Umstellung auf Ganztagsschule Mehr Auricher Kinder bekommen Mittagessen in der Mensa
An den Grundschulen Upstalsboom und Wallinghausen werden bislang nur die Hortkinder mittags versorgt. Deshalb müssen nun neue Mensen gebaut werden. In einem Fall muss zuvor ein Gebäude weichen.
Wallinghausen/Haxtum - Mit der Umstellung auf Ganztagsschulbetrieb steht die Stadt Aurich auch vor dem Bau zweier neuer Mensen. Sowohl an der Grundschule Upstalsboom als auch in Wallinghausen sind Neubauten erforderlich. Der Beschluss für den Bau der Mensa in Haxtum wurde schon vor den Sommerferien einstimmig gefasst. Geplant ist ein eigenständiges Gebäude im südlichen Bereich des Geländes, an der Grundstücksgrenze zum Ems-Jade-Kanal.
Die Verwaltung geht davon aus, dass die Schule langfristig dreizügig bleiben wird. Im vergangenen Schuljahr besuchten 199 Schüler die Grundschule. Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr geht die Schule mit allen vier Jahrgängen gleichzeitig in die Ganztagsbetreuung. Der Hort wird dann von drei Gruppen auf eine verkleinert und läuft mit nachlassender Auslastung spätestens 2029 aus.
Ratsleute wollten auch eine Überdachung
Mit der Auflösung des Hortes in den Jahren 2026 bis 2029 sei auch ein ausreichendes Raumangebot für eine Dreizügigkeit vorhanden, so die Verwaltung. Mit dem beginnenden Ganztagsbetrieb brauche die Schule Platz für eine Mittagsversorgung. Bislang werden nur die 60 Hortkinder verpflegt. Die neue multifunktionale Mensa diene dann der Versorgung aller Schüler. Der Entwurf sehe Räume für Ruhezonen und Differenzierung vor, sodass die pädagogischen Anforderungen an eine Ganztagsschule erfüllt würden.
Die Ratsleute hatten in den Beschluss noch eine Überdachung des Weges aufgenommen, damit die Kinder auch bei Regen trockenen Fußes ins Nebengebäude kommen können.
Kosten werden zum Großteil aus Fördergeld gedeckt
Kosten wird der Mensa-Neubau nach jetziger Kalkulation 2,05 Millionen Euro. Aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau stehen der Stadt Aurich 1.741.823 Euro zur Verfügung. Der Eigenanteil beträgt 307.380 Euro. Laut der zuständigen Fachbereichsleiterin Dr. Edith Ulferts müssen die Mittel für die Mensa zeitnah beantragt werden, da die Stadt sich ansonsten im nächsten Jahr um Mittel aus einem landesweiten Resttopf bemühen muss, der nach dem Windhundprinzip verteilt werde.
Die Mensa, die der Hort dann nicht mehr braucht, wird dann weiterhin komplett durch die Kita Upstalsboom genutzt.
Leerstehendes Wohnhaus erwies sich als perfekte Stelle
Auch die Grundschule Wallinghausen wird ab dem Schuljahr 2026/27 als Ganztagsschule geführt. Dort beginnt der Ganztagsbetrieb nach derzeitigem Stand wie vom Gesetzgeber vorgesehen, aber nur mit dem ersten Jahrgang zum Schuljahr 2026/27.
Auch dort soll für die Grundschule eine eigene Mensa gebaut werden. Ulferts stellte die erste Planung am Dienstag im Schulausschuss vor. Es seien mehrere Varianten durchgespielt worden. Aber da auch die Schule schon über Raumnot klagt, sei einiges nicht machbar gewesen. Vorgesehen sei nun, so Ulferts, das unbewohnte Einfamilienhaus an der Ecke Wallinghausener Straße/Am Sportplatz, direkt angrenzend an das Schulgrundstück, abzureißen und durch einen Mensaneubau zu ersetzen. Genutzt werde das Gebäude zum Teil noch vom SV Wallinghausen. Dafür müsste gemeinsam eine andere Lösung gefunden werden, so Ulferts.
Derzeit besuchten rund 175 Schüler die Grundschule Wallinghausen. Die neue multifunktionale Mensa diene ihrer Versorgung. Der Entwurf enthalte zudem Räume für Ruhezonen und Differenzierung. Als Kostenschätzung für den Bau einer neuen Mensa werden in der ersten Beschlussvorlage 950.000 Euro für die Baumaßnahmen und rund 100.000 Euro für die Ausstattung veranschlagt. Da die Stadt ihr Förderbudget für den Ganztagsschulausbau mit der Upstalsboom-Mensa ausgeschöpft hat, wird sie voraussichtlich die Kosten komplett selbst tragen müssen.
Kein Mensa-Bedarf an den anderen Hortstandorten
Derzeit kein Handlungsbedarf für eine neue Mensa wird an der Grundschule Sandhorst gesehen. Auch diese Schule beginnt mit dem Ganztagsbetrieb jahrgangsweise. Die Erstklässler könnten im nächsten Schuljahr in die Mensa im Hort gehen und dort in einer eigenen Schicht essen. Das werde Jahrgang um Jahrgang so weitergeführt, bis am Ende der Umstellung, wenn der Hort auslaufe, die Grundschüler voraussichtlich alle in der Hortmensa verköstigt werden können, hieß es von der Verwaltung.
Die Hortgruppe im Pinguin-Kindergarten wird wie der Rest der Kita in der „Schlemmerscholle“, der kita-internen Mensa, versorgt. Die Hortgruppe ist weniger einer Grundschule direkt zugeordnet als die anderen Auricher Hort-Gruppen. Die nahe liegende Grundschule Finkenburg ist bereits Ganztagsschule.
Ebenso die Lambertigrundschule. Sie hat einen Mensa-Anbau bekommen, als sie sich zusammen mit dem DRK-Hort im Modellvorhaben „Kooperativer Hort“ zu einer teilgebundenem Ganztagsschule entwickelt hat. Eine weitere Mensa ist hier also nicht mehr erforderlich. Durch die enge Verquickung des schulischen und des Hortangebots im Rahmen des Konzepts stellt die Schule einen Sonderfall dar. Laut Verwaltung sollen ab dem Herbst Gespräche stattfinden, wie es in diesem Fall weitergeht.