Feuer im Auricher Extrablatt  „Man kann nur zugucken und um Fassung ringen“

| | 11.09.2025 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Gastraum stand am Donnerstagmittag Wasser auf dem Boden. Foto: Karin Böhmer
Im Gastraum stand am Donnerstagmittag Wasser auf dem Boden. Foto: Karin Böhmer
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Der Betriebsleiter des Café Extrablatt spricht über die dramatischen Stunden beim Brand. Und darüber, wie es nun weitergeht.

Aurich - Am Morgen nach dem Brand rang David Zirnsack um Worte. Er könne noch gar nichts sagen, müsse sich erst sammeln, sagte der Betriebsleiter des Café Extrablatt, nachdem er mit Feuerwehr, Polizei und Vertretern des Gebäudemanagements der Stadt Aurich gesprochen hatte.

Am Mittag hatte sich der erste Schock gesetzt. Verwunden ist er noch lange nicht. Zirnsack wurde in der Nacht aus dem Schlaf gerissen mit der Nachricht, dass das Café in Flammen stehe. Er sei in die Stadt geeilt, habe schon von Ferne Blaulicht gesehen, sich dann durch die Lilienstraße an den Feuerwehrfahrzeugen vorbeigearbeitet. Er habe viel Qualm gesehen und gerochen. Die Polizei sei herumgefahren und habe per Lautsprecherdurchsage die Bewohner der Innenstadt aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten, erzählt er.

In der Tiefgarage wurden einige Plätze abgesperrt, weil dort Löschwasser von der Decke tropfte. Foto: Karin Böhmer
In der Tiefgarage wurden einige Plätze abgesperrt, weil dort Löschwasser von der Decke tropfte. Foto: Karin Böhmer

Surreale Szenen – vor allem für jemanden, der erst Mitte Juni das neue Lokal in der Auricher Markthalle eröffnet hat. „Ich war wie erstarrt, wusste nicht, was ich sagen sollte. Man kann nur da stehen und zugucken und um Fassung ringen.“

Betriebsleiter David Zirnsack kurz vor der eigentlich geplanten Eröffnung im Februar 2025. Kurz darauf machte ein Wasserrohrbruch die Pläne zunichte. Nun wütete ein Feuer in der Restaurantküche. Foto: Romuald Banik
Betriebsleiter David Zirnsack kurz vor der eigentlich geplanten Eröffnung im Februar 2025. Kurz darauf machte ein Wasserrohrbruch die Pläne zunichte. Nun wütete ein Feuer in der Restaurantküche. Foto: Romuald Banik

Zirnsack steht bereits zum zweiten Mal vor einem unnutzbaren Lokal. Der Auricher Standort des Café Extrablatt scheint vom Pech verfolgt. Erst im Februar 2025 musste die unmittelbar geplante Eröffnung wegen eines Wasserschadens um mehrere Monate verschoben werden. Nun sorgt das Feuer für die zweite zeitweilige Schließung binnen einem guten halben Jahr. Damals habe es eine interne Regelung mit den Mitarbeitern gegeben, die ihren Dienst unerwartet nicht antreten konnten. Inzwischen seien es mehr als 50 Kräfte. Für sie müsse wieder eine Lösung gefunden werden.

Renovierung dauert vielleicht Monate

Zirnsack geht davon aus, dass Monate bis zu einer Neueröffnung vergehen. Vorhersehen könne er das aber nicht. Er sei noch nicht im Gebäude gewesen, könne den Schaden nur von außen erahnen. Aber die Verrußung und der Schaden durch das Wasser deuteten darauf hin, dass im Inneren des Cafés vieles komplett erneuert werden müsse.

Nun müsse er aber erst einmal abwarten, bis die Ermittlungen im Gebäude abgeschlossen seien und die Versicherung ein Signal gebe, so der Betriebsleiter.

Laut dem städtischen Gebäudemanagement ist die Halle bis auf Weiteres von der Polizei gesperrt, bis ein Gutachter die Brandursache feststellen kann. Dieser werde dann auch die Schadenhöhe ermitteln, so Stadtsprecher Stefan Harms. Seitens der Stadt könnten momentan keine weiteren Details mitgeteilt werden.

Bürgermeister machte sich vor Ort ein Bild

Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann hat sich am Morgen auch vor Ort ein Bild gemacht. Ins Gebäude konnte er wegen der Ermittlungen noch nicht. Das wolle er nach deren Abschluss vor Ort nachholen, so Feddermann. Er sei sehr traurig, dass das Unternehmen nach dem Wasserschaden im Februar nun schon zum zweiten Mal so einen bitteren Rückschlag verkraften müsse. „Das tut mir sehr, sehr leid für das Café Extrablatt und das Team in Aurich“, so Feddermann.

Der Eingang des Lokals ist vorerst abgesperrt. Foto: Karin Böhmer
Der Eingang des Lokals ist vorerst abgesperrt. Foto: Karin Böhmer

Man könne erkennen, dass die Auricher das neue Angebot in der Markthalle gut annehmen. Auch vom Unternehmen aus Emsdetten sei signalisiert worden, dass es in Aurich sehr zufrieden sei. Feddermann sagte, er hoffe sehr, dass das Café wieder öffne – und zwar möglichst bald.

Der Bürgermeister hatte das Unternehmen Extrablatt nach Aurich geholt. Zunächst als R-Café in der Hafenkiste, dann auch als Café Extrablatt in der Markthalle. Diese stand leer, nachdem der Markthallen-Betrieb nicht verlängert worden war und 2022 die letzten Mieter ausgezogen waren.

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