Beginn des Auricher Wahlkampfes Das Rennen um den Bürgermeisterstuhl ist eröffnet
Im September 2026 ist wieder Bürgermeisterwahl in Aurich. Bei der SPD gibt es mindestens einen ernsthaften Interessenten. Was der Amtsinhaber und die zweitgrößte Fraktion im Rat sagen.
Aurich - Ein Jahr und anderthalb Monate sind es noch, bis die Auricher wieder an die Wahlurne gerufen werden, um sich für einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin zu entscheiden. Bei der jüngsten Wahl im Mai 2019 gab es fünf Kandidaten. Zeitweise hatte es noch mehr Interessenten gegeben, die dann aber doch nicht antraten. Nun hat sich als erster Interessent für den Posten, der am 13. September 2026 wieder zur Wahl steht, Julian Jetses von der SPD in die Öffentlichkeit gewagt.
Auch wenn er bisher nur Interessent für die Kandidatur im SPD-internen Auswahlverfahren ist, sagt Jetses klar, dass er das Amt übernehmen möchte und sich darauf freut, möglicherweise Bürgermeister der Kreisstadt zu werden. Der 33-Jährige bringt ebenso Verwaltungserfahrung mit wie politisches Vorwissen.
Bürgermeister hadert bisher mit einer Sache
Amtsinhaber Horst Feddermann will sich so eindeutig noch nicht festlegen. Mit voller Überzeugung sagt er zwar, dass ihm das Amt Freude macht und er grundsätzlich gerne weitermachen würde. Da die nächste Amtszeit aber acht Jahre beträgt, wolle er noch einmal in sich gehen. Denn am Ende der acht Jahre stünde er kurz vor seinem 70. Geburtstag. „Wenn es um fünf Jahre ginge, würde ich sofort Ja sagen“, so Feddermann auf Nachfrage. „Aber ich möchte nicht antreten, wenn ich nicht zuversichtlich bin, das Amt die volle Amtszeit ausüben zu können.“
Er wolle im Januar eine Entscheidung treffen und bekannt geben. Ohnehin wolle er nicht zu früh den Wettbewerb eröffnen, um wichtige Fragen der Stadtpolitik nicht ohne Not zum Wahlkampfthema zu machen, so der Bürgermeister.
Feddermann hat den letzten Wahlkampf als Parteiloser und ohne großen Rückhalt aus der Auricher Parteipolitik bestritten. Die AWG und auch die Grünen nennt Feddermann als Unterstützer. Die SPD und die CDU unterstützten damals seinen Konkurrenten und Ersten Stadtrat Hardwig Kuiper, der ebenfalls als Parteiloser antrat.
Gespräche mit möglichen Interessenten aufgenommen
Doch was macht die CDU diesmal? Nach Angaben von Stadtratsmitglied Bodo Bargmann habe man sich Gedanken über mögliche Kandidaten gemacht und sei nun in Gesprächen mit ihnen. Klar als Interessent positioniert habe sich in der CDU bislang niemand, aber es gebe ernsthafte Überlegungen. Nach der Sommerpause werde sich herauskristallisieren, wie viele Interessenten parteiintern um die Kandidatur ringen werden, so Bargmann.
Gerungen haben auch bei der Wahl im Jahr 2019 etliche Interessierte mit sich. Neben Feddermann und Kuiper stellten sich am Ende Menko Bakker (FDP), Matthias Feeken (parteilos) und Thomas Strömer (AfD) zur Wahl. Die beiden Letzteren als völlige Politikneulinge.
Auch Frieso Willms, Stefan Berends (SPD) und Steffen Haake (SPD) hatten damals zunächst Interesse bekundet. Ergotherapeut Frieso Willms suchte die Unterstützung der SPD, die er aber nicht bekam. Er zog sich später zurück, weil ihm die Verwaltungserfahrung fehle. Berends zog seine Bewerbung aus persönlichen Gründen zurück, hatte aber auch kaum Rückhalt in der SPD. Das SPD-Stadtratsmitglied Steffen Haake erschien etlichen Sozialdemokraten mit 25 Jahren als zu jung für das Amt, weshalb die SPD lieber den parteilosen Kuiper unterstützte.