Auricher Einzelhandel Neueröffnung von Deichmann lässt Lücke zurück
Die Filiale des Schuhhändlers am Auricher Marktplatz ist umgezogen. Für den bisherigen Standort wird noch ein Nachmieter gesucht. Dazu muss sich aber auch noch was im direkten Umfeld tun.
Aurich - Nur sechs Tage lang war die Deichmann-Filiale in Aurich geschlossen: Am Donnerstag, 23. Oktober, hat sie an anderer Stelle wieder aufgemacht. Die Schuheinzelhandelskette ist vom langjährigen Standort Am Marktplatz 6 umgezogen auf die ehemalige Kik-Fläche Am Marktplatz 1-2. Bis zum 15. Oktober überbrückte Deichmann die Umbauphase am neuen Standort noch und ließ den Laden am alten Standort offen. Dann musste es schnell gehen mit dem Räumen.
Wie es im bisherigen Deichmann-Laden nun weitergeht, steht noch nicht fest, wie Gebäudeeigentümer Klaus Bockstiegel auf Nachfrage sagte. Er habe einen sehr interessierten und interessanten potenziellen Mieter an der Hand gehabt, für den der Umbau des Ladenlokals allerdings zu hohe Kosten verursacht hätte. Es ging dabei um ein Fitnessstudio, dass ein hochwertiges Angebot geplant habe, inklusive physiotherapeutischer Angebote, so Bockstiegel. Dafür hätten aber sehr viele neue Anschlüsse verlegt werden müssen.
Einige Interessenten wollten Neubau
Mit etlichen potenziellen Mietern habe er schon gesprochen, doch es habe keine Einigung gegeben, so Bockstiegel. Für kleine Läden sei die Fläche mit derzeit rund 700 Quadratmetern und einer Erweiterungsoption – in einem bisherigen Lager – auf 1150 Quadratmeter zu groß. Für die großen Händler sei sie zu klein. Und andere wollten – wie Deichmann auch – keine Ladenfläche über mehrere sogenannte Split-Ebenen, also Zwischengeschosse beziehen. Das Gebäude Marktplatz 6 verfügt zusätzlich noch über Büroflächen im zweiten Stock. Bockstiegel versichert, dass er auch zu größeren Baumaßnahmen bereit sei, wenn ein Ankermieter fest zugesagt habe. Einen Abriss und kompletten Neubau, wie von einigen Gesprächspartnern gefordert, könne er sich aber nicht vorstellen.
Abeggpassage wird derzeit als Malus betrachtet
Nicht einfacher wird die Suche nach einem Folgemieter durch die benachbarte frühere Abegg-Passage. Bockstiegel nutzte im Frühsommer bereits einen Bauausschuss, um sich zu erkundigen, was die Stadt dort plane. Und wann. Denn sie ist Eigentümerin dieses Bauteils – mitten zwischen den Immobilien anderer Eigentümer.
Rossmann hat die Passage schon länger verlassen. Auch die Kreisgeschäftsstelle der CDU ist ausgezogen. Im Herbst 2017 das Brautmodengeschäft „Lykie Star“ sowie „Stoffe Hinken“, denn der Abriss des rückwärtigen Teils der Passage stand bevor. Er wurde zwar erst 2023 realisiert, aber die Passage verlor ihre Funktion und wurde mittendrin behelfsmäßig abgesperrt. Zuletzt war der Anblick am Eingang noch ganz angenehm, weil die Schaukästen des Schreibwarenladens Abegg die Blicke auf sich zogen, um von den veralteten Bodenfließen, den kaputten Deckenplatten, zeitweiliger Verdreckung und der provisorischen Holzkonstruktion am Ende des Zugangs abzulenken.
Laut Bockstiegel wurde die unfertige Passage von Interessenten für das Ladenlokal als Malus gewertet. Hinzu komme die Sorge, dass sich jemand bei einem Sturz schwer verletzen könne, wenn er gegen die einfach verglasten Scheiben der Schaukästen stürzt. Stadtbaurat Mirko Wento sagte damals ein Gespräch zu.
Passage wird aufgehoben - aber nicht abgerissen
Darin wurde laut Bockstiegel inzwischen vereinbart, dass die Stadt die Passage bis zum Jahresende so verschließt, dass die Zugänge zu Gebäudeteilen im vorderen Teil noch zugänglich sind und auch die Absperrung grundsätzlich entfernt werden kann. Beispielsweise der Zugang zur Zahnarztpraxis bleibe erreichbar.
Die Passage als solche werde aber aufgehoben. Der mal in Rede stehende Abriss sei aber vom Tisch, so Bockstiegel. Die provisorische Absperrung solle einer dauerhaften Lösung weichen, das Gesamtbild aufgehübscht werden. Es solle auch unterbunden werden, dass ungebetene Gäste sich von der Vorder- oder Rückseite des Gebäudes Zugang zum abgesperrten Bereich verschaffen, sagte Bockstiegel. Auch die Schaukästen sollen wegen der potenziellen Gefahr durch scharfe Glaskanten entfernt werden. Bislang habe der Umbau durch die Stadt aber nicht begonnen.