Kaufleute appellieren  Sorge um Weihnachtszauber nach Brand bei Café Extrablatt

| | 17.09.2025 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dichter Qualm drang am 10. September 2025 aus der Markthalle und hat auch deutliche Schäden im Inneren hinterlassen, die vor einer Wiedereröffnung beseitigt werden müssten. Foto: Feuerwehr
Dichter Qualm drang am 10. September 2025 aus der Markthalle und hat auch deutliche Schäden im Inneren hinterlassen, die vor einer Wiedereröffnung beseitigt werden müssten. Foto: Feuerwehr
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Am 10. September 2025 hat es einen verheerenden Brand im Café Extrablatt in Aurich gegeben. Warum die Veranstalter des Weihnachtsmarktes nun ausgerechnet den Wiederaufbau fürchten.

Aurich - Bei der Versammlung des Auricher Verkehrsvereins hat Vereinsvorsitzender Johann Kramer am 15. September 2025 auch den Brand im Café Extrablatt in der Auricher Markthalle am Mittwoch zuvor angesprochen. Das berichtete Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins (KV) Aurich, gegenüber unserer Redaktion.

Der KV ist Ausrichter des beliebten Auricher Weihnachtsmarktes, des Weihnachtszaubers. Und der hatte im vergangenen Jahr schon Einschränkungen wegen der Sanierungs- und Einrichtungsarbeiten für das neue Lokal mitten auf dem Marktplatz hinnehmen müssen. Eine Kunsthandwerker-Hütte konnte nicht aufgebaut werden. Die Baustelle prägte ein wenig auch die Optik des Weihnachtszaubers.

Wegen der Bauarbeiten musste der Weihnachtszauber im vergangenen Jahr etwas verändert aufgebaut werden. Es fehlte eine Kunsthandwerker-Hütte. Foto: Romuald Banik
Wegen der Bauarbeiten musste der Weihnachtszauber im vergangenen Jahr etwas verändert aufgebaut werden. Es fehlte eine Kunsthandwerker-Hütte. Foto: Romuald Banik

Nach dem verheerenden Brand in dem Lokal fürchtet der KV nun laut Hippen erneut Einschränkungen. „Wir wollen aber auf keinen Fall wieder einen ,Baustellen-Zauber‘“, so Hippen. Natürlich bedauere er, dass Café Extrablatt von einem so verheerenden Brand heimgesucht wurde. Das sei eine „Schocknachricht für die Innenstadt“. Das Café habe sich binnen kurzer Zeit zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt. Und nach der ersten Skepsis des KV wegen der Außenbestuhlung habe sich das Lokal als Bereicherung beim Weinfest entpuppt. Die Gastronomie und das Weinfest hätten gut voneinander profitiert, so Hippen. Gleichwohl sei für ihn nun die Frage, wann die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten im Café beginnen sollen. Und ob die Stadt diese bei Bedarf in der Adventszeit unterbinden könne.

Bürgermeister gibt noch keine Zusage

Dies hat Hippen bei der Versammlung des Verkehrsvereins auch Bürgermeister Horst Feddermann gefragt. Der habe zugesichert, dass es auf jeden Fall einen Weihnachtszauber geben könne. Eine Zusage, dass es dann keine Bauarbeiten gibt, wollte Feddermann laut Hippen aber nicht geben.

Die Bauarbeiten an der Markthalle prägten 2024 auch einen Teil der Optik des Weihnachtszaubers. Foto: Romuald Banik
Die Bauarbeiten an der Markthalle prägten 2024 auch einen Teil der Optik des Weihnachtszaubers. Foto: Romuald Banik

In der Nacht zum 10. September 2025 war in der Küche des Lokals ein Feuer ausgebrochen, das durch starken Qualm und große Hitze einen erheblichen Sachschaden verursacht hat. Bislang sind die Ermittlungen zur Brandursache noch nicht abgeschlossen, wie Polizeisprecherin Nancy Rose am 16. September 2025 auf Nachfrage sagte.

Entsprechend lässt sich kaum abschätzen, wann die Markthalle freigegeben werden kann und wie schnell die versicherungsrechtlichen Fragen sowie die Aufgabenteilung zwischen der Stadt als Eigentümerin des Gebäudes und der Kaffeehauskette aus Emsdetten als Pächterin geklärt sind.

KV-Vorsitzender: Planungssicherheit ist nötig

„Für die Innenstadtkaufleute sind die fünf Wochen des Weihnachtsgeschäfts die wichtigste Zeit des Jahres“, so Hippen. Dafür sei auch der Weihnachtszauber als Frequenzbringer essenziell. Außerdem habe der KV aber auch die Zusagen an die Schausteller und Kunsthandwerker inzwischen gegeben.

Das Café Extrablatt nach dem verheerenden Brand. Die Markthalle wird wieder zur Baustelle. Foto: Karin Böhmer
Das Café Extrablatt nach dem verheerenden Brand. Die Markthalle wird wieder zur Baustelle. Foto: Karin Böhmer

Und die Kunsthandwerker müssten ohnehin das ganze Jahr über für den Verkauf in einem Marktstand vorproduzieren. Müsse der KV da jemandem nun plötzlich eine Absage erteilen, wäre das eine große Katastrophe für den Aussteller, so der KV-Vorsitzende.

Aber auch für die Schausteller komme nun die Zeit, um die Bestellungen für den Weihnachtszauber verbindlich aufzugeben. Auch sie brauchten Planungssicherheit, sagte Hippen.

Wenn die Halle ausgerechnet in der Adventszeit ausgeräumt und entkernt werde, und rundum stünden Container, sei das „wirklich ein Horrorszenario“. Er wünsche sich die Zusage, dass dies nicht passiere. „Und das fordern wir als Veranstalter auch ein“, sagte Hippen.

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