Zehn Hektar kommen hinzu  Gewerbegebiet Schirum wird privat erweitert

| | 19.10.2025 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Jahr 2019 standen auf dem B-Plast 2000-Gelände elf weiße Hallen. Seitdem sind weitere hinzugekommen. Im Hintergrund ist die Erweiterungsfläche mit den Wallhecken zu erkennen. Foto: Bernd Heiken
Im Jahr 2019 standen auf dem B-Plast 2000-Gelände elf weiße Hallen. Seitdem sind weitere hinzugekommen. Im Hintergrund ist die Erweiterungsfläche mit den Wallhecken zu erkennen. Foto: Bernd Heiken
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Ein Unternehmen kaufte die Flächen als Entwickler und will selbst wachsen und andere Flächen verkaufen. Das sorgte im Stadtrat nicht nur für Begeisterung.

Aurich - Die einen begrüßen die Nachricht, einige andere haben gegen die Entwicklung protestiert: Das Gewerbegebiet Schirum I soll um rund zehn Hektar nach Nordosten wachsen. Damit bekommen zwei Unternehmen mit konkreten Erweiterungsabsichten den nötigen Platz. Eingeplant ist auch eine Windenergieanlage an der nördlichen Spitze der Erweiterungsfläche. Der Bauausschuss und der Rat haben die Änderung des Flächennutzungsplans sowie den notwendigen Bebauungsplan beschlossen.

Im Mai 2023 waren die Pläne erstmals diskutiert worden. Damals äußerten sich einige Schirumer in den politischen Gremien skeptisch. Sie waren in Sorge wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung, Versiegelung, möglichen Überschwemmungen und dem Verlust von Natur. Die Politik stimmte gleichwohl für die Überplanung der Fläche.

Windenergie und Wasserelektrolyseanlagen

Nun, wo die abschließende Entscheidung anstand, lobte der Ausschuss die Anlage der Regenrückhaltebecken am Langfeldweg, wo Wallhecken zum Teil erhalten werden können. Im restlichen Plangebiet müssen diese weitgehend weichen und kompensiert werden. Auch beim Schallschutz gibt es Auflagen für die Unternehmen: Gerade nach Süden hin sollen die Werte unterhalb der üblichen Orientierungswerte liegen. Zudem ist im B-Plan geregelt, dass neben der Windkraftanlage auch Wasserelektrolyseanlagen als ergänzende Nutzung ausdrücklich zugelassen sind. Der Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung ist auch baugebietsübergreifend zulässig. Wie berichtet, planen einige Schirumer Unternehmen eine engere Zusammenarbeit bei der Energieversorgung.

Dore Löschen (AWG) fragte nach den Auswirkungen der Windkraftanlage auf die benachbarten Wohnhäuser. Im B-Plan seien die gängigen Abstandswerte berücksichtigt, hieß es vonseiten der Verwaltung. Die Details seien in der Genehmigung der Anlage zu prüfen.

Siebolds: „Wir geben Hoheitsrechte ab“

Ungewöhnlich an der Erweiterung ist, dass eines der Unternehmen die Flächen direkt vom Eigentümer gekauft hat. „Ein Zwischenerwerb durch die Stadt ist nicht notwendig“, heißt es in der Begründung des B-Plans. Die Anbindung der Flächen ist zwar als Trasse im B-Plan festgesetzt, erfolgt von der Tjüchkampstraße aus aber über Unternehmensflächen und ist als „Privatstraße“ festgesetzt.

Gunnar Ott (Grüne) und Hendrik Siebolds (Linke) kritisierten, dass die Stadt die Aufgabe, Gewerbeflächen selbst zu entwickeln und zu vermarkten, einfach aus der Hand gebe. „Wir geben Hoheitsrechte ab“, so Siebolds, während Ott kritisierte, dass nun ein Unternehmen den Flächenkaufpreis festlegen könne. Stadtbaurat Mirko Wento sagte, er sehe bei den jetzigen Planungen keinen Widerspruch zu dem, was die Stadt auch gemacht hätte. In diesem Fall habe das Unternehmen die Flächen schon gehabt, das Verfahren habe so beschleunigt werden können.

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