Bedürfnis bei Veranstaltungen  Dorf-AG Sandhorst fordert öffentliche Toilette am Dorfplatz

| | 06.11.2025 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Spätsommer 2023 wurde die erweiterte Boule-Bahn auf dem Sandhorster Dorfplatz im Rahmen des Kinderfests eröffnet. Foto: Maike Apel
Im Spätsommer 2023 wurde die erweiterte Boule-Bahn auf dem Sandhorster Dorfplatz im Rahmen des Kinderfests eröffnet. Foto: Maike Apel
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Der Dorf-AG Sandhorst wird die Anmietung eines Toilettenwagens für die Veranstaltungen auf Dauer zu teuer. Daher wünschen sie und die AWG sich ein WC-Häuschen. Die AG will auch selber etwas beitragen.

Sandhorst - In der Stadt Aurich gibt es elf Ortsräte - und zuweilen Frust, weil Vorschläge, die dort gemacht werden, nicht in die Debatte des Stadtrats vordringen. 2019 und 2020 beschwerten sich Vertreter aus der Kernstadt, aus Brockzetel/Wiesens und aus Sandhorst über fehlende Antworten auf Fragen aus den Ortsräten und über die fehlende Aufnahme von Vorschlägen, die in den Ortsratssitzungen gemacht werden. Nun gibt es erneut Frust bei einigen Mitgliedern im Ortsrat Sandhorst. Um ihrem Vorschlag Gehör zu verschaffen, hat sich nun die AWG-Fraktion im Stadtrat eingeschaltet und bringt den Vorschlag in die Ratspolitik ein.

Doch worum geht es genau? Im November 2023 wurde im Ortsrat Sandhorst der Wunsch geäußert, auf dem Dorfplatz eine feste öffentliche Toilettenanlage zu errichten. Im Protokoll der Sitzung heißt es: „Aufgrund der hohen Kosten für die Bereitstellung eines Toilettenwagens bei Veranstaltungen auf dem Dorfplatz in Sandhorst, wünschen sich die Ortsratsmitglieder für die Zukunft ein fest installiertes Toilettenhäuschen auf dem Veranstaltungsgelände.“

Besucher haben außerhalb der Ladenöffnungszeiten keine Möglichkeit

Am 4. März 2024 stellte Ortsratsmitglied Hinrikus Harms (AWG) dazu offiziell einen Antrag. Anderthalb Jahre später, am 22. Oktober 2025, wurde der Antrag von Hilde Ubben (AWG), die beratendes Mitglied im Ortsrat ist, mit einer Anfrage an Bürgermeister Horst Feddermann erneut aufgegriffen. Die Antwort der Stadtverwaltung folgte nach ihrer Aussage prompt – aber ernüchternd: Es habe lediglich geheißen, dass sich ein Schmutzwasserkanal auf dem Dorfplatz befinde, an den man einen Toilettenwagen anschließen könne.

Aus Sicht von Hilde Ubben, die auch Vorsitzende der Dorf-AG ist, ist dies jedoch keine praktikable Lösung. Denn für den Toilettenwagen seien jedes Mal zwischen 280 und 350 Euro aufzubringen. Zudem müsse jedes Mal eine deutlich höhere Kaution hinterlegt werden. Das könne die Dorf-AG mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern finanziell nicht leisten. Angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen vom Maibaumaufstellen und -abschmücken über die Müllsammelaktion und das Kinderfest bis hin zum Knollenpflanzen für die Frühjahrsblüte und zum Weihnachtsmarkt werde die jeweilige Anmietung eines Toilettenwagens zu teuer. Hinzu kämen Zirkusvorstellungen auf dem Dorfplatz und Hüpfburgparks. Gerade bei Letzteren müssten die Besucher mit ihren Kindern zum benachbarten Kik-Markt ausweichen - oder müssten sich im Notfall in der Umgebung erleichtern, heißt es nun im Antrag der AWG-Fraktion im Stadtrat. Zudem führt Ubben die Boule-Spieler ins Feld, die sich zweimal wöchentlich auf dem Dorfplatz zum Spiel treffen. Erst 2023 war die erste Boulebahn wegen ihrer Beliebtheit um zwei weitere Bahnen sowie Sitzbänke erweitert worden. Dies geschah auch, damit in Sandhorst grundsätzlich Boulewettbewerbe ausgetragen werden können.

Dorf-AG will sich am Bau und an der Reinigung beteiligen

Während früher der Sandhorster Krug regelmäßig geöffnet gewesen sei, sei dies nun nur noch bei dort gebuchten Veranstaltungen so, sagt Ubben. Eine funktionierende Toilettenanlage auf dem Dorfplatz sei längst überfällig. Die Anlage am Waldspielplatz bei Mutter Janssen sei ein gutes Beispiel.

Ubben möchte die Kosten für die Stadt dabei niedrig halten. In Sandhorst gebe es zahlreiche Handwerksbetriebe und engagierte Bürger, die bereit seien, beim Bau mitanzupacken. Ebenso sei die Dorf-AG bereit, sich vertraglich zu verpflichten, für die Reinigung zu sorgen, so Ubben. Die AWG-Fraktion schlägt daher vor, dass die Stadt Aurich Mittel für Baumaterialien zur Verfügung stellt, um die Errichtung und den Betrieb in Eigenregie durch die Ehrenamtlichen zu ermöglichen. Alternativ bringt die AWG-Fraktion noch die Anschaffung eines Toilettenwagens für Veranstaltungen auf dem Dorfplatz ins Gespräch. Dieser könne beim Betriebshof gelagert und bei Bedarf abgerufen werden.

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte die Stadtverwaltung mit, dass grundsätzlich die Errichtung eines solchen Gebäudes möglich sei. Inwiefern die Errichtung in Eigenregie erfolgen könne, sei Teil der Antragsprüfung und könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Vorerst unbeantwortet blieb die Frage, ob für den Bau eines festen Toilettenhäuschens der Bebauungsplan geändert werden müsste.

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