Gegen Hitze und Plastikmüll  Diese Standorte schlägt die Stadt Aurich für Trinkbrunnen vor

| | 30.09.2025 09:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Öffentliche Trinkwasserbrunnen wie dieser sorgen an heißen Sommertagen für kostenlose Abkühlung.Foto: DPA
Öffentliche Trinkwasserbrunnen wie dieser sorgen an heißen Sommertagen für kostenlose Abkühlung.Foto: DPA
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Die Fraktion GfA/Specken hatte den Antrag gestellt. Laut Verwaltung gibt es aber zahlreiche Voraussetzungen, die passen müssen. Und eine Ratsgruppe lehnt die Idee grundsätzlich ab.

Aurich - Sie sollen die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern, die Hitzebelastung im Sommer verringern und den Konsum von Flaschenwasser und Plastikmüll vermeiden. Die Stadt Aurich plant den Bau von zwei Trinkwasserbrunnen. Mögliche Standorte sind die Bereiche Burgstraße/Marktplatz und der Georgswall, heißt es in einer Beschlussvorlage für den städtischen Umweltausschuss, der am Donnerstag, 2. Oktober (17 Uhr, EEZ), tagt. Die Vorlage geht auf einen Antrag der Fraktion GfA/Peter Specken zurück, die die Aufstellung der Brunnen gefordert hatte (wir berichteten bereits).

Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, ein Umsetzungskonzept, eine Standortanalyse, Kostenschätzung und Wartungsplan zu erarbeiten und dem Ausschuss zur Entscheidung vorzulegen. Das ist nun offenbar kurzfristig geschehen. Zur Begründung heißt es: „Die zunehmenden Hitzewellen und längeren Trockenperioden durch den Klimawandel sowie die steigende Bedeutung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum machen eine verbesserte Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum notwendig.“

Gemeinsam mit dem Fachdienst Tiefbau und dem Wasserverband OOWV sollten mögliche Standorte analysiert werden – zum Beispiel Marktplatz, ZOB, Spielplätze, Georgswall, Fußgängerzone Burgstraße und Norderstraße.

Burgstraße/Marktplatz und Georgswall als Standorte

„Nach einer ersten Bewertung und groben Einschätzung kommen als Standorte der Raum Burgstraße/Marktplatz und der Georgswall näher in Betracht. Voraussetzung ist das Vorhandensein einer unkomplizierten Erreichbarkeit zu einer Hauptwasserleitung, um die Tiefbauarbeiten in überschaubarem Rahmen zu halten“, heißt es von der Stadtverwaltung.

Bei der Standortwahl sind den Angaben zufolge außerdem mehrere technische Aspekte zu berücksichtigen, darunter Barrierefreiheit, Belebtheit der Gegend und die Abwesenheit von Bäumen, um Verunreinigung durch Blätter und Verkotung auszuschließen. Außerdem sollte der Standort nicht dauerhaft der Sonne ausgesetzt sein, heißt es.

Bei der Wahl eines Trinkwasserbrunnens stehen laut Stadtverwaltung verschiedene Modelle zur Auswahl. Sie unterscheiden sich in Ausstattung, Art der Montage und Bedienung.

Für die Stadt Aurich seien mehrere Kriterien entscheidend: die Einhaltung der Anforderungen an die Trinkwasserhygiene (automatisierte Hygienespülung, etwa durch Solar), ein barrierefreies Modell, ein möglicher Ganzjahresbetrieb, ein geringer Aufwand für die Errichtung, die Vandalismussicherheit, kein Becken, Abstellflächen oder stehendes Wasser zur Vermeidung von Verschmutzungen und kein notwendiger Stromanschluss.

Zunächst nur ein Trinkbunnen als Test

In einer „Pilotphase“ würde dann zunächst ein Brunnen installiert. Dann soll eine Evaluation der Nutzung und Akzeptanz durch die Bevölkerung folgen. Später könnte ein weiterer Brunnen entstehen.

Das Wartungskonzept soll eine wöchentliche Sichtkontrolle und Reinigung beinhalten und kann laut Stadtverwaltung durch den Betriebshof oder einen externen Dienstleister erfolgen. Sowohl vor der Erstinbetriebnahme als auch vor der jährlichen Wiederinbetriebnahme im Frühjahr müssen die Trinkbrunnen gereinigt, desinfiziert und beprobt werden. Weiterhin sind monatliche Wasserqualitätskontrollen durch das Gesundheitsamt gesetzlich vorgeschrieben. Zudem muss die Blockbatterie für die Spülschaltung ausgetauscht werden (entfällt bei einem Modell mit Solarschaltung).

Die Kosten pro Trinkwasserbrunnen werden, je nach Modell, auf 5000 bis 10.000 Euro pro Stück geschätzt. Für die Inbetriebnahme des Brunnens kommen weitere 4000 Euro dazu, für die Erstellung oder Erneuerung des Wasseranschlusses 1579 Euro. Des Weiteren fallen laut Stadtverwaltung für die Wartung 2080 Euro im Jahr an, für die Hygiene 1500 Euro im Jahr und für Wasser- und Abwasserkosten noch einmal 122 Euro im Jahr.

Auch soll geprüft werden, ob für die Trinkwasserbrunnen Fördergelder beantragt werden können.

CDU/FDP ist gegen eigene Trinkbrunnen – und schlägt Alternative vor

Kurz vor der Sitzung hat die CDU/FDP-Gruppe im Auricher Stadtrat beantragt, dass die Stadt auf eigene Brunnen verzichtet – und sich stattdessen der bundesweiten „Refill“-Aktion anschließt. Die Idee: Geschäfte mit „Refill“-Aufkleber bieten kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß an. Voraussetzung für eine solche „Refill“-Station sind feste Öffnungszeiten und eine Flaschenfüllmöglichkeit über das Personal oder durch Selbstbedienung der Kunden. So könnten zum Beispiel Apotheken, Cafes, das Rathaus oder andere Einzelhandelsgeschäfte teilnehmen.

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