Wirtschaft in Ostfriesland  So läuft es beim ostfriesischen Handelskonzern Bünting

| | 12.11.2025 17:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Handelskonzern Bünting hat seinen Sitz in Nortmoor. Foto: Aiko Recke
Der Handelskonzern Bünting hat seinen Sitz in Nortmoor. Foto: Aiko Recke
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Durch Tee sowie die Combi- und Famila-Supermärkte ist das Leeraner Traditionsunternehmen bekannt. Jetzt präsentierte der Chef aktuelle Geschäftszahlen. Ein Konzept soll weiter ausgebaut werden.

Nortmoor/Ostfriesland - Trotz einer spürbaren Kaufzurückhaltung bei den Kunden hat der Leeraner Handelskonzern Bünting, der zum Beispiel die Combi- und Famila-Märkte betreibt, Umsatz und Gewinn im Jahr 2024 auf dem stabilem Vorjahresniveau gehalten. Die Unternehmensgruppe, die mit 12.300 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region ist, erzielte den Angaben zufolge 2024 ein operatives Jahresergebnis (vor Steuern) von 31,3 Millionen Euro. Der Netto-Umsatz wurde um 3,5 Prozent auf rund 1,95 Milliarden Euro gesteigert.

„Wir blicken auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr 2024 zurück. Dazu beigetragen haben die konsequente Weiterentwicklung unserer Storekonzepte sowie die Optimierung unserer logistischen Prozesse“, sagte Vorstandsvorsitzender Markus Buntz am Mittwoch beim jährlichen Pressegespräch in der Unternehmenszentrale in Nortmoor. Mit dem strategischen Kurs baue man die Position im wettbewerbsintensiven Lebensmitteleinzelhandel nachhaltig aus, so Buntz.

Deutlich gestiegene Kosten und Mindestlohn

Das sei trotz deutlich gestiegener Kosten in vielen Bereichen und verhaltener Konsumstimmung gelungen. Die Inflation in allen Bereichen belaste grundsätzlich die Kaufkraft der Kunden. „Sie können jeden Euro nur einmal ausgeben“, so Buntz. Die gesamtwirtschaftlich schwierige Lage sorge für Verunsicherung, die Leute legten ihr Geld lieber zurück. Zudem seien sie „sehr preissensibel“, was Bünting mit eigenen Discountmarken wie „Jeden Tag“ abdecken will.

Der Vorstandsvorsitzende der Bünting-Unternehmensgruppe, Markus Buntz. Foto: Aiko Recke
Der Vorstandsvorsitzende der Bünting-Unternehmensgruppe, Markus Buntz. Foto: Aiko Recke

Einen zweistelligen Millionenbetrag wird Bünting auch die Anhebung des Mindestlohns 2026 kosten, so Buntz. Diese Maßnahme schiebe die gesamte Lohnentwicklung nach oben. Deshalb müsse man das Geld durch effizientere Prozesse an anderen Stellen wieder reinholen. Zugleich investiert Bünting kräftig, im Jahr 2024 waren es knapp 37,9 Millionen Euro, die vor allem in den Aus- und Umbau von Supermärkten im südniedersächsischen und westfälischen Gebiet flossen. Am Hauptsitz in Nortmoor soll bis Anfang 2027 für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Kühl-Lager entstehen.

Neun weitere „C-Boxen“ geplant

Weiter ausgebaut werden soll das Konzept der vollautonomen Mini-Supermärkte ohne Verkaufspersonal namens „C-Box“. Die ersten „C-Box“-Märkte waren in Bingum und Nortmoor (Kreis Leer) sowie in Lingen (Emsland) entstanden. Am Mittwoch wurde eine weitere C-Box in der Innenstadt von Leer vorgestellt, weitere sollen in Wymeer und Ditzumerverlaat (Rheiderland) folgen. Insgesamt sind laut Buntz neun weitere „C-Box“-Standorte in Planung. Um welche Orte es sind handelt, wollte der Bünting-Vorstandschef noch nicht verraten. Fakt sei aber: „Im ländlichen Umfeld, wo sich andere zurückgezogen haben, gibt es den Bedarf dafür. Wir haben viele Anfragen dafür.“ Die Investition pro „C-Box“ liegt laut Buntz bei einem „niedrigen sechsstelligen Betrag“. Allerdings benötige man ein gewisses Umsatzvolumen, damit sich die Investition rechne. Das „C-Box“-Konzept, mit dem Bünting sich schon lange beschäftige, sei zudem ein klares Bekenntnis zur Kundennähe in der Region, betonte Buntz.

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