Sport in Südbrookmerland Neuer Vorstoß für Kunstrasenplatz
Das Bündnis Südbrookmerland fordert die Gemeinde auf, sich um Fördermittel für den Bau eines Kunstrasenplatzes zu bemühen. Trotz Förderung würde das Projekt jedoch den Haushalt belasten.
Südbrookmerland - Regen, Matsch, abgesagte Spiele: An den vergangenen Wochenenden mussten in der Region zahlreiche Fußballpartien ausfallen, weil die Rasenplätze wetterbedingt unbespielbar waren. Für die Sportvereine in Südbrookmerland ist das ein wiederkehrendes Problem – und ein weiterer Anlass, die Forderung nach einem Kunstrasenplatz zu bekräftigen. Neu ist die Diskussion nicht. In den vergangenen Jahren waren in der Gemeinde immer wieder Rufe nach einem Kunstrasenplatz laut geworden.
Förderprogrammdes Bundes
Das Bündnis Südbrookmerland fordert nun in einem aktuellen Antrag, dass sich die Gemeinde um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ bemüht. Laut Mitteilung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen seien dabei auch Umwandlungen von Naturrasen- in Kunstrasenplätze förderfähig.
Angesichts des Klimawandels und wachsender Anforderungen im Wettbewerb sei es notwendig, Fußballspielern wetterunabhängige Trainings- und Spielmöglichkeiten zu bieten, heißt es in dem Antrag des Bündnisses. Ein Kunstrasenplatz könne insbesondere in der langen Schlechtwetterperiode von bis zu sechs Monaten den Spielbetrieb aufrechterhalten und die Planbarkeit erhöhen.
Als Standort bringt das Bündnis den Sportplatz an der Schule in Victorbur ins Spiel. Er war bereits Bestandteil eines früheren vereinsübergreifenden Antrags und biete mehrere Vorteile: eine zentrale Lage, vorhandene Umkleidekabinen in der Turnhalle, schulische Mitnutzung sowie eine bestehende Einfriedung. Der Vorschlag solle nun mit den Vereinsvorsitzenden abgestimmt werden.
Bereits 2022 hatten die Fußballvereine drei Varianten für den Umbau bestehender Rasenplätze in Moorhusen, Wiegboldsbur und Victorbur prüfen lassen. Die Kostenschätzungen reichten damals von 569.000 bis 742.000 Euro. Zwar hatte sich die Kommunalpolitik für den Standort Victorbur ausgesprochen – laut Vereinen die teuerste Option. Doch ohne Fördermittel galt eine Umsetzung bislang als unrealistisch.
Eigenanteil würdeHaushalt belasten
Das Bündnis drängt darauf, dass sich die Gemeinde kurzfristig für die erste Förderphase bewirbt. Wegen des begrenzten Fördervolumens müsse ein geeignetes Projekt zügig entwickelt und eingereicht werden.
Fraglich ist jedoch, ob sich die Gemeinde ein solches Projekt derzeit leisten kann und will. Der Haushalt für das laufende Jahr weist bereits einen ordentlichen Fehlbetrag aus, die Prognosen für die kommenden Jahre sehen kaum besser aus. Die Förderquote beträgt bis zu 45 Prozent, für Kommunen mit einer festgestellten Haushaltsnotlage maximal 75 Prozent. Legt man die errechneten Kosten aus 2022 zugrunde, würde das für die Gemeinde einen Eigenanteil von knapp 408.000 Euro oder bei der höheren Förderquote von etwa 185.000 Euro bedeuten. Preissteigerungen seit 2022 sind dabei noch nicht berücksichtigt. Der Bau eines Kunstrasenplatzes wäre eine sogenannte freiwillige Leistung für die Gemeinde. Und bei diesen Leistungen hatte man sich in der Politik unlängst vorgenommen, künftig genauer hinzuschauen.
Andererseits gilt die Gemeinde verglichen mit anderen Kommunen als durchaus sportfreundlich. So werden Jahr führ Jahr teils hohe Zuschüsse für die Investitionen und Anschaffungen der Vereine gezahlt. Darüber hinaus stehen im kommenden Jahr Wahlen an, sodass es sich die Parteien wohl zweimal überlegen, welche möglichen Projekte sie am Ende ablehnen.