Kurioses Spiel  Middels trotzt Unterzahl und siegt im Derby

In Middels ging es auf dem rutschigen Rasen zur Sache. In dieser Szene kämpften der Middelser Vaja Ivaniadze (rechts) und der Auricher Marvin Rothkegel um den Ball. Die Gastgeber gingen zum Schluss in doppelter Unterzahl noch als Sieger vom Platz. Foto: Jens Doden (Blomberg)
In Middels ging es auf dem rutschigen Rasen zur Sache. In dieser Szene kämpften der Middelser Vaja Ivaniadze (rechts) und der Auricher Marvin Rothkegel um den Ball. Die Gastgeber gingen zum Schluss in doppelter Unterzahl noch als Sieger vom Platz. Foto: Jens Doden (Blomberg)
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Die Gelb-Schwarzen besiegen trotz zweier Platzverweise die SpVg Aurich. Großefehn bleibt nach einem souveränen Sieg weiter im Titelrennen.

Aurich - Für Schlagzeilen sorgte in der Fußballbezirksliga der TuS Middels im Derby gegen die SpVg Aurich. Trotz zweier Hinausstellungen setzten sich die Middelser am Ende durch. Der SV Wallinghausen benötigte für das Gastspiel in Norden viel Geduld, ehe er die Partie mit zwei späten Toren zu seinen Gunsten entschied. Im Kellerduell kam der Vorletzte Wiesmoor zuhause gegen Schlusslicht Hinte nicht über ein Unentschieden hinaus. Im Kampf um Platz eins fuhr Großefehn in Borssum einen ungefährdeten Auswärtssieg ein, bleibt aber weiterhin punktgleich hinter Spitzenreiter Pewsum auf Platz zwei.

Überraschung im Derby

TuS Middels - SpVg Aurich 2:1

In doppelter Unterzahl verließ Middels den Platz als Sieger. Das Spiel hatte einige Wendungen parat. Die Gastgeber gingen durch einen Treffer von Precious Tenebe in Führung. Aurich kam in der 20. Minute zum Ausgleich, als sich der Middelser Torwart Ali Hamud und sein Vordermann Luca Freese nicht einig waren, wer sich um einen hohen Ball der Auricher kümmern sollte. Der Ball rollte ins TuS-Tor. Es wurde Freese als Eigentor zugeordnet. Kaum hatte Middels den unnötigen Gegentreffer verdaut, folgte der nächste Dämpfer. Gelb/Rot für Kedin Muwenge. Die Middelser kamen in Unterzahl unbeschadet mit dem 1:1 in die Pause. TuS-Trainer Tobias Ryl hatte ein gutes Gefühl. „Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen.“

Der Middelser Trainer Tobias Ryl bewertete den Derby-Erfolg in doppelter Unterzahl als „einen moralischen Teamsieg“. Foto: Jens Doden (Blomberg)
Der Middelser Trainer Tobias Ryl bewertete den Derby-Erfolg in doppelter Unterzahl als „einen moralischen Teamsieg“. Foto: Jens Doden (Blomberg)

Damit lag er richtig. Aurich drückte und drängte mächtig im zweiten Durchgang auf den Führungstreffer. Die Gäste waren klar spielbestimmend, aber sie trafen das gegnerische Tor nicht. Middels verteidigte geschickt und lauerte auf den einen oder anderen Konter. Mitte der zweiten Hälfte schlug erneut Tenebe zu und markierte das 2:1. Wenige Minuten später folgte das zweite Gelb/Rot für einen Middelser. Diesmal traf es Freese (75.). In doppelter Unterzahl verteidigte Middels erfolgreich bis zum Ende der achtminütigen Nachspielzeit den knappen Vorsprung. Ryl atmete auf: „Das war ein moralischer Teamsieg.“

Sein Gegenüber Daniel Franziskus musste nicht lange überlegen, um seine Spielanalyse auf den Punkt zu bringen. „Das war einfach von der Lauf- und Einsatzbereitschaft zu wenig.“

Der SpVg-Trainer sprach von einem der schlechtesten Spiele seiner Mannschaft in der laufenden Saison. Tief enttäuscht verließ Franziskus den Middelser Rasen. Er verzichtete auch auf eine Ansprache im Spielerkreis und kündigte eine Aufarbeitung der „unnötigen Niederlage“ an.

Skeptische Blick auf der Auricher Trainerbank. SpVg-Trainer Daniel Franzsikus sprach nach der Derbyniederlage von einem der schlechtesten Spiele der SpVg in der laufenden Saison. Foto: Jens Doden (Blomberg)
Skeptische Blick auf der Auricher Trainerbank. SpVg-Trainer Daniel Franzsikus sprach nach der Derbyniederlage von einem der schlechtesten Spiele der SpVg in der laufenden Saison. Foto: Jens Doden (Blomberg)

Tore: 1:0 Tenebe (4.), 1:1 Freese (20. ET), 2:1 Tenebe (66.).

Gelb/Rot: Muwenge (Middels/27.), Freese (Middels/75.).

TuS Middels: Malla Hamud, Freese, Ivaniadze, Muwenge, Agbodoh, Edu (63. Michael), Schmauder (78. Solomon), Kübler, Menzel, Omar (81. Meines), Tenebe.

SpVg Aurich: Laue, Berete (85. Chitaev), Isimaila (Y. Camara), M. Camara, Delphonse, Ahrens, Kruse (55. Antoni/88. Gerdes), Bamezon, Rothkegel, Sebari (81. Geis), Mouzong.

