Nachwuchs in Betrieben Zahl der Ausbildungsplätze in Ostfriesland leicht gestiegen
Die Zahl der geschlossenen Verträge ist zum neuen Ausbildungsjahr etwas höher als im Vorjahr. Doch ein Problem bleibt.
Emden/Ostfriesland - Kleiner Lichtblick für Betriebe und junge Leute: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg hat bis Ende Juli 1.386 neue Ausbildungsverträge registriert – das sind 97 Verträge mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Zuwachs von 7,5 Prozent, wobei die Zahl der tatsächlich geschlossenen Verträge noch höher liegen dürfte: Knapp 150 Ausbildungsverträge befinden sich derzeit in Bearbeitung, weil Unterlagen noch unvollständig oder erst kürzlich eingegangen sind.
„Die Ausbildungsbereitschaft in den ist Unternehmen hoch“, wird Bernd Schnare, IHK-Abteilungsleiter für Berufliche Bildung, in einer Pressemitteilung zitiert.
Positiv verlief die Entwicklung in den Landkreisen Aurich (plus 22 Prozent/92 Verträge) und Wittmund (plus 5,6 Prozent/7 Verträge) sowie in der Stadt Emden (plus 7,4 Prozent/12 Verträge). Rückgänge verzeichnete die IHK hingegen in der Stadt Papenburg (minus 4,3 Prozent/8 Verträge) und im Landkreis Leer (minus 1,6 Prozent/6 Verträge).
Klares Plus in Gastronomie, Bau und Verkehr
Branchenbezogen konnten vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe (plus 22,8 Prozent/37 Verträge), der Bereich Bau, Steine, Erden (plus 35,1 Prozent/26 Verträge) sowie der Verkehrs- und Transportbereich (plus 17,9 Prozent/10 Verträge) zulegen. Rückgänge gab es unter anderem bei der Elektrotechnik (minus 1,8 Prozent/3 Verträge).
Gleichzeitig macht die IHK deutlich, dass die eingetragenen Ausbildungsverträge nur einen Teil des Marktes abbilden. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage haben viele Unternehmen nach eigenen Angaben mehr geeignete Jugendliche eingestellt als im Vorjahr.
Trotzdem viele Ausbildungsplätze nicht besetzt
Laut der bundesweiten IHK-Ausbildungsumfrage konnte jedoch fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Auf regionaler Ebene konnte immerhin nur jeder vierte Betrieb nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. „Damit liegen wir zwar deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, dennoch bleibt auch für uns die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung der regionalen Wirtschaft“, so IHK-Abteilungsleiter Schnare.
Viele Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt – auch mit Blick auf den Ausbildungsstart im Sommer 2025. Die IHK appelliert daher an alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger, sich jetzt zu bewerben. Das gilt für Haupt-, Realschul- und auch für Abitur-Abschlüsse.
Kampagnen auf Social Media-Plattformen
Interessierte Jugendliche finden freie Ausbildungsplätze auf der Plattform „Meine Ausbildung in Niedersachsen“. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Ausbildung macht mehr aus uns“ werben die Industrie- und Handelskammern zudem mit Social-Media-Formaten wie TikTok-Clips von Influencern für die betriebliche Ausbildung. Unternehmen erhalten außerdem kostenfrei Werbematerial zur Nachwuchsgewinnung.