Hintergründe des Feuers  Café Extrablatt tritt Gerüchten entgegen

| | 15.10.2025 18:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Was genau im Café Extrablatt gerade passiert, ist durch die Bauzäune nicht zu erkennen. In einem Container stapeln sich aber bereits entsorgte Möbel. Foto: Karin Böhmer
Was genau im Café Extrablatt gerade passiert, ist durch die Bauzäune nicht zu erkennen. In einem Container stapeln sich aber bereits entsorgte Möbel. Foto: Karin Böhmer
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Nach dem Brand in der Auricher Markthalle kursierten einige Behauptungen in Aurich. Das Unternehmen nimmt dazu nun Stellung.

Aurich - Die Markthalle ist an ihren beiden Stirnseiten von Bauzäunen umgeben. Die Fenster dazwischen zeigen immer noch die Rußschlieren von der Brandnacht am 11. September. Reinschauen können neugierige Passanten in den Innenraum des Café Extrablatt derzeit aber nicht mehr: Blickdichte Folien schirmen ab, was die Handwerker im Inneren machen. Gerade im Bereich des Containers, der schon kurz nach Beginn der Ausräumarbeiten voll ist, riecht es wieder deutlich nach Qualm. Das Mobiliar hat ordentlich Schaden genommen. Alles muss raus.

Auch die Rückseite der Markthalle ist zur Baustelle geworden. Fachleute kümmern sich um das verrußte Innere. Foto: Karin Böhmer
Auch die Rückseite der Markthalle ist zur Baustelle geworden. Fachleute kümmern sich um das verrußte Innere. Foto: Karin Böhmer

Trotz des immensen Schadens und des nunmehr dritten Anlaufs, den Gastraum zu gestalten – vor dem Feuer im September war es im Februar bereits zu einem Wasserschaden in dem nahezu fertig umgebauten Lokal gekommen – zeigt sich auch das Unternehmen erleichtert darüber, dass die Aufräumarbeiten beginnen können.

Sprecherin räumt mit Gerüchten auf

Extrablatt-Sprecherin Jessica Spiller räumte im Auftrag der Café-Extrablatt-Zentrale und der Auricher Niederlassung aber auch mit Gerüchten auf, die nach dem Brand in der Stadt kursierten: Die Brandschutztüren seien nicht ordnungsgemäß verschlossen gewesen, hieß es beispielsweise. Und es seien große Mengen Müll in der Küche gelagert gewesen, die dann zu dem Großbrand beigetragen hätten.

Im Gastraum des Café Extrablatt waren am Morgen Rußablagerungen und Löschwasserpfützen zu erkennen. Das Café war damals erst wenige Wochen geöffnet. Foto: Karin Böhmer
Im Gastraum des Café Extrablatt waren am Morgen Rußablagerungen und Löschwasserpfützen zu erkennen. Das Café war damals erst wenige Wochen geöffnet. Foto: Karin Böhmer

Laut Spiller stellt sich die Situation so dar: Die Brandermittlung sei abgeschlossen und habe ergeben, dass es sich um einen technischen Defekt handelte, verursacht durch ein elektrisches Kabel im Bereich der Zwischendecke – in Nähe des Küchenlagers. Dort und im Küchenbereich habe es in der Decke gebrannt. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, bevor er sich auf weitere Bereiche ausgedehnt hatte.

Beißender Geruch durch brennende Kabel

„In den betroffenen Brandbereichen war alles ordnungsgemäß verschlossen“, so Spiller. Durch das Löschwasser und den Rauch, der sich über die Zwischendecken im gesamten Gebäude verteilt habe, sei das vollständige Gebäude allerdings so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass der Betrieb komplett zerstört wurde.

Am 11. September hat sich ein Brand in einem Kabelschacht so weit ausgedehnt, dass das Innere des Café Extrablatt komplett zerstört wurde. Foto: Sönke Geiken
Am 11. September hat sich ein Brand in einem Kabelschacht so weit ausgedehnt, dass das Innere des Café Extrablatt komplett zerstört wurde. Foto: Sönke Geiken

Da der Brand in der Zwischendecke und auch hauptsächlich im Deckenbereich stattgefunden habe, seien keine Verpackungsmaterialien betroffen gewesen. „Ferner ist der Brand nach Betriebsschluss entstanden. In dieser Zeit sind die Küchenbereiche immer komplett gereinigt“, so Spiller. „Der beißende Geruch entsteht einfach, wenn Kabel schmoren und wenn Löschwasser hinzukommt.“

Personalbereiche „sogar eher als luxuriös anzusehen“

Auch das Gerücht, die Nebenflächen seien ausreichend dimensioniert, dementierte die Sprecherin. Es sei nicht ungewöhnlich, dass sich nach einer Eröffnung einige organisatorische Abläufe einspielen müssten und durch den besonders großen Besucheransturm, über den das Team sich riesig gefreut habe, die Müllkapazitäten an Grenzen gestoßen seien. Dies spiele sich aber mit der Zeit ein.

Die Personalbereiche seien für gastronomische Zwecke sogar eher als luxuriös anzusehen – und nicht zu klein. „Hier haben wir also überhaupt keine Probleme“, so Spiller.

Hinsichtlich der weiteren Arbeiten stimme Café Extrablatt sich eng mit der Stadt und mit der Kaufmannschaft ab. „Insbesondere werden wir alles tun, was in unserer Macht steht, damit der Weihnachtsmarkt so wenig wie möglich gestört wird.“

Die genaue Schadenssumme sei noch nicht zu beziffern. „Es wird aber mit Sicherheit ein siebenstelliger Betrag“, so die Sprecherin.

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