Wende im zweiten Durchgang

BW Borssum - SV Großefehn 0:3

Die Borssumer kamen als ein sperriger Gegner daher. Sie standen tief und zerstörten die Angriffsbemühungen des Tabellenzweiten. Torlos gingen beide Mannschaften in die Pause. SVG-Trainer Bi Le Tran gestand: „Wir hatten in der ersten Hälfte keine Lösungen parat.“ Das sollte sich aber im zweiten Durchgang ändern. Klaas Bikker leitete wenige Minuten nach Wiederanpfiff den Führungstreffer ein. Sein Schuss unter die Latte sprang zurück ins Feld. Leichte Beute für Shawn King, der den Ball per Kopf zurück ins gegnerische Tor beförderte. Ein Handelfmeter, der keiner war, sorgte für die Vorentscheidung. King (61.) schoss, sein Abpraller gelangte zu Lennard Martens, der einen Borssumer Spieler auf der Linie anschoss. Der Schiedsrichter sah ein Handspiel des Borssumers. Pfiff und Elfmeter für Großefehn. Sven Adam verwandelte sicher zum 2:0 für die Fehntjer. Borssum erhöhte fortan den Druck, ging aber vor dem SVG-Tor leer aus. Klaas Bikker schloss in der Nachspielzeit einen Konter zum 3:0-Endstand für Großefehn ab. Trainer Le Tran war zufrieden: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Pewsum geht weiter.“

Tore: 0:1 King (49.), 0:2 Adam (62. HE.), 0:3 Bikker (90+3).

SV Großefehn: Kuschel, Janssen (71. N. Bohlen), Freudenberg (65. Gerdes), King (64. Karan), Booms (68. T. Bohlen), Aden, Zimmermann (85. Müller), Bikker, Smidt, Martens, Adam.

Späte Tore

FC Norden - SV Wallinghausen 1:3

Die überlegenen Wallinghausener machten den Sieg erst in der langen Nachspielzeit klar. Norden nutzte einen Patzer der Gäste zum Führungstreffer. Zugleich auch die Pausenführung.

Wallinghausen glich zu Beginn der zweiten Hälfte aus. Bangaly Conde hatte getroffen. Trotz Gelb/Rot für Mirko Fröhlich (69.) setzte Wallinghausen auf Kunstrasen die Heimelf unter Druck. Die Gäste musste sich sehr lange gedulden, bis die drei Punkte unter Dach und Fach waren. In der 103. Minute gelang über Bande das 2:1. Jasper Mühlenbrock wurde im Strafraum umgerissen. Pfiff und Elfmeter für den SVW. Yanic Konda leistete sich einen Fehlversuch, den Marten Ackermann mit seinem erfolgreichen Nachschuss korrigierte. In der 105. Minute sorgten die Gebrüder Ackermann für die Entscheidung. Marten Ackermann bediente seinen Bruder Tammo mit einer Flanke und dieser bedankte sich mit dem 3:1-Endstand. Unterm Strich ein verdienter Erfolg der spielerisch überlegenen Wallinghausener, meinte SVW-Trainer Max Beccard, der in der Schlussphase mit Gelb/Rot aus dem Verkehr gezogen wurde.

Tore: 1:0 Boateng (20.), 1:1 Conde (51.), 1:2 M. Ackermann (90.+13), 1:3 T. Ackermann (90.+15).

SV Wallinghausen: J. Ahlers, K. Ahlers, Bogena, Günsel (81. Genske), Kugelmann (46. Mühlenbrock), Conde (89. T. Ackermann), Konda, Bender, Fröhlich, Siefkes, Folkers. (57. M. Ackermann).

Bitteres Remis

Germania Wiesmoor - TuS Hinte 1:1

Erst in der letzten Spielminute verloren die Wiesmoorer den sicher geglaubten Sieg und sanken nach dem Schlusspfiff enttäuscht zu Boden. In der Schlussoffensive der Gäste schoss Tobias Geiken aus gut 20 Metern unhaltbar ins Wiesmoorer Tor. Im Abstiegskampf hilft das Unentschieden beiden Mannschaften nicht weiter. In der ersten Halbzeit war deutlich zu sehen, warum beide Mannschaften abgeschlagen in der Bezirksliga sind. Wenig Ideen, viele lange Bälle und Zuspiele, die ihren Abnehmer nicht fanden. In der 37. Minute vergab Geiken noch freistehend vor Germanen-Torhüter Kevin Oltmanns.

Nach dem Wechsel fand Wiesmoor besser ins Spiel und vergab gleich eine riesige Gelegenheit zur Führung. Gerd Grotlüschen stand nach einem Katastrophen-Pass eines Hinteraners frei vor TuS-Torhüter Lasse Hoogestraat und war auch bereits an ihm vorbei. Aus kürzester Distanz schoss Grotlüschen den Ball unter Bedrängnis über das Tor. Jan Grotlüschen machte es in der 64. Minute besser und traf zum umjubelten 1:0. Danach zog sich Wiesmoor zurück und wurde in der Schlussminute bestraft.

Tore: 1:0 J. Grotlüschen (64.), 1:1 Geiken (90.).

Germania Wiesmoor: Oltmanns, Oejen (34. Pallasdies), Schott, J. Grotlüschen (70. Eilts), Swyter, Schoon, Lourens, Otto, Manes (76. Trinh), Meyer, G. Grotlüschen.

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