierbarkeit neu zu prüfen.

Fraktion spricht von Sanierungsstau

Kern des Antrags ist ein verändertes Nutzungskonzept: Drei Kindergartengruppen sollen im Woldenhof untergebracht werden, die beiden Krippengruppen dagegen in das bisherige Gebäude des Kindergartens Theene an der Forlitzer Straße in Theene einziehen. Diese Aufteilung unterscheidet sich von der ursprünglichen Idee, alle fünf Gruppen in Wiegboldsbur unterzubringen. Diesen Ansatz hatte die Verwaltung im Herbst mit Verweis auf Platzmangel verworfen. Der Woldenhof reiche dafür nicht aus, hieß es.

Die CDU/FDP-Gruppe sieht in ihrem neuen Vorschlag gleich mehrere Vorteile. Vor allem die mögliche Einsparung der geplanten Neubaukosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro wird als zentrales Argument genannt. Das gemeindeeigene Grundstück hinter der ehemaligen Grundschule in Neu-Ekels, auf dem die neue Kita entstehen soll, könnte in diesem Fall für andere Projekte erhalten bleiben – beispielsweise für Maßnahmen im Zusammenhang mit zunehmenden Starkregenereignissen. Der Woldenhof wiederum könnte als gemeindeeigenes, sanierungsbedürftiges Gebäude eine neue, langfristig tragfähige Nutzung erhalten.

Zugleich stellt die Fraktion einen Sanierungsstau am Woldenhof fest und kritisiert, dass der derzeitige Pächter – der Naturschutzbund (Nabu)– seinen vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf die Instandhaltung des Gebäudes nicht ausreichend nachkomme. Details nennt die Ratsgruppe dazu nicht. Der Pachtvertrag läuft laut Antrag noch bis 2029. Ob eine vorzeitige Kündigung oder einvernehmliche Auflösung des Vertrags möglich ist, soll geprüft werden.

Ein zentraler Bestandteil des Prüfauftrags betrifft die Wirtschaftlichkeit. Der Antrag zielt darauf ab, eine belastbare Kostenschätzung für die notwendige Sanierung des Woldenhofs zu erhalten. Zudem soll geprüft werden, ob und in welcher Höhe Fördermittel in Anspruch genommen werden können. Als Referenzprojekt verweist die CDU/FDP auf den Gulfhof Rieken in Westerende-Kirchloog, der kürzlich für die Nutzung als Kita umgebaut wurde. Auch dort handelte es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Ob sich dieses Modell auf den Woldenhof übertragen lässt, soll geprüft werden, wenn es nach den Vorstellungen der CDU/FDP-Gruppe geht.

Die räumliche Trennung von Kindergarten und Krippe bewertet die CDU/FDP-Gruppe als vertretbar. Beide Standorte seien nur wenige Minuten voneinander entfernt. Gleichzeitig biete der Woldenhof Grundstücksreserven für mögliche Erweiterungen – eine Option, die am vorgesehenen Neubau-Standort in Theene nicht in gleichem Maß gegeben sei.

Debatte wohl erst im kommenden Jahr

Politisch steht der neue Vorschlag noch ganz am Anfang und dürfte in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Schulen, Kindertagesstätten und Soziales diskutiert werden. Allerdings wohl erst im kommenden Jahr. Für das laufende Jahr ist für diesen Ausschuss keine Sitzung mehr terminiert.

Wie berichtet, wird der Neubau einer Kita in Neu-Ekels schon seit einigen Jahren geplant. Mit dem bislang verfolgten Entwurf, der einen Karré-Bau mit Innenhof vorsah, konnte sich die Politik jedoch nie so richtig anfreunden. Deshalb wurde zuletzt ein neuer Entwurf vorgelegt. Eigentlich hatte sich die Politik davon versprochen, Kosten zu sparen. Doch die von der Verwaltung errechnete Ersparnis durch den neuen Entwurf fiel deutlich geringer aus, als erhofft. Deshalb beschäftigen sich Teile der Politik nun mit Alternativen. Der Ausgang der Debatte ist offen.

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