Kaputte Straßen in Aurich Erneuerung der Glupe und Dwarsglupe steht nun bevor
In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden – deutlich später als geplant. Woran das liegt.
Aurich - Die Bauarbeiten für die Erneuerung der Glupe und der Dwarsglupe in Aurich sollen bald beginnen. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilte, sollen in den kommenden Wochen die Bauleistungen zur Erneuerung des Schmutz- und Regenwasserkanals sowie des Straßenaufbaus einschließlich der Baustraße in den kommenden Wochen ausgeschrieben werden.
Eigentlich sollte die Baustelle längst eingerichtet sein. Ab diesem Frühjahr sollte bereits am Kanalnetz in der Glupe gearbeitet werden. „Im Rahmen des Planungsprozesses haben sich zahlreiche komplexere Fragestellungen und Herausforderungen ergeben, die einen entsprechend umfassenden Planungszeitraum notwendig gemacht haben“, hieß es nun vonseiten der Stadt. Vor allem im Untergrund habe sich die Lage als deutlich komplizierter herausgestellt als zunächst angenommen. Sobald die Bauarbeiten beauftragt seien, könne ein abschließender Ablaufplan erstellt werden.
Untergrund schon voller Leitungen
Seit mehr als einem Jahrzehnt geht es um die Erneuerung der beiden Auricher Wohnstraßen im Süden der Kernstadt. Da machen ein paar Monate mehr wohl auch nichts mehr aus. Laut Stadtverwaltung wurde wegen etlicher Hindernisse eine Umplanung nötig. Hinzu komme eine hohe Arbeitsauslastung aller Projektbeteiligten.
Zu den baulichen Herausforderungen: Die Versorgungsleitungen müssen zum Teil verlegt werden. Stadtsprecher Cord Cordes spricht von „zahlreichen komplexeren Fragestellungen“. Beispielhaft nennt er: Die Untergrundverhältnisse für die Entsorgungs- und Versorgungsanlagen seien sehr beengt. Es gebe zahlreiche Verschneidungen der beiden Anlagen. Beide Punkte dürften insofern herausfordernd sein, als der Regenwasserkanal von 40 Zentimetern Durchmesser auf 60 Zentimeter vergrößert werden soll.
Hochwasser führte zu „komplexeren hydraulischen Betrachtungen“
Der Leiter der Stadtentwässerung, Ehlke Ubben, hatte im Juni 2024 im Bauausschuss die Situation eindrucksvoll beschrieben. Auf 550 Metern in der Glupe und 270 Metern in der Dwarsglupe seien mehr als 800 Schadstellen am Leitungsnetz gefunden worden. Schon 2023 wurden einige Bereiche geflickt, weil dringender Handlungsbedarf auf der östlichen Seite bestand.
Zudem gebe es in dem Bereich Probleme mit Hochwasser nach Starkregen. Und einen solchen gab es in dem Bereich ja erst im vergangenen August - als die allererste Planung schon stand. Nun seien „komplexere hydraulische Betrachtungen der Oberflächenentwässerung im Quartier“ vorgenommen worden, teilte Cordes mit.
Neben dem Regenwasserkanal wird auch der Schmutzwasserkanal erneuert, mit allen Anschlüssen.
Grunderwerb in kleinem Umfang im Juni beschlossen
Auch die Straßenerneuerung ist laut Cordes komplex. Zum einen seien zahlreiche Projektbeteiligte mit vielen Abstimmungsterminen zu koordinieren. Zudem gab es mehrere Planungsänderungen. Um die Verkehrsführung in den Straßen zu optimieren, wollte die Stadt kleinere Flächen ankaufen. Dieser Grunderwerb habe gegenwärtig jedoch nicht realisiert werden können. „In der Konsequenz wurden alternative Planungen vorgenommen“, so Cordes - ohne ins Detail zu gehen.
Im Juni hat der Stadtrat erst beschlossen, dass die Stadt vier Flächen von wenigen Quadratmetern erwirbt, um den Verkehrsfluss in engen Bereichen etwas zu verbessern. Es handelt sich in der Glupe um eine Fläche von insgesamt 65 Quadratmeter, in der Dwarsglupe um rund 185 Quadratmeter. Insgesamt kalkulierte die Stadt mit Kosten in Höhe von knapp 42.000 Euro.
Laut der ursprünglichen Präsentation der Stadtverwaltung soll in der Glupe zunächst der Schotterweg gepflastert und beleuchtet werden.
Zwischen Cirksenastraße und Ukenastraße ist die Glupe derzeit nur 4,50 Meter breit und ohne Nebenanlagen. Dort war ein optisch abgetrennter Gehweg vorgesehen. Für den geplanten Ausbau war in diesem Bereich beispielsweise der Ankauf von Grundstückstreifen nötig.
Es geht um breitere Gehwege, Parkbuchten und Versickerungsmulden
Im nächsten Abschnitt der Glupe sollte künftig durchgehend nur auf einer Seite ein Gehweg verlaufen, der dann aber breiter und mit Hochboard abgegrenzt werden sollte.
Wegen des hohen Parkdrucks in den beiden Straßen sollten in der Glupe einige Parkbuchten eingebaut werden. Am nördlichen Straßenrand sollen Versickerungsmulden eingebaut werden – als zusätzlicher Puffer für Regenereignisse.
Die Dwarsglupe sollte nach der Ursprungsplanung im Anschluss an die Erneuerung der Glupe zur Einbahnstraße umgebaut werden, sodass der motorisierte Verkehr nur in Richtung Glupe fahren darf. Die benachbarte Hans-Böckler-Straße sollte zur Einbahnstraße in die Gegenrichtung werden. Auch in der Dwarsglupe sollten ein breiterer Gehweg, einige Parkbuchten und Versickerungsmulden angelegt werden.