Dart-Boom Neues Dart-Eldorado beim TuS Weene
Der Dartverein TuS Weene hat ein neues Zuhause. Am Tag der offenen Tür gibt es Einblicke und spannende Duelle. Hinter den Kulissen steckt viel Herzblut.
Weene - Über der Eingangstür ist das gelbe rechteckige Schild platziert. Darauf ist der Schriftzug mit schwarzen Buchstaben „TuS Weene Dart - gelb-schwarzes Blut in jeder Weene“ zu lesen. Ein Versprechen für das, was in den Räumen an der Holtroper Straße 1 angesagt ist. Dort hat die Dartsparte des TuS Weene ihr neues Domizil bezogen. Ein Zuhause auf 200 Quadratmeter für 50 Pfeilewerfer.
Drei von ihnen erzählen im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten den mühsamen Weg von der alten Spielstätte unterm Dach des Vereinsheims zum neuen Dart-Eldorado.
„Wir benötigten unbedingt eine Alternative zum alten Spielort. Unser Weene-Pally war zu klein geworden“, so Spartenleiter Sönke Groß, und ergänzt: „Innerhalb weniger Jahre ist bei uns die Zahl der Darter durch die Decke gegangen, hat sich die Zahl der Mannschaften auf sechs erhöht.“
Henning Saathoff wirft ein, dass es weit und breit keinen anderen Verein mit dieser Mannschaftsstärke gibt. „Doch“, sagt sein Vereinskollege Daniel Graalfs: „Hollage müsste auch sechs haben.“
TuS Weene Dart ein Leben lang
Die drei Darter machen mehrere Gründe für den Boom beim TuS fest. Zum einen haben Weenes Darter in der Szene einen guten Ruf. „Wer bei uns einmal trainiert und uns erlebt hat, der bleibt“, betont Spartenchef Groß.
So ist es auch Heiko Akkermann aus Großheide ergangen. Er bekennt: „Ich habe mich schockverliebt, weil alle hier Bock auf Darten haben.“
Akkermann wollte einfach mehr, als nur vor dem Board herumzudaddeln. Er ist ehrgeizig und sucht die sportliche Herausforderung. Die fand er in Weene und wirft im A-Team des TuS. Dazu gehören auch Dirk Saathoff (Spitzname „Blitz“), Karsten Dalhoff („The Freshman“) und Henning Saathoff („The Global Equalizer“).
Serienaufsteiger Weene
Nach drei Aufstiegen in Folge ist das A-Team in der Bezirksoberliga angekommen. Eine gut besetzte Liga, befindet Saathoff und Groß glaubt: „Wir trauen uns den Aufstieg zu.“
Bevor die Saison Ende August beginnt, steht der „Tag der offenen Tür“ für das Weene-Pally 2.0 an. Namentlich orientiert sich der TuS am Alexandra Palace, Spitzname Ally Pally. Dort wird jährlich die Dart-WM ausgeworfen.
Am kommenden Sonntag, 3. August, steht ab 11 Uhr die Tür für Freunde, Anwohner und Interessierte auf. Die Besucher können sich die neue Spielstätte mit den sieben Boards anschauen, darten, essen, trinken und Dartartikel erwerben.
Ein Höhepunkt ist der Showkampf mit den befreundeten Werfern vom DC „Peerstall“ Moordorf. Ein Duell mit einem besonderen Hintergrund.
„Unseren ersten Freundschaftskampf haben wir 2022 in Moordorf ausgetragen. Da hatten wir kaum Ahnung und fingen bei Null an“, erinnert Groß. Der erste Dartabend fand im Verein im Januar 2022 statt.
Drei Jahre später suchten die Verantwortlichen nach einem größeren Spielort. Graalfs, der für die Homepage zuständig ist, fand einen wichtigen Hinweis. Ein Schild mit dem Hinweis: „Zu vermieten“ an einer Immobilie an der Holtroper Straße. Und so nahm die Sache ihren Lauf. Langwierige Gespräche mit dem Vermieter, Vereinsvorstand, Förderverein und der Gemeinde. Am Ende passte es. Die Finanzierung hatte Hand und Fuß. Es wurden rund 4100 Euro über Crowdfunding bei der RVB Aurich eingesammelt und Sponsoren angeworben. Die RVB spendierte noch einen Festbetrag von 1000 Euro für technische Ausstattung.
Gemeinschaftsgefühl gestärkt
Dazu gesellten sich unzählige Stunden der Mitglieder für das Herrichten der Räume. Diese Arbeiten haben die Sparte zusammengeschweißt und das Gemeinschaftsgefühl verstärkt.
Groß bringt das Gefühl auf den Punkt: „Wir sind hier nicht hergekommen, um zu arbeiten, sondern wir haben das für uns gemacht und uns eine Bleibe geschaffen. Für uns wurde ein Traum wahr. Darauf sind wir stolz.“ Groß kann ein Lied von den unangenehmen Arbeiten singen. Er hat ein Dutzend Stühle mit der Hand abgeschliffen. Eine ausdauernde, eintönige Arbeit mit Folgen: Er kann Vorträge über die verschiedenen Arten von Schleifpapier und deren Verwendungszwecke halten. Vorbei, vergessen und der Blick richtete sich nach vorne. Auf den Tag der offenen Tür, auf den Punktspielbetrieb mit den sechs TuS-Teams und auf das zukünftige Jugendtraining. Das ist neu im Weene-Pally 2.0. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren werden zukünftig von erfahrenen Dartern betreut. Zur Nachwuchsgruppe zählen gegenwärtig acht Teilnehmer. Sie sollen nach und nach ans Darten herangeführt werden.
Die Frauenquote ist noch verbesserungsbedürftig
An Vorbilder mangelt es nicht. Das Dart-Wunderkind Luke Littler war 17 Jahre alt, als er den Titel holte und im Finale 2025 Michael van Gerwen bezwang. Ein historischer Erfolg, der dem Dartspiel einen weiteren Schub verlieh. Ein Impuls, der auch bei den TuS-Dartern spürbar ist. Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Eine Sache hat sich aber nicht verändert. Pfeilewerfen ist beim TuS Männersache. Unter den 50 Mitgliedern befindet sich eine Frau. Woran das liegt? Henning Saathoff zuckt mit den Schultern und bekennt mit lachender Miene: „Ich habe meine Frau schon fast so weit.“
Ein offener Punkt, aber es gibt schon die eine oder andere Nachfrage, sodass sich die Frauenquote zukünftig erhöhen wird. Vielleicht schon am Sonntag beim Tag der offenen Tür, da, wo das gelb-schwarze Schild leuchtet.