Schleichverkehr  Anwohner beklagen sich über Folgen der Baustelle in Sandhorst

| | 27.10.2025 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Straßen, die derzeit von Autofahrern als Schleichwege genutzt werden, sind schmal. Foto: Lasse Paulsen
Die Straßen, die derzeit von Autofahrern als Schleichwege genutzt werden, sind schmal. Foto: Lasse Paulsen
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Der Ortsrat kann den Ärger über zunehmenden Verkehr, kaputt gefahrene Bermen und Geschwindigkeitsverstöße wegen der Baustelle am Südeweg in Sandhorst verstehen. Was er jetzt fordert.

Sandhorst - Es ist kein Geheimnis, dass sich die Sperrung von Straßen in der Regel negativ auf die Straßen in der Umgebung auswirkt. Die Sperrung des Südewegs, der seit dem 14. Oktober für Bauarbeiten gesperrt ist, hat am 22. Oktober 2025 mehrere Anwohner in die Sitzung des Ortsrates Sandhorst getrieben. Laut Ortsbürgermeister Rolf-Werner Blesene (SPD) hätten sie von massiv erhöhtem Verkehr im Eheweg, im 1. und 2. Dwarsweg und im Neulandsweg berichtet.

Der Ortsrat hat sich nun zum einen an die Verwaltung gewandt, richtet aber auch einen Appell an die Autofahrer.

Die Stadtverwaltung wurde im Anschluss an die Sitzung aufgefordert, „gemeinsam mit den zuständigen Behörden (Polizei und so weiter) die Durchgangs- beziehungsweise Schleichwegsnutzung zu überprüfen und dort gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Dies könnte zum Beispiel ein Blitzer, eine entsprechende Straßensperrung oder Einbahnstraßenregelung sein.“

Sorge um Sicherheit auf dem Schulweg

Es werde nicht die offizielle Umleitung genutzt, sondern diverse Schleichwege. Diese Straßen seien für so ein hohes Verkehrsaufkommen aber nicht ausgelegt und die Seitenräume würden kaputt gefahren. „Im Bereich des Eheweges befindet sich sowohl die Grundschule Sandhorst als auch die Kindertagesstätte. „Dazu kommt erschwerend dazu, dass sich viele Verkehrsteilnehmer auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Gerade die Kinder sind in diesem Bereich stark gefährdet“, heißt es im Schreiben des Ortsrats.

Vor der Grundschule in Sandhorst gilt Tempo 20. Foto: Lasse Paulsen
Vor der Grundschule in Sandhorst gilt Tempo 20. Foto: Lasse Paulsen

Da die Herbstferien nun vorbei sind, wendet sich der Ortsrat auch an die Verkehrsteilnehmer. Er fordert sie auf, sich an die offiziell ausgeschilderte Umleitung zu halten. Der Ortsrat habe großes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Anwohner. Vor allem im Hinblick auf den Schulwegverkehr bitten die Sandhorster Politiker um Rücksichtnahme und wenigstens um die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Stadt Aurich habe die Sperrung des Südeweges sehr gut ausgeschildert und auch rechtzeitig angekündigt, dafür könne man die Stadt nur loben, so Blesene.

Ordnungsamt: Jeder Eingriff verlagert die Belastung nach woanders

Zu einschneidenden Maßnahmen wie der Absperrung von Teilbereichen ist die Stadt nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht vorerst noch nicht bereit. Bei eigentlich jeder Baustelle komme es nach der Einrichtung zunächst zu Schleichwegverkehr und zu Beschwerden von Anwohnern, weil diese Straßen für den zusätzlichen Verkehr nicht ausgelegt seien.

Am Abzweig zum 2. Dwarsweg ist die Berme ausgefahren. Foto: Lasse Paulsen
Am Abzweig zum 2. Dwarsweg ist die Berme ausgefahren. Foto: Lasse Paulsen

Aber in aller Regel verlagere jeder Eingriff, um dies zu reduzieren, die Belastung nur in andere Straßen. Deshalb seien Einbahnstraßenregelungen oder gar Sperrungen der letzte Weg, so Lücht. In einem gewissen Umfang müssten solche zeitweiligen Belastungen hingenommen werden.

Zunächst soll es um Geschwindigkeitskontrollen gehen

Der erste Schritt sei, mit der Polizei und dem Landkreis das Gespräch zu suchen, damit wegen möglicher Geschwindigkeitsverstöße in dem Bereich öfter kontrolliert werde. Werde dann festgestellt, dass es zu einer größeren Fehlentwicklung komme, werde man nach Lösungen suchen, um den Bereich sicherer zu machen. Bei der Grundschule gelte aber auch jetzt schon Tempo 20, so Lücht. Da könne man bei Bedarf einen Blitzer aufstellen. „Wenn massive Verstöße auftreten, dann müssen wir was machen, keine Frage“, so der Ordnungsamtsleiter.

Dass im Sommer 2022 die Durchfahrt durch den Eckfehler Weg teilweise blockiert wurde, als die Fockenbollwerkstraße umgebaut wurde, sei eine andere Situation gewesen, so Lücht. Damals wurde die Landesstraßenbaubehörde tätig, weil der Ausweichverkehr überhandgenommen hatte und Autofahrer die anfänglich aufgestellten Baken zur Seite gerückt hatten. Damals sei es aber auch um einen größeren Schleichweg gegangen.

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