Nachnutzung der Auricher Kaserne Stadt muss mehrere Millionen nachschießen
Die Konversion der Kaserne ist gerade das größte Auricher Projekt. Die Kosten sind seit der Förderbewilligung 2015 massiv gestiegen. Neues Geld ist in Aussicht – bei entsprechendem Eigenanteil.
Aurich - Als der Auricher Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Sanierung Ende Juni 2025 die neu angelegten Straßen im Bereich des Kaserneneingangs an der Skagerrakstraße besichtigte und auch die Planung der Grünanlagen thematisiert wurde, zeichnete es sich schon ab: Das Fördergeld, das sie Stadt 2015 für die Konversion des rund 40 Hektar großen Areals von der Städtebauförderung bewilligt bekommen hat, wird nicht ausreichen. Das liegt nach Angaben der Verwaltung nicht in zusätzlichen Projekten, sondern in deutlichen Kostensteigerungen im zurückliegenden Jahrzehnt.
Dass das Budget eng werden würde, sei lange abzusehen gewesen, sagte im Juni Stadtbaurat Mirko Wento. Es wurden Gespräche mit den Fördergebern – Bund und Land – geführt. Die sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereit, noch eine große Summe nachzulegen. Konkret geht es um 7,26 Millionen Euro. Damit wären zwei Drittel der noch ausstehenden Maßnahmen finanziert. Aber unter einer Bedingung: Auch die Stadt Aurich muss sich zu einem Drittel daran beteiligen. Die Stadtverwaltung hat daher nun die Kosten aktualisiert und relativ detailliert aufgeführt. Der Ausschuss wird am 28. Oktober 2025 ab 17 Uhr darüber beraten.
8,1 Millionen Euro wurden bereits investiert
Ursprünglich waren die förderfähigen Kosten der Stadt für die Sanierung der Kaserne mal auf 8,1 Millionen Euro kalkuliert worden. 5,4 Millionen Euro überwiesen Bund und Land an die Stadt, 2,7 Millionen Euro brachte sie selber auf. Von diesem Geld wurden unter anderem die Planungsleistungen, der Ankauf von Flächen – gerade im Süden des Geländes – sowie der Bau erster Straßen, der Kanalisation und der Nebenanlagen finanziert.
Es sind aber noch eine Reihe von Aufgaben abzuarbeiten. Unter anderem geht es um die Erschließung des südöstlichen Geländeteils, um die Gestaltung der Grünanlagen und des Sport-Areals.
Dafür hat die Bauverwaltung nun weitere 10,89 Millionen Euro einkalkuliert. 7,26 Millionen Euro könnten an Fördergeld gewährt werden, wenn Aurich seinen Eigenanteil von 3,63 Millionen Euro aufbringt. Dafür ist ein politischer Beschluss nötig. Insgesamt lägen die förderfähigen Kosten für die Konversion laut dieser Berechnung am Ende bei 18,99 Millionen Euro. Die Stadt hätte dann 6,33 Millionen Euro an Ko-Finanzierung aufgebracht.
Insgesamt muss die Stadt sogar 55,6 Millionen Euro aufbringen
Und nicht nur das: Laut Beschlussvorlage muss die Stadt nämlich insgesamt 17,7 Millionen Euro aufzubringen. Neben der Kofinanzierung kommen nämlich auch nicht förderfähige Kosten auf sie zu. Und bei der Betrachtung der Gesamtkosten ist das immer noch nicht alles: Investor Norbert Dittel möchte das Gros der Gebäude von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kaufen und entwickeln. Auch diese Investitionen gehören unter dem Strich natürlich zu den Gesamtkosten der Konversion.
Schaut man nur auf das Gesamtbudget der Stadt, sind die Summen sogar noch mal höher. Denn neben den Ausgaben gibt es auch Einnahmen. Insgesamt geht die Stadt davon aus, dass sie 55,6 Millionen in das Kasernengelände investieren muss. Die Planungsleistungen schlagen laut der Beschlussvorlage für den Ausschuss mit 1,2 Millionen Euro zu Buche. Die Erschließung, inklusive der Anbindung an die Skagerrakstraße und den Hoheberger Weg, insgesamt gar mit 47,5 Millionen. Und beispielsweise für die Sportanlagen stehen drei Millionen Euro im Plan.
Investoren und Grundstückskäufer sorgen für Einnahmen
Einnahmen erzielt die Stadt der Planung zufolge beispielsweise durch den späteren Verkauf von Grundstücken im Südteil der Kaserne. Da hofft sie auf Erlöse von insgesamt neun Millionen Euro. Die Investoren zahlen im Rahmen des Sanierungsprozesses später ebenfalls: unter anderem Ausgleichsbeiträge. Einkalkuliert sind dafür 14,1 Millionen Euro.
Insgesamt geht die Bauverwaltung von knapp 26 Millionen Euro Einnahmen aus. Zusammen mit den erhofften und beantragten und in Teilen ja schon in den vergangenen Jahren verbrauchten knapp 19 Millionen Euro an Städtebauförderung und dem gut zehn Millionen Euro umfassenden Eigenanteil wären die kalkulierten Kosten weitgehend gedeckt.