Wiederbelebung der Strecke  Weitere Entscheidung zu Bahn-Ausbau Aurich-Abelitz gefallen

| | 25.08.2025 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf der Bahnstrecke Aurich-Abelitz fahren derzeit nur einige wenige Güterzüge. Foto: Romuald Banik
Auf der Bahnstrecke Aurich-Abelitz fahren derzeit nur einige wenige Güterzüge. Foto: Romuald Banik
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Die letzten Signale für die Strecke waren positiv, der Kosten-Nutzen-Faktor wurde gut bewertet. Am Montag gab es nun eine weitere Sitzung des Parlamentarischen Lenkungskreises.

Aurich/Hannover - Eine weitere Hürde hat jetzt der geplante Wiederbelebung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Aurich-Abelitz genommen. In der siebten Sitzung des Parlamentarischen Lenkungskreises in Hannover wurde am Montag bekanntgegeben, dass die Strecke nun die Stufe 4 im Reaktivierungs-Verfahren erreicht hat – so wie weitere fünf Strecken in Niedersachsen.

„Das ist eine frohe Botschaft für Aurich“, sagte der Pressesprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, Florian Mosig, auf Anfrage dieser Redaktion. Gerade die Anbindung der Zentralklinik in Uthwerdum sei ein wichtiger positiver Faktor bei der Beurteilung des Projekts.

Im nächsten Schritt stünden nun einige „Hausaufgaben“ an, denn es gebe im Streckenverlauf noch diverse Herausforderungen, etwa die vielen Bahnübergänge sowie Kreuzungen mit anderen Straßen, so der Ministeriumssprecher. Das seien Fragen, die die Akteure vor Ort, darunter die Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Aurich-Emden (EAE) und der Landkreis, mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) klären müssten. Wenn alles gut laufe, könne man dann eine Anmeldung von Bundesfördermitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) für 2027 oder 2028 anpeilen. Laut dem Sprecher wären dann 90 Prozent Förderung durch den Bund möglich, weitere fünf Prozent übernehmen jeweils Land und Landkreis.

Ganz entscheidend sei für das Land und die Fördergeber immer auch das Engagement vor Ort – das aber gebe es in Aurich offensichtlich.

In Stufe 4 geht es um Details und den Förderantrag

Zur Erinnerung: Im März 2025 hatte die Reaktivierung Stufe 3 erreicht. Das wurde in der 6. Sitzung des Lenkungskreises berichtet. Demnach wurde die Maßnahme als wirtschaftlich sinnvoll und daher förderfähig angesehen – wie bei fünf weiteren Strecken in Niedersachsen.

In Stufe 3 wurden laut einer Präsentation des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums der verfügbare Finanzrahmen für die Betriebskosten sowie die Kosten für Planungsleistungen geklärt und das Vorhaben mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt.

In Stufe 4, für die laut einer Grafik rund zwei Jahre angesetzt sind, soll der Antrag für Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) konkret ausgearbeitet werden, in enger Abstimmung der Beteiligten.

In 23 Minuten von Aurich nach Abelitz

In einer Präsentation der LNVG wurden seinerzeit erste Details der neuen Verbindung vorgestellt. Die Strecke von Aurich bis zur vorhandenen Bahnstrecke in Abelitz/Georgsheil beträgt demnach rund 13 Kilometer.

Die Fahrzeit mit einem batteriebetriebenen Zug für die Strecke bis Abelitz soll 23 Minuten betragen, die Fahrzeit für die 25 Kilometer von Aurich bis zum Emder Hauptbahnhof 37 Minuten. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 100 km/h liegen.

Es soll insgesamt sieben neue Haltepunkte geben: Aurich, Extum, Walle, zwei in Moordorf, einen an der künftigen Zentralklinik in Uthwerdum und einen in Abelitz/Georgsheil. Neue Haltepunkte etwa in Tannenhausen oder zwischen Abelitz und Emden wurden verworfen.

59 Bahnübergänge sollen wegfallen

Von derzeit 77 Bahnübergängen sollen 59 aufgehoben werden. Dafür sollen neue Erschließungsstraßen gebaut werden. In der Präsentation der LNVG dazu heißt es: „Diese zusätzlichen Straßenbaumaßnahmen stellen ein Risiko bei der Umsetzung der Reaktivierung da.“ Bei neun vorhandenen Bahnübergängen soll die technische Sicherung angepasst werden, weitere sieben müssen mit einer solchen Sicherung ausgerüstet werden. Um welche Übergänge es sich konkret, handelt, ist noch unbekannt.

Laut der Präsentation wird mit mehreren Tausend zusätzlich gewonnen Fahrgästen gerechnet – und mit Investitionskosten von rund 60 Millionen Euro. Der Nutzen-Kosten-Index wird zwischen 3 und 5 angegeben und liegt damit deutlich über dem für eine Förderung nötigen Mindestwert von 1.

Studie vom Landkreis liegt weiterhin nicht vor

Eine vom Landkreis Aurich in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie lag zwar nach langen Verzögerungen im Mai 2025 vor, eine finale Fassung für die Öffentlichkeit gibt es aber noch nicht.

Eine aktuelle Anfrage dieser Redaktion dazu ließ die Auricher Kreisverwaltung bislang unbeantwortet.

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