Schulen in Aurich Sondersitzung zu Problemen der IGS Aurich gefordert
Inklusion, Migration, viele Rückläufer: Nach dem „Hilferuf“ der Schulleiterin im Juni wollen Grüne und „Moin Herr Weiss“ darüber sprechen.
Aurich - Laut Kreistagsinformationssystem hat er zuletzt im Februar 2024 getagt. Jetzt fordern die Grünen und die Gruppe „Moin Herr Weiss“ die Einberufung des Arbeitskreises Schulentwicklung. Anlass dafür waren die Schilderungen der Auricher IGS-Schulleiterin Dr. Dorothee Göckel Mitte Juni im Schulausschuss. „Wir tragen für die ganze Stadt Aurich und Umgebung die Lasten von Inklusion und Migration“, hatte die Schulleiterin gesagt und eine Art Hilferuf an die Politik gesendet.
Nach Angaben der Grünen gab es danach Gespräche seitens der Politik mit dem Personalrat. „Es bestand Einigkeit darüber, dass es in dieser Form nicht weitergehen darf.“
Viele Rückläufer von anderen Schulen zur IGS
Ein Problem sei neben Inklusion und Integration auch, dass Kinder, die am Gymnasium oder der Realschule dem Lernpensum nicht folgen können, nach ein oder zwei Jahren an die IGS wechseln. So starte die Gesamtschule bisweilen mit fünf oder sechs Parallelklassen und im siebten oder achten Jahrgang seien es da dann bereits sieben oder gar acht Parallelklassen, schreibt Angelika Albers für die Grünen in ihrem Antrag.
„Um diese Probleme zu beheben und die Gesamtschulen wieder zu der Schulform zu machen, die sie eigentlich sind, bedarf es der Zusammenarbeit aller“, so die Grünen. Dafür sei der Arbeitskreis Schulentwicklung das geeignete Gremium. Laut Kreistagsinformationssystem hat der Arbeitskreis, der nicht öffentlich hinter verschlossenen Türen tagt, sich zum letzten Mal im Februar 2024 getroffen. Das Gremium hat 13 Mitglieder aus der Politik, drei von der SPD, jeweils zwei von CDU/FDP, Grünen, Freier Wählergemeinschaft, AfD, „Moin Herr Weiss“ sowie eins von den Linken.
„Moin Herr Weiss“ fordert Oberschule
Die Fraktion „Moin Herr Weiss“, zu der Heinrich Ubben (Leezdorf) und Edgar Weiss (Wiesmoor) gehören, fordert die Einrichtung einer Oberschule als Ersatz für die Realschule in Aurich. Seit die Hauptschule in Aurich abgeschafft worden sei, müsse die IGS immer wieder als ersetzende Schule die Rückläufer von der Realschule aufnehmen. Das belaste das System der IGS stark. Eine Oberschule biete gegenüber einer Hauptschule einerseits den Vorteil, dass Schüler nicht stigmatisiert würden, andererseits sei sie durchlässig in beide Richtungen, so die Fraktion „Moin Herr Weiss“.
Die öffentliche Sitzung des Auricher Kreistags beginnt am Donnerstag, 18. September, um 15 Uhr in der Stadthalle Aurich.