Kampf gegen „Elterntaxis“ Halteverbot an Moordorfer Grundschule geplant
Politik und Verwaltung sagen „Elterntaxis“ an der Moordorfer Grundschule den Kampf an. Dazu soll schon bald ein Halteverbot verhängt werden. Welche Maßnahme sonst noch kommen könnte.
Moordorf - Es ist täglich das gleiche Bild: Vor allem mittags säumen zahlreiche Autos Teile der Ringstraße sowie des Mittelweges im Bereich der Moordorfer Grundschule. Sogenannte Elterntaxis warten nach Unterrichtsschluss auf die Kinder. Anwohner sind einerseits genervt und sorgen sich aufgrund ihrer Beobachtungen zunehmend auch um die Sicherheit der Kinder, die ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Wegen der parkenden Autos am Fahrbahnrand sei die Situation oft unübersichtlich.
Einer dieser Anwohner ist Ratsherr Daniel Röpkes. Vermutlich auch aufgrund seiner Beobachtungen brachte das Bündnis Südbrookmerland das Thema auf die politische Tagesordnung. Und zwar mit dem Vorschlag, eine brachliegende gemeindeeigene Fläche in einen Parkplatz für Elterntaxis umzuwandeln.
Die Idee des Antrages: Ein rund 1350 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Mittelweg/Ringstraße könnte geschottert und als Parkfläche für die benachbarte Grundschule ausgewiesen werden. So müssten die Eltern nicht mehr am Straßenrand parken, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen.
Alle Fraktionen sehen Handlungsbedarf
Am Donnerstag wurde im Südbrookmerlander Bauausschuss über das Thema diskutiert. Grundsätzlich teilen offenbar alle Fraktionen den Eindruck, dass sich an der Situation vor Ort etwas ändern muss. Auch wegen der Anwohner, vor allem aber wegen der Sicherheit der Kinder. Diese müssten die parkenden Autos umrunden, was immer wieder für gefährliche Situationen sorge, so Röpkes. „Keiner will, dass einem Kind etwas passiert“, sagte Hinrich Albrecht (SPD). Der Handlungsbedarf stehe außer Frage. Detlev Krüger, Chef der FWG-Fraktion im Gemeinderat, konnte dem Vorschlag des Bündnisses ebenfalls einiges abgewinnen.
Doch so einfach, wie die Umwandlung der Fläche in einen Parkplatz klingt, scheint es nicht zu sein. So wies die Gemeindeverwaltung darauf hin, dass dadurch auch eine neue Zu- und Abfahrt geschaffen werde. Binnen kurzer Zeit müssten zahlreiche Autos den Fuß- und Radweg überqueren. Auch dies könne für Gefahrenpotenzial sorgen.
Bürgermeister mit Kompromissvorschlag
Bürgermeister Thomas Erdwiens verwies zudem auf die IGS in Moorhusen. Dort seien durch die Schaffung eines neuen Lehrerparkplatzes Flächen für „Elterntaxis“ freigeworden. Dies habe anfangs gut funktioniert. Mittlerweile hätten ihn jedoch erneut Berichte erreicht, wonach es dort zu Problemen komme.
Erdwiens stellte klar, dass er nicht gegen die Umwandlung der einst als Blühwiese genutzten Fläche sei. Jedoch sei dies nicht von heute auf morgen umsetzbar. Er schlug deshalb ein stufenweises Verfahren vor. Die Verwaltung könne sich beim Landkreis Aurich um den Erlass eines Halteverbots im Umfeld der Schule bemühen. „Und dann schauen wir, wie sich die Eltern verhalten.“ Sollte dies nicht ausreichen, könne die Herrichtung der Fläche als Parkplatz folgen.
Damit zeigte sich der Ausschuss im Wesentlichen einverstanden. Die Verwaltung wurde aber bereits beauftragt, die Kosten für die Herrichtung des Parkplatzes zu ermitteln. Und zwar in drei Varianten: Als gepflasterte Fläche, als Schotterplatz und als Fläche mit sogenannten Rasengittersteinen, um die Versiegelung in dem sensiblen Gebiet möglichst gering zu halten. Auf dieses Vorgehen einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig. Am heutigen Dienstag muss noch der Verwaltungsausschuss zustimmen. Dies gilt allerdings als reine Formsache.