Traditionsunternehmen aus Aurich Bundeskartellamt hat Rücker-Übernahme geprüft
Die Aufsichtsbehörde hat sich den Verkauf der Auricher Molkerei an den bayerischen Meggle-Konzern „sehr genau angesehen“, wie der Präsident betont. Jetzt wurde das Ergebnis bekanntgegeben.
Aurich/Bonn - Man habe sich „das Vorhaben sehr genau angesehen“, betonte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, in einer Pressemitteilung. Doch am Ende hat die Aufsichtsbehörde ihr grünes Licht für die vollständige Übernahme der Auricher Molkerei Rücker und der Ostsee-Molkerei Wismar durch die Meggle Holding gegeben.
In der Mitteilung wird der Präsident des Kartellamts wie folgt zitiert: „Wir haben uns das Vorhaben sehr genau angesehen, da es zwischen den beteiligten Unternehmen eine Überschneidung bei der Herstellung von Sahne, Käse, Butter und Milchpulver gibt. Unsere Ermittlungen haben aber ergeben, dass die Marktanteile in den sich überschneidenden Bereichen keine problematischen Höhen erreichen und es weiterhin hinreichenden Wettbewerb gibt. Im Bereich der Rohmilcherfassung kommt es schon gar nicht zu Überschneidungen, da die beteiligten Unternehmen die Rohmilch aus verschiedenen Regionen Deutschlands beziehen.“
Keine wettbewerblichen Bedenken
Den Angaben zufolge stellt Meggle Butter, Butterspezialitäten, gefüllte Backwaren für Groß- und Endverbraucher, Hart- und Schnittkäse, Milchfrischprodukte und Milchpulver her. Bekannt sei die Marke vor allem für ihre Kräuterbutter, allerdings bestünden dabei keine Überschneidungen, da Rücker und OMW laut Kartellamt keine Butter mit Zusätzen herstellen und vertreiben. Rücker und OMW stellen demnach primär Käse und Butter, Sahne und Milchpulver sowie vegane Käse-Alternativen her.
Vertrieben werden die Produkte der beteiligten Unternehmen an den Lebensmitteleinzelhandel, Hotels und Gastronomie sowie zur Weiterverarbeitung an die Industrie, wobei sie hier teilweise komplementär aufgestellt sind, heißt es vom Bundeskartellamt.
Bei den Ermittlungen habe das Bundeskartellamt unter anderem Gespräche mit Marktteilnehmern zu den Molkereiprodukten Butter mit und ohne Zusätze, Sahne, Käse und Milchpulver geführt. „Wettbewerbliche Probleme konnten im Ergebnis nicht festgestellt werden. Auch in vertikaler Hinsicht ergeben sich aufgrund der geringen Anteile der Unternehmen keine wettbewerblichen Bedenken“, heißt es.
Die beiden Unternehmen hatten die Übernahme Anfang September bekanntgegeben – unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Für die Mitarbeiter soll sich nichts ändern, hieß es seinerzeit.