Finanzen Rekord-Minus beim Landkreis Aurich könnte etwas geringer ausfallen
Riesige Summen werden beim Landkreis bewegt, immer wieder ändern sich verschiedene Einnahme- und Ausgabepositionen. Doch unter dem Strich bleiben tiefrote Millionensummen.
Aurich - Etwas geringer als bisher geplant soll das Rekord-Minus im Auricher Kreis-Haushalt 2025 ausfallen. Statt mit einem Defizit von 35,6 Millionen Euro rechnet die Kreisverwaltung nun mit einem Minus von rund 32,3 Millionen – also immerhin rund 3,3 Millionen weniger. Das erklärte Kämmerin Nicole Hanekamp im Finanzausschuss.
Auf der einen Seite gibt es fast 5,8 Millionen Euro mehr sogenannte Schlüsselzuweisungen vom Land (insgesamt rund 74,8 Millionen Euro), außerdem rechnet der Kreis mit 140 statt 138,6 Millionen Euro aus der Kreisumlage von den Städten und Gemeinden. Doch andererseits rechnet man auch mit rund 87 Millionen Euro Personalkosten – statt der angepeilten 83,6 Millionen Euro.
Deutlich höhere Ausgaben gibt es auch im Bereich des Jugendamtes. Hier wird mit einer Budgetüberschreitung von rund 1,4 Millionen Euro gerechnet. Allein in den sogenannten Eingliederungshilfen von Behinderten fallen laut Budgetbericht mehrere Millionen Euro zusätzlich an.
Landrat in Sorge wegen Finanzlage
Kämmerin Hanekamp sagte, die gut drei Millionen Euro Verbesserung zum bisherigen Plan klängen erst mal viel. „Aber bei 567 Millionen Euro Ausgaben ist das eine Abweichung von 0,58 Prozent. Insofern ist das eine Punktlandung.“
Landrat Olaf Meinen (parteilos) hatte im November 2024 bei der Verabschiedung des Haushalts 2024 von einer „Portion Ohnmacht“ gesprochen. „Der Haushalt 2025 ist so schlecht wie das Wetter – und so schlecht wie noch nie mit dem höchsten Defizit in der Nachkriegsgeschichte des Landkreises. Meist sah man irgendwo Licht am Ende des Tunnels. Aber das sehen wir jetzt nicht. Das macht uns allen Sorgen“, sagte Meinen seinerzeit.
Zwischenergebnis der Ubbo-Emmius-Klinik verbessert
Ebenfalls berichtet wurde im Finanzausschuss über die finanzielle Lage der zahlreichen kreiseigenen Gesellschaften. Ein Sorgenkind etwa bleibt weiter der Eigenbetrieb Breitband, wo immer noch sehr wenige Anschlüsse freigeschaltet sind und daher keine Pachteinnahmen von Betreiber Vodafone an den Landkreis fließen.
Durchaus erfreulich seien die jüngsten Zwischenergebnisse der Ubbo-Emmius-Klinik (UEK), sagte Carsten Krause vom Beteiligungsmanagement. Ein Grund dafür sei die Zytostatika-Herstellung für die Krebs-Behandlung, hieß es. Gleichwohl steht bei der UEK unter dem Strich immer noch ein dickes Millionen-Minus.